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MX Series im Hands on: Logitechs edle Eingabegeräte

Beleuchtet, tolles Tippgefühl und kabellos, dazu eine Maus mit magnetischem Schweizer Präzisionsrad: Logitech hat neue Eingabegeräte für seine Premium-Reihe veröffentlicht – beide unterstützen USB Typ C. Golem.de konnte MX Keys und MX Master 3 unter Windows und MacOS bereits ausprobieren.
/ Peter Steinlechner
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Artwork der MX Series (Bild: Logitech)
Artwork der MX Series Bild: Logitech

Vermutlich träumt fast jeder Redakteur von der perfekten Tastatur: Sie müsste all die News, Meldungen und sonstige Texte irgendwie von ganz allein schreiben können. Einfach die Finger auflegen, schon fließen die Buchstaben nur so dahin. Wie der Autor dieser Zeilen gerade feststellt: In der Praxis läuft es meist anders. Damit der Leser trotzdem etwas zum Schmökern hat, hilft es enorm, wenn wenigstens das Handwerkszeug stimmt. In diesem Fall ist es die von Logitech(öffnet im neuen Fenster) bereitgestellte Tastatur MX Keys, daneben liegt die neue Maus MX Master 3.

Um das Ganze mal einzuordnen: Die beiden Eingabegeräte sind Teil der Premium Collection von Logitech, zusammen werden sie als MX Series vermarktet. Die Tastatur hat zwar keine Ziffer im Namen, aber dennoch ein Keyboard mit der Bezeichnung Craft als Vorgänger. Der größte Unterschied ist, dass der Hersteller bei der kabellosen MX Keys ein großes klobiges Rad am linken Rand weggelassen hat – das Ding wurde von kaum einem Anwendungsprogramm sinnvoll unterstützt.

Nach wie vor sind einige Tasten doppelt beschriftet, nämlich gleichzeitig für Anwender mit Windows und für Nutzer mit MacOS – wobei hier nichts weiter konfiguriert werden muss und kann, die Beschriftung dient nur dazu, dass man die benötigten Tasten im Notfall findet. Tatsächlich doppelte Funktionen gibt es am oberen Rand, wo wir manuell zwischen Funktionstasten und Multimediakeys wechseln können.

Bei der MX Keys sitzen die Tasten etwas strammer im Metallgehäuse, dabei federn sie spürbar stärker zurück als im Vorgänger. Das gesamte Keyboard wiegt 796 Gramm, dank Gumminoppen an der Unterseite ist es so gut wie absolut rutschfest – wer es absichtlich verschieben will, um Platz für anderes zu schaffen, kann es sogar fast zu rutschfest finden. Das Schreibgefühl erinnert uns an ältere Tastaturen von Apple und an das Modern Keyboard von Microsoft.

Ein Unterschied ist, dass es für die Fingerkuppen in der MX Keys kleine Mulden gibt, was sich ganz angenehm anfühlt. Wichtiger: Die Logitech-Tastatur verfügt über eine Beleuchtung, was das Arbeiten zu später Stunde – bei Golem.de kommt das vor – sehr erleichtert. Um Energie zu sparen, geht die nur in Weiß verfügbare Beleuchtung ziemlich schnell aus, sobald wir unsere Hände von ihr entfernen.

Sobald wir weiterschreiben wollen, merkt das ein Annäherungssensor über (für uns) unspürbare elektrische Felder und schaltet das Licht wieder ein. Die Helligkeit können wir mit zwei Tasten selbst festlegen, zusätzlich passt sie ein weiterer Sensor an die Umgebung an – in der Praxis funktioniert das alles völlig problemlos.

Der Akku hält laut Logitech ohne Beleuchtung rund fünf Monate, mit Beleuchtung sind es rund zehn Tage – wir können diesen Wert ungefähr bestätigen. Sobald nur noch zehn Prozent Ladekapazität zur Verfügung stehen, gibt es eine Warnung und das Licht wird deaktiviert, worauf wir noch mal zehn Tage im Dunkeln weitertippen könnten.

MX Keys verfügt zum Laden über einen USB-C-Anschluss. Das mitgelieferte, rund einen Meter lange Kabel hat am einen Ende ebenfalls USB Typ C und am anderen USB 2.0, so dass das Gerät an praktisch jedem Rechner angeschlossen und aufgeladen werden kann.

Maus mit Magneten

Das gleiche Kabel liegt auch der MX Master 3 bei, die also ebenfalls über USB Typ C aufgeladen wird. Die neue Version der Maus wurde aber in einem noch wichtigeren Bereich verbessert: Das Metallrad zwischen den beiden Tasten sieht zwar aus wie beim Vorgänger, wurde aber von Grund auf neu konstruiert. Statt einer Mechanik mit ineinandergreifenden Teilen kommt nun ein berührungsloses System mit zwei Magneten zum Einsatz, von denen unsere Drehungen erfasst werden.

Das Ergebnis: Während die Master 2 zwar sehr leicht durchläuft, aber dabei ordentlich klappert und ratscht, bewegt sich das neue Rad wesentlich leiser und präziser, zusätzlich rastet es satter ein – der Unterschied ist deutlich spürbar. Laut Logitech ist das neue Rad außerdem in der Lage, pro Sekunde bis zu 87 Prozent mehr Daten ans Betriebssystem zu übertragen, wovon wir allerdings schlicht nichts bemerkt haben. Übrigens wird die Komponente laut Hersteller in der Schweiz produziert und dann für die Endmontage nach Asien geliefert.

Es gibt noch eine Reihe weiterer Optimierungen, insbesondere die seitlich angebrachten Vorwärts- und Zurücktasten finden wir nun deutlich besser. Ganz grundsätzlich liegt die nur für Rechtshänder geeignete Maus mit ihrem Gewicht von 141 Gramm genauso gut in der Hand wie der Vorgänger.

Ebenfalls unverändert ist die Akkulaufzeit von rund 70 Tagen; drei Minuten Ladezeit reichen dann wieder für einen Arbeitstag. Als Sensor kommt erneut der MX Darkfield mit 4.000 dpi zum Einsatz, der auch auf Glas funktioniert.

Die beiden Eingabegeräte funktionieren grundsätzlich auch ohne mitgelieferte Software unter Windows (ab Windows 7) und MacOS (ab Version 10.13) sowie laut Logitech auch mit den meisten Linux-Distributionen; die Tastatur kann außerdem mit mobilen Endgeräten unter iOS (ab Version 9) und Android (ab Version 6) betrieben werden.

Am Rechner kann man Tastatur und Maus per Kabel anschließen, drahtlos über Bluetooth LE oder mit dem beiden Geräten beigelegten Unifying-Empfänger – das ist ein winziger Dongle, den man dauerhaft in einen USB-Port steckt ( was für gewisse Sicherheitslücken sorgt ). Wir hatten mit Bluetooth und Windows 10 keine Probleme, mit MacOS aber schon – die Verbindung wurde erst nach dem Bildschirm mit der Passworteingabe aufgebaut. Sprich: Zur Passworteingabe mussten wir ein anderes Keyboard einstöpseln. Das Problem ist bekannt und hat nichts mit Logitech zu tun, sondern betrifft laut diversen Foren im Internet sogar Besitzer drahtloser Tastaturen von Apple selbst.

MX Master 3 (Herstellervideo)
MX Master 3 (Herstellervideo) (00:55)

Null Probleme hatten wir dann auf allen Geräten mit dem Unifying-Empfänger. Das Ding tut offenbar so, als ob die Eingabegeräte per Kabel angeschlossen sind – großartig! Dafür ist dann zwar die Installation der mitgelieferten Software von Logitech nötig, die verrichtet aber nach dem völlig unkomplizierten Einrichten ihren Dienst still und unsichtbar.

Bei Tastatur und Keyboard können wir mit Hilfe von drei Tasten (Tastatur) oder einem Drehschalter (Unterseite der Maus) bis zu drei unterschiedliche Geräte ansteuern. Wie bei den Vorgängern ist es möglich, Texte und Bilder per Copy-and-Paste-Befehl zwischen den Systemen zu übertragen.

MX Master 3 und MX Keys sind ab sofort über Logitech.com und im Handel für jeweils rund 110 Euro verfügbar. Eine Handballenauflage für die Tastatur (MX Palm Rest) kostet rund 20 Euro.


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