MVNO: Freenet will auf das künftige Netz von United Internet

Das künftige 5G-Netz von United Internet hat schon den ersten Interessenten. Freenet sieht die Bedingungen durch die Bundesnetzagentur verbessert.

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Freenet Aktionärversammlung: keine Zustimmung zu eigener Infrastruktur
Freenet Aktionärversammlung: keine Zustimmung zu eigener Infrastruktur (Bild: Freenet)

Freenet-Chef Christoph Vilanek will das künftige Netz von United Internet mitnutzen. "Natürlich wollen wir auch auf das Netz von United Internet", sagte Vilanek im Gespräch mit der Welt. Dazu wolle er Gespräche führen.

Der MVNO (Mobile Virtual Network Operator) befürwortet den Bau eines vierten Mobilfunknetzes in Deutschland. "Wettbewerb ist grundsätzlich wünschenswert. Wir haben in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern eine relativ schlechte Netzabdeckung." Wettbewerb sei deshalb auch in der Infrastruktur zu begrüßen. "Hätten wir nicht zusammen mit anderen Anbietern in der Vergangenheit diesen Wettbewerb angeheizt, hätte sich ein Oligopol und ein Nichtangriffspakt gebildet", meinte Vilanek.

Neben den drei Mobilfunkbetreibern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica beteiligt sich auch United Internet mit seiner Tochter Drillisch an der laufenden Frequenzauktion für 5G, die in der 191. Runde gerade 5,3 Milliarden Euro erreicht hat.

Freenet will auf alle Netze

Der Freenet-Chef sieht seine Position durch die 5G-Lizenzbedingungen gestärkt. "Unsere Situation verbessert sich nun dramatisch, weil die Bundesnetzagentur in den Lizenzbedingungen ein technologieneutrales Verhandlungsgebot festgelegt hat." Außerdem gebe es ein Diskriminierungsverbot. "Man darf uns keine schlechteren Bedingungen für die Nutzung der Netze anbieten, als sie innerhalb der eigenen Unternehmen gelten", sagte Vilanek. Dies gelte auch für das potenzielle Netz von United Internet.

Der Freenet-Chef verteidigte seine Entscheidung, nicht an der 5G-Mobilfunk-Auktion teilzunehmen. "Zum einen sehen wir schon jetzt, dass die Gebote sehr hoch sind. Zum anderen müsste ich ein komplettes Netz aufbauen, das sich ja nicht auf 5G beschränkt. Es müsste auch abwärtskompatibel sein." Dies könne mehr als 10 Milliarden Euro kosten. Freenet habe als Aktiengesellschaft am Kapitalmarkt eine klare Position, die keine Investitionen in Infrastruktur vorsehe. "Eine Auktionsbeteiligung wäre eine klare Abkehr davon gewesen."

Nach der Übernahme von Media Broadcast im Jahr 2016 betreibt der Konzern nicht nur das terrestrische Antennenfernsehen DVB-T2. Mit seiner Mehrheitsbeteiligung Waipu bietet Freenet auch einen Internet-TV-Dienst an, der ab Mai auch als O2-TV von der Telefónica vermarktet wird. Dieses Geschäft soll ausgebaut werden. "Fernsehen ist für uns kein Hobby", sagte Vilanek. Im vergangenen Jahr habe Freenet damit 280 Millionen Euro umgesetzt. 20 Prozent des Ergebnisses komme aus diesem Geschäft. "Dieser Anteil wird in den nächsten Jahren deutlich steigen."

Waipu erwirtschaftete im Jahr 2018 einen Verlust von 15 Millionen Euro. Im laufenden Jahr werden es mindestens zehn Millionen Euro sein. Ab 2021 erwartet man "positive Beiträge".

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