Nach Bundestagshack: EU sanktioniert russische Hacker

Auf einen deutschen Haftbefehl gegen die mutmaßlichen Bundestags-Hacker folgen nun Sanktionen der EU.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Russisches Militär (Symbolbild)
Russisches Militär (Symbolbild) (Bild: WikiImages/Pixabay)

Die EU hat wegen des Hackerangriffs auf den Deutschen Bundestag im Jahr 2015 neue Russland-Sanktionen verhängt. Betroffen sind Igor Kostjukow, Leiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU, Dmitrij Sergejewitsch Badin, einer der mutmaßlichen Hacker, sowie die für den Angriff verantwortlich gemachte Militäreinheit 26165. Die Sanktionsregelung sieht vor, dass die EU Vermögenswerte einfrieren kann. Zudem gelten für die Personen EU-Einreiseverbote.

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Kostjukow sei wegen seiner Funktion "verantwortlich für die Cyberangriffe, (...) die eine externe Bedrohung für die Union oder ihre Mitgliedstaaten darstellen", heißt es im Amtsblatt der EU. Die Sanktionen gegen ihn werden mit seiner Befehlsgewalt über die Militäreinheit 26165 begründet, die für den Bundestagshack verantwortlich sein soll. Diese sei auch unter den Namen Fancy Bear, APT28, Sofacy und Strontium bekannt. Für die Einheit selbst gelten die Sanktionen ebenfalls.

Per Haftbefehl gesucht und sanktioniert

Badin ist Geheimdienstmitarbeiter und gilt als Mitglied der Hackergruppe Fancy Bear. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erwirkte im Mai einen Haftbefehl gegen ihn. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach mit Blick auf Ermittlungsergebnisse des Generalbundesanwalts zu dem Angriff bereits vor längerem von "harten Evidenzen" für eine russische Beteiligung und einem "ungeheuerlichen" Vorgang.

Dass die nun verhängten Einreiseverbote und Vermögenssperren den Betroffenen wirklich wehtun, gilt als unwahrscheinlich. Vielmehr dürften die Sanktionen als Botschaft an die russische Regierung dienen, dass sich die EU Angriffe dieser Art nicht länger gefallen lassen will. Auch wegen des Anschlags auf den russischen Oppositionspolitiker und Kremlkritiker Alexej Nawalny verhängte die EU jüngst Einreise- und Vermögenssperren gegen mutmaßliche Verantwortliche aus dem Umfeld von Präsident Wladimir Putin.

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Auch die US-Bundespolizei FBI fahndet nach Badin. Er soll unter anderem im US-Wahlkampf 2016 die Computernetzwerke der Demokratischen Partei gehackt haben und am Hack der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) beteiligt gewesen sein.

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Neben dem Bundestagshack wird Fancy Bear oder APT28 für einen Angriff auf die Bundesregierung im Jahr 2017 verantwortlich gemacht. Außer der Schadsoftware Drovorub, vor der kürzlich FBI und NSA warnten, soll auch das UEFI-Rootkit von der Hackergruppe stammen.

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PSmith 26. Okt 2020

Das sind die Worte, die mir dazu einfallen. Man sollte stattdessen mehr Geld in die IT...

dirk1405 24. Okt 2020

Die Sanktionen sind doch echt der Witz... Es war ein klarer digitaler anruft von Russland...

marc_h 24. Okt 2020

Russland erhält Sanktionen für einen vermutlichen Hack. Was genau waren die Sanktionen...


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