Mutmaßlicher Raketentest: Strahlendes Material bei Explosion in Russland freigesetzt

Auf einem Waffentestgelände im Norden Russlands ist es zu einer Explosion gekommen. Mehrere Menschen starben, es wurde radioaktives Material freigesetzt.
Die Explosion ereignete sich auf einer Plattform im Weißen Meer nahe Archangelsk. Dort wurde nach Angaben der russischen Atombehörde Rosatom(öffnet im neuen Fenster) "ein Flüssigkeitsantriebssystem mit Isotopen" getestet. Bei dem Unfall kamen fünf Mitarbeiter von Rosatom sowie zwei Angehörige des russischen Militärs ums Leben.
Es wird vermutet, dass der Unfall beim Test eines Marschflugkörpers mit Atomantrieb passierte. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte Anfang vergangenen Jahres in einer Rede bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster) , dass Russland über "eine kleine Hochleistungs-Kernenergieeinheit, die in eine Rakete eingebaut werden kann" , verfüge.
Der Unfall ereignete sich bereits am vergangenen Donnerstag, aber erst am Wochenende gaben die russischen Behörden zu, dass dabei auch radioaktives Material freigesetzt wurde. Laut offiziellen Quellen lag die Strahlenbelastung bei 2 Mikrosievert über ein halbe Stunde. Sievert gibt die biologische Auswirkung von radioaktiver Strahlung auf Menschen, Tiere oder Pflanzen an.
Die Behörden der nahegelegenen Stadt Sewerodwinsk hatten am Donnerstag eine Mitteilung über einen kurzzeitigen Anstieg der radioaktiven Strahlung veröffentlicht. Diese verschwand aber nach kurzer Zeit wieder. Russische Medien berichteten, dass die Bewohner der Städte nahe dem Testgelände massenhaft Jod-haltige Medikamente gekauft hätten. Diese seien in Apotheken in Archangelsk ausverkauft gewesen.



