Nach Corona: Google stellt das Konzept seiner Büros auf den Kopf

Google nimmt die Auswirkungen der Coronapandemie zum Anlass, um sein Bürokonzept umzustellen. Im Fokus steht dabei vor allem mehr Flexibilität.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
Google-Mitarbeiter müssen künftig nicht mehr zwingend im Büro erscheinen.
Google-Mitarbeiter müssen künftig nicht mehr zwingend im Büro erscheinen. (Bild: Google)

Der kalifornische IT-Konzern Google reagiert auf die Auswirkungen der Coronapandemie und verabschiedet sich von seinem bisherigen Arbeitsplatzkonzept. Wie die New York Times berichtet, stellt das Unternehmen die Einrichtung seiner Büros komplett um, um Mitarbeitern mehr Freiheit, Sicherheit und Flexibilität bei der Gestaltung ihres Arbeitsalltags zu ermöglichen.

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Bislang setzte Google darauf, seine Mitarbeiter durch zahlreiche Annehmlichkeiten so lange wie möglich am Arbeitsplatz zu halten, diesen zu einem zweiten Zuhause zu machen. Ein Konzept, das laut Unternehmen aufgrund der schieren Menge an Angestellten schon seit einigen Jahren nicht mehr aufgeht.

Deshalb hat man bereits 2018 damit begonnen, neue Ideen zu entwickeln. Die Coronapandemie hat deren Umsetzung beschleunigt. Im Laufe der nächsten Monate beginnt das Unternehmen mit dem Umbau.

Bedingt durch das Virus arbeiten Googles Angestellte seit Monaten im Homeoffice. Voraussichtlich ab September 2021 sollen in den USA die ersten in ihre Büros zurückkehren. Das Unternehmen empfiehlt seinen Mitarbeitern, sich impfen zu lassen, macht das aber nicht zur Pflicht. Stattdessen sollen Maßnahmen an den Arbeitsplätzen das Risiko einer Ansteckung senken.

Team Pods statt Großraumbüro

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So gibt Google etwa die Idee von offenen Großraumbüros auf, in denen bislang möglichst viele Menschen eng zusammenarbeiten sollten. Stattdessen setzt das Unternehmen auf sogenannte Team Pods. Das sind abgetrennte Abteile, die sich durch frei aufstellbare Wände und mobile Büromöbel innerhalb kurzer Zeit flexibel gestalten und anpassen lassen sollen.

Das Unternehmen geht bei der Gestaltung von drei Grundannahmen aus: Arbeit findet überall statt, nicht nur im Büro. Die Anforderungen an einen Arbeitsplatz ändern sich permanent. Und Arbeitsplätze müssen mehr bieten als Tische, Stühle, Konferenzräume und Büroausstattung.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, arbeitet Google unter anderem an beweglichen Wänden mit mobilen Heiz- und Belüftungssystemen. Die sollen es unter anderem ermöglichen, dass Mitarbeiter die Temperatur an ihrem Arbeitsplatz individuell regeln können.

Meetings im Lagerfeuerstil

Klassische Meeting-Säle ersetzt Google durch sogenannte Campfire-Räume. Hier sitzen sich Mitarbeiter im Kreis gegenüber. Zwischen den Sitzplätzen sind große Bildschirme angebracht, auf denen sich Kollegen aus dem Homeoffice zuschalten und in die Runde integrieren lassen. So ist für Abstand zwischen den tatsächlich Anwesenden gesorgt und Heimarbeiter können besser ins Geschehen vor Ort eingebunden werden.

Wer nur gelegentlich ins Büro kommt und dort gar keinen festen Arbeitsplatz mehr benötigt, kann sich mit seinem Mitarbeiterausweis an automatisierten Arbeitsplätzen anmelden. Dabei handelt es sich um aus dem Boden ausfahrbare Schreibtische, die sich eigenständig auf die jeweiligen Mitarbeiter einstellen. Die individuelle Anpassung reicht von der Höhe des Tischs bis zu Fotos der eigenen Familie in digitalen Bilderrahmen.

Wer im Büro mehr Privatsphäre benötigt, kann einen Roboter herbeirufen. Der trennt den jeweiligen Arbeitsplatz dann durch eine aufblasbare Wand von der Umgebung ab. Ablenkung soll unter anderem auch durch in den Bürostuhl integrierte Lautsprecher vermieden werden. Diese spielen weißes Rauschen ab, um Umgebungsgeräusche auszublenden.

Outdoor-Büros an mehreren Standorten

An seinen Standorten in London, Los Angeles, München, New York und Sydney baut Google zudem Outdoor-Offices. Um die Ansteckung mit dem Coronavirus zu erschweren, können Mitarbeiter hier unter freiem Himmel oder in offenen Zelten ihrer Tätigkeit nachgehen. Ein Exemplar ist bereits in Betrieb. Am Hauptsitz in Kalifornien können Angestellte schon seit März 2021 bei Bedarf an der frischen Luft arbeiten.

Damit es auch in der Mittagspause keinen großen Menschenandrang mehr gibt, stellt Google seine Cafeteria um. Dort gibt es das Essen künftig in Lunchpaketen zum Mitnehmen. Das Unternehmen versucht eigenen Angaben zufolge, den Mitarbeitern das sogenannte Hybrid-Arbeiten so schmackhaft und flexibel wie möglich zu gestalten.

Einer betriebsinternen Umfrage zufolge haben 70 Prozent der rund 110.000 Angestellten während der Coronapandemie Gefallen an der Arbeit im Homeoffice gefunden. Ähnliche Ergebnisse zeichneten sich schon 2020 ab. Allerdings registrierte Google auch eine geringere Produktivität während der Heimarbeit.

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dummzeuch 04. Mai 2021

Und es gibt tatsächlich Leute, die da arbeiten? Haben die denn keine Alternativen? Oder...

Mailerdeamon 04. Mai 2021

Natürlich. Das heißt aber nicht das sich nicht die Interessen des Kapitalisten und des...

LH 03. Mai 2021

https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fes_Rauschen

Myxin 03. Mai 2021

Die Lösung mit denNotebooks ist einfach, hinten an die Wand stellen, Halbkreis zu den...

scrumdideldu 03. Mai 2021

Wo ich früher war gab es eine große Umfrage was die Mitarbeiter wollen. Ergebnis war...



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