Nach Besuch in Katar: Musk lässt über seinen Rücktritt als Twitter-Chef abstimmen

Elon Musk hat seinen Job als Firmen-CEO in die Hände der Twitter-Nutzer gelegt. "Soll ich als Chef von Twitter zurücktreten? Ich werde die Ergebnisse dieser Umfrage akzeptieren" , hat Musk am 19. Dezember 2022 getwittert(öffnet im neuen Fenster) . Nach rund 8 der auf 12 Stunden angelegten Umfrage haben sich mehr als 14 Millionen Nutzer beteiligt. Die Mehrheit (57 Prozent) votierte zu diesem Zeitpunkt für einen Rücktritt.
Wenige Stunden zuvor hatte das Unternehmen angekündigt , keine Links mehr zu bestimmten Netzwerken wie Facebook, Instagram, Mastodon, Truth Social, Tribel, Nostr und Post zu akzeptieren. Die umstrittene Entscheidung wurde anschließend von Musk wieder relativiert(öffnet im neuen Fenster) . Konten sollten nur dann gesperrt werden, "wenn der *primäre* Zweck des Kontos die Werbung für Konkurrenten ist, was im Wesentlichen unter die Regel 'kein Spam' fällt" . Die entsprechenden Tweets(öffnet im neuen Fenster) und die Hinweisseite auf der Plattform(öffnet im neuen Fenster) waren nicht mehr erreichbar.
In den vergangenen Tagen gerieten Twitter und Musk in die Kritik, weil Konten von Journalisten gesperrt worden waren. Vorausgegangen war die Sperrung eines Accounts, auf dem der Standort von Musks Privatjet automatisch veröffentlicht wurde. Jedoch sperrte Twitter auch andere Journalisten, die kritisch über Musk oder dessen Unternehmen wie etwa Tesla berichteten.
Mit Kushner beim WM-Finale in Katar
Musk veröffentlichte die Umfrage kurz nach Mitternacht (MEZ). Zuvor hatte er Fotos vom Finale der Fußballweltmeisterschaft zwischen Argentinien und Frankreich im Wüstenstaat Katar gepostet. Er hatte das Spiel zusammen mit Jared Kushner, dem Schwiegersohn des früheren US-Präsidenten Donald Trump verfolgt. Inwieweit Musk den Besuch in Katar nutzte, um Gespräch mit Investoren aus der Region zu führen, ist unklar.
Musk hatte Twitter im vergangenen Oktober für eine Summe von 44 Milliarden US-Dollar übernommen. Zuletzt musste er ein weiteres Mal Aktien des Elektroautoherstellers Tesla im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar verkaufen, um den Twitter-Kauf zu finanzieren. Die Tesla-Aktie verlor in den vergangenen Monaten stark an Wert.
Einen Nachfolger als Twitter-Chef hat Musk nach eigenen Angaben noch nicht bestimmt. Auf die entsprechende Andeutung eines Nutzers schrieb Musk(öffnet im neuen Fenster) : "Keiner will den Job, der Twitter tatsächlich am Leben erhalten kann. Es gibt keinen Nachfolger."
Nachtrag vom 19. Dezember 2022, 12:29 Uhr
Bis zum Abschluss der Umfrage nahmen 17,5 Millionen Nutzer daran teil, darunter vermutlich etliche Bots(öffnet im neuen Fenster) . 57,5 Prozent der Teilnehmer votierten für einen Rückzug Musks von der Twitter-Spitze, 42,5 Prozent stimmten dagegen.