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Nach Corona: Elektromobilität und Homeoffice beeinflussen Benzinnachfrage

Der Verkauf von Kraftstoffen hat in Deutschland das Vor-Corona-Niveau nicht wieder erreicht. Das kann mehrere Gründe haben.
/ Andreas Donath
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Benzin tanken (Bild: Pexe)
Benzin tanken Bild: Pexe

Der Absatz von Kraftstoffen in Deutschland ist nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle(öffnet im neuen Fenster) nach wie vor niedriger als vor der Coronapandemie.

Im Jahr 2022 wurden in Deutschland knapp 17 Millionen Tonnen Benzin verkauft. Dies stellt einen Rückgang im Vergleich zu 2019 dar, als noch etwa 18 Millionen Tonnen Benzin abgesetzt wurden. Diese Entwicklung deutet auf eine abnehmende Tendenz im Benzinverbrauch hin. Ähnlich verhält es sich bei Diesel: Vor der Pandemie, also im Jahr 2019, wurden 37,5 Millionen Tonnen Diesel verkauft, während im Jahr 2022 der Verkauf auf 35 Millionen Tonnen gesunken ist.

Der stärkste Einbruch fand beim Flugbenzin statt. Seitdem Menschen wieder mehr fliegen, nahm der Absatz des Flugbenzins jedoch wieder zu.

Während der Pandemie führte unter den Mineralölkonzernen die Debatte über das Schlagwort "Peak Demand" zu Diskussionen darüber, ob die globale Ölnachfrage nach der Krise jemals wieder die alten Höchstwerte erreichen würde. Diese Annahme scheint sich jedoch für den globalen Verbrauch von Rohöl nicht zu bestätigen, wie Frank Schallenberger, ein Experte für Ölangelegenheiten bei der Bank LBBW, in einem Interview mit der FAZ erklärte(öffnet im neuen Fenster) . Der Rückgang des Benzinverbrauchs in Deutschland kann laut Manuel Frondel, einem Wissenschaftler des Forschungsinstituts RWI in Essen, auf vier Hauptfaktoren zurückgeführt werden, wie er in einem Interview mit der FAZ erläuterte. Erstens spielt der hohe Preis eine wesentliche Rolle, da steigende Kraftstoffpreise oft zu einer reduzierten Nachfrage führen. Zweitens hat die schwache Konjunktur einen Einfluss, da eine verlangsamte Wirtschaftstätigkeit generell zu geringerem Energieverbrauch führt. Drittens trägt das häufigere Arbeiten im Homeoffice zur Senkung des Benzinverbrauchs bei, da weniger Pendelverkehr stattfindet. Viertens ist die wachsende Elektromobilität ein entscheidender Faktor, da immer mehr Menschen auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umsteigen und somit der Bedarf an Benzin sinkt.


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