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MVNO: Lebara trennt sich von unsicheren Händlern

Wer SIM-Karten von Lebara ohne Registrierung verkauft, wird aus dem Händlernetz ausgeschlossen. Wir haben mit Deutschland-Chefin Katja Schumacher gesprochen.
/ Achim Sawall
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Das Team von Lebara Deutschland (Bild: Lebara Deutschland)
Das Team von Lebara Deutschland Bild: Lebara Deutschland

Internationale Telefonie nimmt von Jahr zu Jahr ab. Das sagte Lebara Deutschland-Chefin Katja Schumacher im Gespräch mit Golem. Der bisherige Ethno-Prepaid-Anbieter will sich zum Full MVNO mit Postpaid im Netz der Telefónica wandeln. Der Vertrieb läuft in erster Linie online, aber auch noch über kleine Handyshops, womit es aber auch Probleme gibt. Schumacher sagte: "Ich lege größten Wert darauf, dass meine Karten vernünftig registriert werden. Das macht nicht jeder Händler. Es gibt genug Händler, die die Karten unregistriert herausgeben. Das möchte ich nicht. Von solchen Leuten trenne ich mich."

Lebara befindet sich im Wandel, wie Schumacher schildert. "Bis zu diesem Sommer hatten wir im eigenen Core-Netz kein VoLTE, Wi-Fi Calling oder eSIM. Wir waren also erst mal damit beschäftigt, Basics hinzustellen." Davor habe die Erkenntnis gestanden: "Wir müssen eine Menge von dem, was wir bisher machen, verändern, sonst werden wir uns nicht zukunftsfähig ausrichten können. Das machen wir seit zweieinhalb Jahren."

Eigener Core steht in Großbritannien

Marko Hetzel, Operations Director der Lebara in Deutschland, sagte Golem: "Lebara hat 2022 die strategische Entscheidung getroffen, sich von einem Light MVNO zu einem Full MVNO zu entwickeln. Zu diesem Zweck hat Lebara in Deutschland als Bestandteil der Lebara Gruppe grundlegende Netzkomponenten des Mobilfunknetzes, unter anderem wichtige Teile des EPC (Enhanced Packet Core) und des IMS (IP Multimedia Subsystem), zentral in Europa für alle Lebara-Länder inklusive der Lebara Deutschland aufgebaut und nutzt in Deutschland das Funknetz der Telefónica."

Neue Funktionalitäten wie die vor Kurzem eingeführt eSIM für Postpaid- und Prepaid-Kunden habe man so "schnell an den Start bringen" können.

Nach der Neupositionierung hat Lebara jedoch auch 300.000 Kunden verloren. Das lag an "nicht korrekt aktualisierten Kundenadressdaten, Sprachbarrieren und phasenweise ausgelasteten Servicewegen" sagte Schumacher zuvor dem Magazin Connect(öffnet im neuen Fenster) . Nun habe man die Tarife vereinfacht: ohne Datenautomatik, mit großzügigem Datenvolumen und einem Roaming-Angebot in über 110 Ländern. Kundenzahlen und Angaben zu Gewinn und Verlust veröffentlicht das Privatunternehmen nicht.


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