Mythos und GPT-5.5: KI-Cyberfähigkeiten verdoppeln sich alle vier Monate
Das britische AI Safety Institute (AISI) dokumentiert eine rapide Beschleunigung der autonomen Cyberfähigkeiten moderner KI-Modelle wie GPT-5.5 und Claude Mythos. In einer Analyse zeigt die Behörde auf(öffnet im neuen Fenster), dass sich die Zeitspanne, in der KI komplexe Aufgaben bewältigen kann, etwa alle vier bis fünf Monate verdoppelt. Noch im November 2025 wurde von einer Verdopplung alle acht Monate ausgegangen.
Claude Mythos und GPT-5.5 übertreffen diese Werte laut AISI, es sei aber unklar, ob dies nur einen einmaligen Sprung oder eine dauerhafte Entwicklung darstelle. Im Bereich der Softwareentwicklung werden ähnliche Beobachtungen getroffen. Hier liegt die Verdopplungszeit bei etwa 4,2 Monaten.
Die Verdoppelungszeit wird von der AISI folgendermaßen definiert: Wenn das KI-Modell Aufgaben, für die ein menschlicher Experte 15 Minuten braucht, bewältigen kann und vier Monate später Aufgaben mit einer Expertenzeit von 30 Minuten zu lösen vermag, dann beträgt die Verdoppelungszeit vier Monate.
Unternehmen sollen Mindestanforderungen an die Cybersicherheit anpassen
Die Vorschauversion von Claude Mythos war dem AISI zufolge das erste KI-Modell, das die zwei virtuellen Umgebungen, die für Tests der Computersicherheit vom AISI entwickelt wurden (Cyber Ranges), erfolgreich abgeschlossen habe, heißt es weiter. Während die erste Cyber Range in sechs von zehn Versuchen gelöst wurde, bewältigte Mythos (Analyse, g+) die zuvor ungelöste zweite Cyber Range in drei von zehn Versuchen. GPT-5.5 konnte die erste Range in drei von zehn Versuchen lösen.
Bei Aufgaben aus der Cybersuite genannten, einfacheren Testreihe erreichten beide Modelle bei den längsten Aufgaben, die bis zu 12 Stunden Expertenzeit erfordern, Erfolgsquoten von fast 100 Prozent, womit das aktuelle Testverfahren an seine Grenzen gebracht wurde.
Um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten, limitiert das AISI die KI-Modelle in seinen Tests auf 2,5 Millionen Token pro Aufgabe. Ohne diese Limitierung wären die Erfolgsquoten so hoch, dass die Zeithorizonte kaum noch berechenbar wären.
Die Geschwindigkeit des Wandels deute auf ein wachsendes Potenzial hin, dass sich KI-Cyberfähigkeiten in greifbare Risiken für Organisationen verwandeln, schreibt das AISI. Für die Abwehr von Cyberangriffen sieht die Organisation aber ebenfalls Fortschritte durch die Identifizierung von Schwachstellen mithilfe von KI. Das AISI empfiehlt Unternehmen, ihre Mindestanforderungen an die Cybersicherheit anzupassen, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.
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