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Mythos 5: Trump gibt Anthropic-KI-Sperre teilweise auf

Die USA heben das Exportverbot für Anthropics Spitzenmodell Mythos 5 teilweise auf. Fable 5 hingehen bleibt gesperrt.
/ Andreas Donath
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Fable 5 bleibt weiterhin unter Verschluss. (Bild: Anthropic)
Fable 5 bleibt weiterhin unter Verschluss. Bild: Anthropic

Die US-Regierung hat einen ihrer jüngsten umstrittenen Schritte in der Exportpolitik teilweise zurückgenommen, wie unter anderem Politico berichtet(öffnet im neuen Fenster). Das erst zwei Wochen zuvor verhängte Exportverbot für Anthropics fortschrittlichstes KI-Modell Mythos wird für eine ausgewählte Gruppe von mehr als 100 Unternehmen und Behörden aufgehoben. Begründet wurde die ursprüngliche Sperre mit der Befürchtung, das System könnte für Cyberangriffe missbraucht werden.

Die Freigabe ist jedoch nicht vollständig. Das zweite Anthropic-Modell Fable 5 bleibt weiterhin vom Export ausgeschlossen. Nach welchen Kriterien die Regierung entschied, welches Modell freigegeben und welches gesperrt bleibt, ist bislang nicht bekannt.

Verunsicherung in der KI-Branche

Das ursprüngliche Verbot hatte in der amerikanischen KI-Industrie erhebliche Verwirrung ausgelöst. Unklar war, was genau die Beschränkungen umfassten und wie weit sie künftig reichen würden. Besonders aufmerksam beobachtet wurde die Situation im Fall Anthropic, das sowohl von privaten Investoren als auch von der US-Regierung selbst unterstützt wird.

Für Unternehmen mit internationalen Kunden oder Standorten sind Exportkontrollen riskant. Die teilweise Aufhebung könnte darauf hindeuten, dass die Regierung ihre Exportpolitik für KI-Spitzenmodelle noch nicht abschließend festgelegt hat und auf pauschale Verbote verzichten will. Ob Fable 5 irgendwann ähnlich behandelt wird, bleibt offen.

Druck auf OpenAI, Treffen mit Trump

Der Fall hatte offenbar auch Auswirkungen auf Anthropics schärfsten Konkurrenten OpenAI. Berichten zufolge drängte das Weiße Haus OpenAI dazu, die Veröffentlichung des eigenen, kommenden Spitzenmodells einzuschränken. Umfang und Bedingungen dieser Einschränkungen sind noch nicht bekannt.

Diplomatisch bemerkenswert ist die zeitliche Nähe zu einem anderen Ereignis. In der vergangene Woche traf US-Präsident Donald Trump in Évian-les-Bains am Rande des G7-Gipfels mit führenden KI-Managern zusammen. Anthropic-Chef Dario Amodei nahm daran teil, ebenso OpenAI-Chef Sam Altman und Google-Deepmind-Chef Demis Hassabis.

Ob ein Zusammenhang zwischen diesem Treffen und der Entscheidung vom vergangenen Freitag besteht, ist unklar. Deutlich wird aber, wie eng Regierungspolitik und kommerzielle KI-Entwicklung inzwischen verflochten sind.


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