• IT-Karriere:
  • Services:

Nach Attentat in Halle: Seehofer möchte "Gamerszene" stärker kontrollieren

Nach dem rechtsextremistisch motivierten Attentat in Halle gibt Bundesinnenminister Horst Seehofer in einem Interview der "Gamerszene" eine Mitschuld und kündigte mehr Überwachung an. Kritiker werfen ihm eine Verharmlosung des Rechtsextremismus und Inkompetenz vor.

Artikel veröffentlicht am ,
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU)
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) (Bild: Tobias Schwarz/AFP/Getty Images)

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Computerspielen eine Mitschuld an dem rechtsextremen Attentat in Halle gegeben. In einem ARD-Interview kündigte er deshalb eine stärkere Überwachung der "Gamerszene" an. Seine Äußerungen sorgten für kontroverse Reaktionen.

Stellenmarkt
  1. Pfennigparade SIGMETA GmbH, München
  2. operational services GmbH & Co. KG, Dresden, Berlin, Frankfurt am Main, München

"Das Problem ist sehr hoch. Viele von den Tätern oder potenziellen Tätern kommen aus der Gamer-Szene", sagte Seehofer der ARD, die einen Ausschnitt des Interviews auf Twitter veröffentlichte. "Manche nehmen sich Simulationen geradezu zum Vorbild. Man muss genau hinschauen, ob es noch ein Computerspiel ist, eine Simulation, oder eine verdeckte Planung für einen Anschlag, und deshalb müssen wir die Gamerszene stärker in den Blick nehmen." Damit stelle der Bundesinnenminister Computerspieler unter Generalverdacht, anstatt das beängstigende Problem Rechtsextremismus anzugehen, erklärte der Verband der deutschen Games-Branche.

Kritik von Politikern und Youtubern

Der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, Sebastian Alscher, warf Seehofer vor, erneut der rechten Szene zu signalisieren, dass sie in Deutschland weitestgehend ungestört ihre Strukturen ausbauen und pflegen könne. "Nicht haltlose Behauptungen über Computerspiele sind gefragt, sondern klare Worte, dass nun deutlich mehr Ressourcen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus bereitgestellt werden, allein um den Opfern gerecht zu werden. Stattdessen werden die gängigen Nebelkerzen geworfen, wie die Verschärfung des NetzDG und Plattformen für Computerspiele ins Visier zu nehmen", sagte Alscher.

"Die Neunzigerjahre haben angerufen und wollen ihre Killerspiel-Debatte zurück. Ernsthaft: Digitaler Rechtsextremismus ist ein riesen Problem", kommentierte der FDP-Innenpolitiker Konstantin Kuhle. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Renate Künast mahnte zur Besonnenheit: "Wir sollten mal in Ruhe auf das Problem schauen. Und genau hinsehen. Und uns nicht über das Wort Gamerszene von Seehofer in die Irre leiten lassen. Um die geht es nämlich nicht."

Der Youtuber Rezo kritisierte Seehofer auf Twitter als "krass inkompetent". Der Youtuber Peter Smits (Pietsmiet) fühlt sich an den Amoklauf in Erfurt erinnert: "Auch damals war es für Politiker leichter; die Schuld den Videospielen zuzuschieben statt an echten gesellschaftlichen Problemen zu arbeiten. Wie in dem jetzigen Fall bspw. Rechtsextremismus", schreibt Smits auf Twitter. Es sei eine Schande und unwürdig.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 399,00€ (Bestpreis! zzgl. Versand)
  2. 555,55€ (zzgl. Versandkosten)
  3. (u. a. RTX 2080 ROG Strix Gaming Advanced für 699€, RTX 2080 SUPER Dual Evo OC für 739€ und...

grimmsche 27. Okt 2019 / Themenstart

Wer wirklich erfahren möchte was zu den vielen Amokläufen führt sollte sich mit dem...

bombinho 20. Okt 2019 / Themenstart

Jupp, allerdings hättest du mir deine Gegenargumente durchaus auch als private Nachricht...

Auspuffanlage 16. Okt 2019 / Themenstart

das ist leider über 3 Jahre her^^

aLpenbog 15. Okt 2019 / Themenstart

Ich frage mich ob die lieben Politiker die sowas propagieren wirklich so wenig...

Lanski 15. Okt 2019 / Themenstart

Ich hab mich in dem Fall aber nur deinen Argumenten vollkommen angeschlossen. :D Ich...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


SSD-Kompendium

Sie werden alle SSDs genannt und doch gibt es gravierende Unterschiede. Golem.de-Hardware-Redakteur Marc Sauter stellt die unterschiedlichen Formfaktoren vor, spricht über Protokolle, die Geschwindigkeit und den Preis.

SSD-Kompendium Video aufrufen
Autonomes Fahren: Wenn der Wagen das Volk nicht versteht
Autonomes Fahren
Wenn der Wagen das Volk nicht versteht

VW testet in Hamburg das vollautonome Fahren in der Stadt - und das recht erfolgreich, wie eine Probefahrt zeigt. Als größtes Problem erweist sich ausgerechnet die Höflichkeit der Fußgänger.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektroauto Volkswagen ID.3 wird auch in Dresden montiert
  2. Volkswagen ID. Space Vizzion als Elektrokombi vorgestellt
  3. Elektroauto von VW Es hat sich bald ausgegolft

Indiegames-Rundschau: Der letzte Kampf des alten Cops
Indiegames-Rundschau
Der letzte Kampf des alten Cops

Rollenspiel deluxe mit einem abgehalfterten Polizisten in Disco Elysium, unmöglich-verdrehte Architektur in Manifold Garden und eine höllische Feier in Afterparty: Golem.de stellt die aktuellen Indiegames vor.
Von Rainer Sigl

  1. Indiegames-Rundschau Killer trifft Gans
  2. Indiegames-Rundschau Überleben im Dschungel und tausend Tode im Dunkeln
  3. Indiegames-Rundschau Epische ASCII-Abenteuer und erlebnishungrige Astronauten

Tesla-Fabrik in Brandenburg: Remote, Germany
Tesla-Fabrik in Brandenburg
Remote, Germany

Elon Musk steht auf Berlin, doch industrielle Großprojekte sind nicht die Stärke der Region. Ausgerechnet in die Nähe der ewigen Flughafen-Baustelle BER will Tesla seine Gigafactory 4 platzieren. Was spricht für und gegen den Standort Berlin/Brandenburg?
Eine Analyse von Dirk Kunde

  1. Gigafactory Tesla soll 4 Milliarden Euro in Brandenburg investieren
  2. 7.000 Arbeitsplätze Tesla will Gigafactory bei Berlin bauen
  3. Irreführende Angaben Wettbewerbszentrale verklagt Tesla wegen Autopilot-Werbung

    •  /