Mutant Year Zero im Test: Xcom plus postnukleare Ente

Die Taktiküberraschung der Saison schmeckt nach Geflügel: Das düstere, witzige und fordernde Mutant Year Zero macht vor, wie ein gutes Taktik-Rollenspiel funktioniert. Fans von Fallout und Xcom sollten zubeißen.

Artikel von Jan Bojaryn veröffentlicht am
Artwork von Mutant Year Zero - Road to Eden
Artwork von Mutant Year Zero - Road to Eden (Bild: The Bearded Ladies)

Der Untergang unserer Zivilisation ist nicht lustig, eigentlich eher deprimierend. Aber wenn ein Warzenschwein in Panzerweste nachdenklich neben einem vergilbten Plastik-Kinderspielhaus steht und grübelt, wie klein die Menschen wohl gewesen sein müssen, die einst darin gewohnt haben - dann finden wir das auch zum Schmunzeln.

Inhalt:
  1. Mutant Year Zero im Test: Xcom plus postnukleare Ente
  2. Verfügbarkeit und Fazit

Der absurde Humor von Mutant Year Zero: Road to Eden ist eng mit dem Szenario verbunden. Die Welt stammt aus einem Pen-and-Paper-Rollenspiel der 80er Jahre: Ähnlich wie in Fallout sorgt ein Atomkrieg für den Untergang unserer Zivilisation. Die wenigen überlebenden und stark mutierten Menschen versammeln sich in einem befestigten Schrottberg, den sie Arche nennen. Von dort ziehen Stalker in die bedrohliche Wildnis der umliegenden Zone, um lebensnotwendige Ressourcen zu ergattern.

Mutant gilt im Herkunftsland Schweden als Klassiker. Vor wenigen Jahren wurde es mit dem Untertitel Year Zero neu aufgelegt und erweitert. Damals erschien auch eine Erweiterung, in der Spieler menschenartige Tiere verkörpern. Und auf dieser üppig gewucherten Basis ist jetzt ein kompaktes Rollenspiel entstanden, bei dem Kämpfe und Taktik im Vordergrund stehen, nicht Story und Charaktere.

Die Regeln des Originals sind nicht im Computerspiel gelandet, stattdessen zeigen sich die harten Kämpfe im Herzen von Mutant Year Zero deutlich von Xcom inspiriert. So schleichen wir zwar in Echtzeit durch die Wildnis, aber sobald der Kampf eröffnet wird, wechselt das Programm zur guten, alten Rundentaktik. Xcom-Veteranen erkennen fast alles wieder: Helden und Gegner handeln abwechselnd, jeder Kämpfer hat zwei Aktionspunkte, Trefferchancen werden dick als Prozentzahl eingeblendet, Deckung ist überlebensnotwendig.

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Dass sich Mutant Year Zero dennoch anders anfühlt, liegt auch an der Atmosphäre. Zum Start des Spiels reisen wir nur mit der Ente Dux und dem Wildschwein Bormin in die Zone. Im Verlauf des Spiels treffen wir auf ein paar menschliche und tierische Mutanten, mit denen wir verschiedene Gruppen zusammenstellen können; aber immer kämpfen nur höchstens drei Helden auf einmal.

Die Mutanten entwickeln mit steigenden Levels interessante Kräfte, können kurz fliegen, Blitze schleudern oder den Gegner von Baumwurzeln festhalten lassen. Die minimal verzweigten Talentbäume erinnern eher an Brett- als an Rollenspiele. Aber sie bieten interessante Optionen und lassen sich auf dem Schlachtfeld gut kombinieren.

  • So schön blüht die Welt nach dem Untergang. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
  • In den Kisten warten wichtige Waffen und Ausrüstungsstücke. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
  • In den Kämpfen zeigt Mutant Year Zero den hohen Detailgrad der Figuren. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
  • Warum wurden diese Häuser in die Länge gebaut? Es macht Spaß, die Ruinen durch die Augen der Mutanten zu entdecken. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
  • Um die roten Linien der Wahrnehmung müssen wir herumschleichen, dann klappt es mit dem Hinterhalt. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
  • In der Arche können wir die Ausrüstung verbessern. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
  • Dieser heisere Dampfplauderer ist der Chef der Arche. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
  • Der Talentbaum ist simpel, bietet aber interessante Optionen. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
  • Gute Ausrüstung ist rar - und überlebensnotwendig. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)
So schön blüht die Welt nach dem Untergang. (Bild: The Bearded Ladies/Screenshot: Golem.de)

Die Kämpfe sind kleiner und kürzer, vor allem aber gefährlicher als in Xcom. Die Schusswechsel sind übersichtlich - oder tödlich. Wir sind ja nur zu dritt, und auch die Zahl der Gegner können wir beeinflussen. Jeder Widersacher hat einen gut sichtbaren Wahrnehmungsbereich. Wenn wir einfach angreifen, dann alarmieren sich die Ghuls, Roboter und Kultisten gegenseitig und überrennen uns in wenigen Runden.

Also achten wir darauf, dass die Teammitglieder sorgfältig herumschleichen, Hinterhalte vorbereiten, isolierte Kämpfer möglichst einzeln ausschalten und dabei nichts dem Zufall überlassen. Wenn es gelingt, Gegner mit leisen Waffen umzubringen, bevor sie handeln können, dann hat niemand etwas gehört.

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FlyingDaedalus 20. Dez 2018

25% Chance dass der Schuss daneben geht, wieso überrascht dies?

ElMario 14. Dez 2018

Das war damals mein absolutes Lieblingsspiel fieses Generes...noch vor Xcom...aber hinter...

gema_k@cken 14. Dez 2018

Story ist (mir) wichtig.


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