Nach Apple: Google will Tracking unter Android einschränken

Wie Apple will auch Google den Zugriff auf die Werbe-ID beschränken - allerdings weniger streng und mit einer völlig anderen Technik.

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Android-Nutzer könnten bald anders getrackt werden.
Android-Nutzer könnten bald anders getrackt werden. (Bild: Pexels/Pixabay)

Apple will in Kürze eine neue Datenschutzfunktion in seinem mobilen Betriebssystem iOS einführen, die den Zugriff von Apps und Werbenetzwerken auf die gerätespezifische Werbe-ID (IDFA, Identifier for Advertising) beschränkt. Auch Google überlegt nun, eine ähnliche Funktion in Android zu integrieren. Diese solle jedoch weniger streng als Apples Umsetzung sein.

So soll es laut einem Bericht von Bloomberg keinen Opt-in wie bei Apple geben, bei dem Nutzer vor dem Zugriff eines Werbenetzwerkes in einer App gefragt werden, ob dieses auf die Werbe-ID zugreifen dürfe. Über die Werbe-ID können von verschiedenen Apps gesammelte Daten einem Gerät und damit meist einer Person zugeordnet werden.

Stattdessen soll Google an einem neuen Tracking-Konzept arbeiten, dass an die Privacy Sandbox angelehnt sein könnte. Dieses soll in Googles Chrome-Browser ein "gesundes, werbefinanziertes Web" aufrechterhalten.

Statt Tracking-Cookies und Fingerprinting soll der Browser selbst die Interessen eines Nutzers mittels einer Technik namens Floc (Federated Learning of Cohorts) ermitteln, etwa über die besuchten URLs. Über ein föderiertes Netzwerk soll der Browser Nutzer mit ähnlichen Interessen finden.

Wie eine solche Privacy Sandbox in Androids App-Ökosystem aussehen könnte, ist nicht bekannt. Ohnehin können datenschutzbewusste Nutzer auf Google-freie Androidsysteme wie GrapheneOS (Test), CalyxOS (Test) oder LineageOS setzen. Da diese standardmäßig keine Apps und keinen Play Store enthalten, gibt es dort auch keine Werbe-ID.

Google will Interessen zwischen Datenschutz und Werbung ausgleichen

Dabei versucht Google laut Bericht einen Interessenausgleich zwischen Datenschutz für Verbraucher auf der einen Seite sowie Tracking und finanziellen Bedürfnissen der Werbeindustrie auf der anderen Seite. "Wir suchen immer nach Möglichkeiten, mit Entwicklern zusammenzuarbeiten, um die Messlatte für den Datenschutz höher zu legen und gleichzeitig ein gesundes, werbeunterstütztes App-Ökosystem zu ermöglichen", sagte ein Google-Sprecher Bloomberg.

Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass Google selbst ein Werbeunternehmen ist, das mehr als 100 Milliarden US-Dollar mit digitaler Werbung umsetzt. Entsprechend dürfte der Konzern vor allem Interesse daran haben, den Werbemarkt auf Android-Geräten nicht wirklich einzuschränken.

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