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MariaDB 10.0 enthält zahlreiche Neuerungen.
MariaDB 10.0 enthält zahlreiche Neuerungen. (Bild: MariaDB)

MySQL-Fork MariaDB 10.0 Beta steht zum Download bereit

Der MySQL-Fork MariaDB 10 ist in einer Betaversion erschienen. Die Version enthält viele Neuerungen aus MySQL 5.6, setzt sich aber zunehmend von MySQL ab und umfasst zahlreiche Entwicklungen, die in MySQL nicht oder anders zu finden sind.

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Der Sprung auf die Versionsnummer 10 soll nach außen hin deutlich machen, dass MariaDB mehr ist als nur eine MySQL-Distribution. Denn MariaDB entfernt sich zunehmend von MySQL, enthält immer mehr Bestandteile, die unabhängig von Oracles MySQL entstehen, so in MySQL nicht zu finden sind oder Teile von MySQL nach und nach ersetzen.

MariaDB wird dadurch zahlreiche Neuerungen enthalten und soll viele Schwachpunkte, mit denen sich MySQL- und auch MariaDB-Nutzer bisher abfinden mussten, ausbessern. Ab sofort liegt MariaDB in einer Betaversion vor und darf damit als recht stabil betrachtet werden.

Replikation

In Sachen Replikation führt MariaDB 10.0 die Global Transaction Id (GTID) ein. Diese gibt es zwar auch in MySQL, in MariaDB ist sie aber anders implementiert mit dem Ziel, die Einrichtung einer Replikation mit GTID und das Provisionieren der Slaves möglichst einfach zu machen. Dabei werden Slaves zugleich absturzsicher, was zuvor nicht der Fall war.

Zudem wird auch eine Multi-Source-Replikation unterstützt, die von Lixun Peng und Taobao entwickelt wurde. Sie erlaubt es, Daten von mehreren Master-Servern auf einen Slave-Server zu replizieren. Das ist beispielsweise dann nützlich, wenn Daten gesharded werden, es aber eine vollständige Kopie der Daten an einer Stelle geben soll. Genutzt wird dies unter anderem vom Blogdienst Tumblr, der vor kurzem von Yahoo übernommen wurde.

Die von Google finanzierte Funktion Parallel Slave sorgt dafür, dass alle Slaves auf dem gleichen Stand sind wie der Master-Server. Bislang kann es passieren, dass bei vielen Schreibzugriffen die Slaves nicht mit dem Master Schritt halten können und hinter ihm zurückfallen. Mit der neuen Funktion Parallel Slave passen sich die Slave-Server der Geschwindigkeit des Master-Servers an und wenden Binlog-Ereignisse parallel an. Auch Transaktionen werden parallel ausgeführt, wenn sie auf dem Master-Server parallel ausgeführt werden. Anders als in MySQL 5.6 gilt dies auch für Transaktionen, die die gleiche Datenbank oder Tabelle betreffen.

Storage Engines

Die Macher von MariaDB arbeiten eng mit den Entwicklern diverser alternativer MySQL-Storage-Engines zusammen, so dass MariaDB diverse Storage-Engines enthält, die in MySQL nicht enthalten sind. Dazu zählt unter anderem die "Cassandra Storage-Engine", mit der sich Daten aus der NoSQL-Datenbank Cassandra mit Daten in MariaDB kombinieren und Cassandra-Daten schreiben und lesen lassen. Zudem kann ein MariaDB-Server so mit einem Cassandra-Ring verbunden werden.

Die Storage-Engine Connect erlaubt es, über MariaDB Daten aus beliebigen Quellen, wie CSV- oder XML-Dateien, oder anderen Datenbanken per SQL abzufragen. Aber auch Daten anderer MySQL-Server und anderer Quellen, die per ODBC zugänglich sind, kann Connect nutzen. Dabei lassen sich auch Tabellen erzeugen, die nur aus einer Liste von Tabellen bestehen, ähnlich wie es die Storage-Engine Merge tut. Auch Connect-Tabellen können auf diese Weise in andere Connect-Tabellen integriert werden, so dass Tabellen erzeugt werden können, deren Daten auf verschiedenen Servern verstreut liegen. Gedacht ist dies vor allem für Business-Intelligence-Systeme, bei denen Daten aus vielen Quellen zusammengeführt werden sollen.

Die Sequence-Storage-Engine erzeugt numerische Sequenzen, die im Speicher gehalten und in Queries genutzt werden können. Damit lassen sich beispielsweise Löcher in Datenbanken oder Gruppen von Werten finden, die Kriterien wie ein Mehrfaches von 3 unter 100 auswählen. Diverse Nutzungsszenarien für Sequence sind in einem MariaDB-Artikel aufgeführt.

Die von Kentoku Shiba entwickelte Storage-Engine Spider enthält Sharding-Funktionen, um Daten zu partitionieren und Daten unterschiedlicher MariaDB-Instanzen zu behandeln, als lägen sie auf der gleichen Instanz.

Die von Tokutek entwickelte TokuDB ist für anspruchsvolle Aufgaben mit hoher Schreibrate ausgelegt. Damit sollen sich Daten in der Größenordnung mehrerer TByte effizient verwalten lassen. Dazu setzt TokuDB auf Fractal Tree Indexing, womit sich Inserts bis zu 80-mal schneller abwickeln lassen sollen als mit herkömmlichen MySQL-Storage-Engines. Dadurch können schon während der Index-Erstellung Daten abgefragt werden. Auch erlaubt es TokuDB, jederzeit Spalten hinzuzufügen oder zu löschen, ohne dass dadurch Querys ausgebremst werden. Darüber hinaus sorgt TokuDB von Hause aus für eine Kompression der Daten. Es sollen sich laut den Benchmarks von Tokutek Kompressionsraten von bis zu 26:1 erzielen lassen, während InnoDB mit seiner Kompression auf maximal 4:1 kommt.

Optimierte Querys

Statistiken stellt MariaDB unabhängig von der verwendeten Storage-Engine bereit. Bisher waren die Storage-Engines dafür zuständig und die Datenqualität eher mäßig. Mit MariaDB 10 ändert sich das, was auch zur besseren Ausführung von Querys führen soll, denn der Query-Optimizer greift auf diese Daten zurück. Nutzer sollen dadurch von kürzeren Antwortzeiten profitieren.

Histogramme sollen die Query-Optimierung verbessern. Sie können für Spalten mit und ohne Index erzeugt werden und werden ebenfalls vom Query-Optimizer genutzt.

Zudem wandelt MariaDB Subquerys mit EXISTX in Subquerys mit IN um. Das erlaubt es, entsprechende Abfragen zu optimieren.

Verbesserungen für Administratoren

Auch Datenbankadministratoren soll MariaDB 10 das Arbeiten erleichtern: Dazu werden unter anderem Rollen eingeführt, denen bestimmte Berechtigungen und dann Nutzer zugewiesen werden können. Entwickelt wurde dies von Vicențiu Ciorbaru im Rahmen des Google Summer of Code.

"SHOW EXPLAIN" zeigt einen Query-Plan aller laufenden Abfragen an. Zudem kann EXPLAIN auch im Slow-Query-Log und für INSERT, UPDATE und DELETE-Abfragen eingesetzt werden, wie in MySQL 5.6. Aber auch hier weicht die Implementierung ab. "SHOW PLUGIN SONAME" listet alle Plugins auf, unabhängig davon, ob diese installiert sind oder nicht. Mit "SHUTDOWN" lässt sich der Server nun per SQL herunterfahren.

Der Befehl "KILL QUERY ID" erlaubt es, einzelne Querys anhand ihrer ID abzuschießen statt anhand der zugehörigen Thread-ID. Das soll Race-Conditions vermeiden. Zudem ist es möglich, die Speicherbelegung je Verbindung anzuzeigen.

Weitere Neuerungen

Darüber hinaus wurde die Bibliothek für reguläre Ausdrücke gewechselt, so dass nun PCRE zum Einsatz kommt. Damit werden auch neue SQL-Funktionen wie REGEXP_REPLACE, REGEXP_SUBSTR und REGEXP_INSTR eingeführt. Mit "DELETE ... RETURNING" kann man sich eine gerade gelöschte Zeile zurückgeben lassen.

Der Befehl "ALTER" kann mit einem "IF" und "IF NOT" verknüpft werden, um zu testen, ob eine Spalte oder ein Index bereits besteht. Dynamische Spalten, bei denen jede Zeile eine andere Zahl von Spalten enthält, können in der neuen Version auch mit Namen versehen werden. Bislang wurden diese nur nummeriert.

Aus MySQL 5.6 wurden die Verbesserungen an InnoDB übernommen. Gleiches gilt für Performance Schema, Online ALTER, Filesort-Optimierungen, Berechtigungen zum Erzeugen von temporären Tabellen, erweiterte Zeichensätze, neue Diagnosefunktionen und Umwandlungen von und in Base64.

Download

Die Betaversion MariaDB 10.0.0.5 steht ab sofort unter downloads.mariadb.org zum Download bereit.


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teenriot 11. Nov 2013

Cursor erklären nicht den Unterschied in Größenordnungen. Der Witz ist aber das ich bei...

elgooG 11. Nov 2013

Also Connect scheint ja schon mal viele Fortschritte zu bringen, aber mir fehlt bei MySQL...

theuserbl 10. Nov 2013

Natürlich ist es mehr. Es ist ja schließlich vom MySQL-Entwickler und MySQL AB...



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