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Nach 60 Jahren: Spuren der ersten erfolgreichen Mondlandung entdeckt

Zwar hat die Sonde nach dem Aufsetzen Bilder geschickt, aber ihr Landeplatz blieb umstritten. Jetzt könnte sie entdeckt worden sein.
/ Mario Petzold
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Luna 9, fotografiert vor der Abreise zum Mond (Bild: Nasa)
Luna 9, fotografiert vor der Abreise zum Mond Bild: Nasa

Die sowjetische Raumsonde Luna 9(öffnet im neuen Fenster) setzte als erstes Objekt weich auf der Mondoberfläche auf. Das war am 3. Februar 1966, drei Jahre vor der bemannten Mondlandung durch die USA.

Ursprünglich hätte die Landung der Sonde sogar mit einem Teleskop beobachtet werden sollen. Nach einer Kurskorrektur, einem planmäßigen Anflug inklusive Abbremsen durch die Triebwerke, aber einer eher unsanften Landung mit berechneten 20 km/h und dem Weiterrollen der kugelförmigen, in Luftkissen eingepackten Sonde ließ sich der Standort nur noch vermuten.

Parallele Missionen entdecken Luna 9

Zwei Auswertungen der Aufnahmen des Lunar Reconnaissance Orbiters(öffnet im neuen Fenster) wollen den Landeplatz mithilfe der Bilder der seit 2009 um den Mond kreisenden Sonde gefunden haben. Dafür war maschinelles Lernen und eine Vielzahl an Helfern nötig.

Eine Studie(öffnet im neuen Fenster) des University College London, Großbritannien, und der japanischen Weltraumbehörde haben einen Algorithmus nach menschengemachten Objekten auf der Mondoberfläche suchen lassen.

Parallel dazu ließ der russische Journalist Vitaly Egorov laut New York Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) die gleichen Bilder von seiner Zuhörerschaft prüfen. Sie sollten unstimmige Pixel markieren. Anschließend dienten die Bilder, die Luna 9 damals selbst aufgenommen hatte, als Referenz, um umliegende Krater und Erhebungen zu identifizieren.

Auflösung reicht nicht

Die Schwierigkeit dabei war, dass Luna 9 schlicht zu klein ist. Mit einem Durchmesser von 58 cm kann es vom Lunar Reconnaissance Orbiter eigentlich nicht gesehen werden. Spuren der Landung und ein unstimmiges Pixel müssten somit ausreichen.

Gefunden wurden zwei mögliche Orte. Das Forschungsteam des University College identifizierte einen Punkt 5 km vom ursprünglich angenommenen Landepunkt und nennt eine Wahrscheinlichkeit von 44 Prozent, dass das auch stimmt. Die russische Untersuchung hingegen nimmt einen anderen Punkt 25 km von der bisherigen Annahme entfernt an. Mit Chandrayaan-2 befindet sich noch eine zweite Sonde im Mondorbit, die mit einer leicht höherer Auflösung einen der möglichen Fundorte bestätigen könnte.

Wichtige Erkenntnisse durch Luna 9

Pionierarbeit hatte die sowjetische Sonde 1966 nicht nur durch die erfolgreiche Landung und erste Fotos von der Mondoberfläche geleistet. Mit ihr konnte auch ausgeschlossen werden, dass der Untergrund eventuell doch ungeeignet für die Landung sein könnte, weil meterdicker Staub zum Einsinken führt.

Noch wichtiger dürfte die Messung der Strahlenbelastung auf dem Mond gewesen sein. Luna 9 maß 0,3 Millisievert pro Tag. Im Vergleich zur Erdoberfläche ist sie damit auf dem Mond 50-mal höher.


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