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Mutmaßlicher Netflix-Millionen-Betrug: Regisseur Carl Rinsch steht vor Gericht

Regisseur Carl Rinsch sollte Netflix eine teure Sci-Fi-Serie liefern. Tat er nicht, hat aber mutmaßlich einiges an Geld veruntreut – dafür steht er vor Gericht.
/ Peter Osteried
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Carl Rinsch im September 2023 (Bild: John Sciulli/Getty Images)
Carl Rinsch im September 2023 Bild: John Sciulli/Getty Images

Der Regisseur Carl Rinsch ist am vergangenen Dienstag verhaftet und einem Richter vorgeführt worden. Wie die US-Nachrichtenagentur AP(öffnet im neuen Fenster) am Mittwoch berichtete, wird Rinsch vorgeworfen, dass er Netflix um 11 Millionen US-Dollar betrogen habe. Geld, das er genutzt haben soll, um seinen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren.

Rinsch, der zuvor den Keanu-Reeves-Film 47 Ronin inszenierte, wird AP zufolge Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Sein Projekt soll den Zweck gehabt haben, Netflix um Millionen zu prellen.

Laut dem Staatsanwalt habe Netflix ihm 44 Millionen US-Dollar gezahlt, um eine von Rinsch zwar begonnene, aber nie fertiggestellte Sci-Fi-Serie zu erwerben(öffnet im neuen Fenster) . Rinsch habe später erklärt, dass er noch 11 Millionen Dollar mehr brauche, um das Projekt abzuschließen.

Doch statt das Geld in die Produktion zu stecken, wie es mit den 44 Millionen US-Dollar davor geschehen sei, habe er es auf einen persönlichen Broker-Account überwiesen, von dem aus er offenbar Investments tätigte, mit denen er die Hälfte der 11 Millionen US-Dollar verlor.

Den Rest des Geldes soll Rinsch in Kryptowährungen gesteckt haben, was für ihn profitabel gewesen sei. Die Gewinne habe er auf sein persönliches Bankkonto übertragen.

Rinsch soll zehn Millionen US-Dollar für seinen Lebensstil ausgegeben haben, darunter 1,8 Millionen für Kreditkartenzahlungen, 1 Million für Anwälte, um Netflix auf mehr Geld zu verklagen, 3,8 Millionen für Möbel und Antiquitäten, 2,4 Millionen für fünf Rolls-Royces und einen Ferrari und gut 650.000 US-Dollar für Uhren und Kleidung.

Von Los Angeles nach New York

Der 47-jährige Rinsch wurde dem AP-Bericht zufolge in West-Hollywood verhaftet und am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt. Auf die Frage des Richters, ob er die Anklage gelesen habe, habe er erwidert, dass er das getan, aber die Anschuldigungen nicht verstanden habe. Rinsch kam gegen eine Kaution von 100.000 Dollar frei. Für die Hauptverhandlung, die noch nicht angesetzt ist, muss er in New York erscheinen.


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