Nach 37 Jahren: EA verschwindet von der Börse
Electronic Arts hat ein Kapitel Unternehmensgeschichte beendet: Der aus Kalifornien stammende Publisher von EA Sports FC, Battlefield und Die Sims ist nach 37 Jahren nicht mehr an der Börse notiert.
Die bereits im Herbst 2025 angekündigte Übernahme durch ein Investorenkonsortium um den saudischen Staatsfonds Public Investment Fund (PIF), Silver Lake und Affinity Partners wurde jetzt offiziell abgeschlossen. Die EA-Aktie wurde von der Nasdaq genommen, Aktionäre erhielten 210 US-Dollar je Anteil.
Für Außenstehende wird Electronic Arts(öffnet im neuen Fenster) künftig weniger transparent: Quartalsberichte und viele andere Pflichtveröffentlichungen entfallen, auch die bisherige Investor-Relations-Seite ist nicht mehr wie gewohnt verfügbar. Entscheidungen müssen künftig nicht mehr mit Blick auf den Aktienmarkt begründet werden.
EA wurde 1982 gegründet und gehörte seit 1989 zu den bekanntesten börsennotierten Spieleunternehmen der Welt. In dieser Zeit entwickelte sich der Publisher mit Reihen wie Fifa beziehungsweise EA Sports FC, Madden NFL, Battlefield, Need for Speed und Die Sims zu einem der größten Akteure der Branche.
Gleichzeitig sorgte das Unternehmen immer wieder mit Übernahmen, Studioschließungen und Umstrukturierungen für Schlagzeilen. Viele der im Laufe der Zeit gekauften Studios produzierten nach der Übernahme nur noch wenige, teils keine neuen Erfolgstitel mehr – etwa Origin, Bullfrog, Pandemic und Westwood.
Auch Trump-Familie ist beteiligt
Die Übernahme im Wert von rund 55 Milliarden US-Dollar gilt als größter fremdfinanzierter Unternehmenskauf (Leveraged Buyout) der Geschichte. Den mit Abstand größten Anteil hält künftig der saudische Staatsfonds PIF mit rund 93 Prozent.
Kleinere Anteile entfallen auf den Finanzinvestor Silver Lake sowie Affinity Partners, die Investmentgesellschaft von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.
An der Spitze des Unternehmens bleibt zunächst CEO Andrew Wilson. Welche Folgen die neue Eigentümerstruktur langfristig für die Spieleentwicklung haben wird, ist allerdings offen. Branchenbeobachter rechnen damit, dass EA seinen Fokus noch stärker auf besonders profitable Marken wie Battlefield, EA Sports FC, Madden oder Die Sims legen könnte.
Gleichzeitig wächst die Unsicherheit für kleinere Projekte und experimentellere Produktionen, da die milliardenschwere Übernahme auch mit einer hohen Schuldenlast verbunden ist.
Ausgerechnet der erste große Release nach dem Börsen-Aus ist allerdings kein Live-Service-Spiel, sondern bietet klassische Singleplayer-Taktik: Star Wars – Zero Company erscheint am 27. August 2026.
- Anzeige Hier geht es zu Star Wars Jedi Survivor bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.