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Nach Ausschluss vom US-Markt: Kaspersky entlässt seine US-Belegschaft

In Kürze tritt in den USA ein Verbot für Kaspersky -Produkte in Kraft. Eigentlich wollte sich der Hersteller dagegen wehren. Stattdessen müssen die Mitarbeiter nun gehen.
/ Marc Stöckel
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Kaspersky entlässt in den USA seine Mitarbeiter. (Bild: PAU BARRENA/AFP via Getty Images)
Kaspersky entlässt in den USA seine Mitarbeiter. Bild: PAU BARRENA/AFP via Getty Images

Nach einem am 20. Juni 2024 verkündeten Verbot jeglicher Kaspersky-Software in den USA , das ab dem 20. Juli in Kraft tritt, setzt der russische Hersteller von Sicherheitssoftware in Kürze seine in den USA tätigen Mitarbeiter vor die Tür. Ursprünglich hatte Kaspersky erklärt, alle rechtlich verfügbaren Möglichkeiten ausschöpfen zu wollen, um gegen das Verbot vorzugehen. Offenkundig gibt sich das Unternehmen aber nun doch geschlagen.

Nach Angaben der investigativen Journalistin Kim Zetter(öffnet im neuen Fenster) behauptet Kaspersky in einer Mitteilung, die Auswirkungen der gesetzlichen Bestimmungen in den USA sorgfältig geprüft und bewertet zu haben. Dabei sei das Unternehmen zu dem Ergebnis gekommen, dass "die Geschäftstätigkeit in diesem Land nicht mehr tragbar" sei.

Infolgedessen habe sich Kaspersky entschieden, sein US-Geschäft ab dem 20. Juli schrittweise abzubauen und entsprechende Stellen in den USA zu streichen. Zur genauen Anzahl der betroffenen Mitarbeiter äußerte sich der Hersteller wohl nicht. Er erklärte lediglich, dass "weniger als 50 Mitarbeiter" gehen müssen. Betroffene sollen wohl Abfindungen erhalten.

Auch Partner von Kaspersky sind betroffen

Kaspersky darf in den Vereinigten Staaten infolge des Verbotes ab dem 20. Juli keinerlei Produkte und Dienstleistungen mehr anbieten. Der Abschluss neuer Verträge ist dem Unternehmen damit untersagt. Betroffen ist davon nicht nur Kaspersky selbst, sondern auch mit dem Hersteller verbundene Partner sowie Tochter- und Muttergesellschaften.

US-Bürger und -Organisationen, die bereits Kaspersky-Produkte im Einsatz haben, dürfen noch bis zum 29. September mit Updates versorgt werden. Diese Schonfrist verschafft den Betroffenen Zeit, auf Konkurrenzprodukte umzusteigen und ihre Systeme damit auch über dieses Datum hinaus angemessen abzusichern. Wer länger auf Software von Kaspersky zurückgreift, handelt auf eigene Gefahr.

Ein Risiko für die nationale Sicherheit

Das US-amerikanische Bureau of Industry and Security (BIS) hatte das Kaspersky-Verbot im Juni damit begründet, dass der Hersteller ein "inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit" darstelle. Dem Unternehmen wird etwa vorgeworfen, mit russischen Militär- und Geheimdienstbehörden zusammenzuarbeiten und die russische Regierung bei der Verfolgung ihrer Cyberspionageziele zu unterstützen.

Hierzulande ist ein Vertriebsverbot für Kaspersky-Software bisher wohl kein Thema. Das BSI hatte zwar im März 2022 eine Warnung vor der Antivirus-Software des Herstellers herausgegeben, dabei soll es einem Heise-Bericht(öffnet im neuen Fenster) zufolge aber auch vorerst bleiben.

"Das BSI beobachtet die Gefährdungslage kontinuierlich und sieht derzeit keinen Anlass, die archivierte Warnung zu aktualisieren" , so ein Sprecher der Behörde. Verbote könne das BSI selbst ohnehin nicht aussprechen, da ihm dazu die Rechtsgrundlage fehle.


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