"Muslim Rage": Newsweek-Cover löst Spott und Ärger aus

Das US-Magazin Newsweek wollte mit einem Titel über die "muslimische Wut" Auflage machen. Aufmerksamkeit bekam das Heft - allerdings anders als erwartet.

Artikel veröffentlicht am , tsc/Juliane Leopold
Newsweek Cover
Newsweek Cover (Bild: Newsweek/Screenshot: Golem.de)

Die Proteste gegen das islamfeindliche Video aus den USA waren in den vergangenen Tagen das bestimmende Thema der Nachrichten. Insofern ist es wenig überraschend, wenn ein großes Wochenmagazin aus den USA die zum Teil gewalttätigen Proteste gegen den Mohammed-Film als Titelgeschichte auswählt: Das Thema verspricht Aufmerksamkeit und Leser. Das Nachrichtenmagazin Newsweek hat sich damit allerdings keinen Gefallen getan.

Stellenmarkt
  1. Software Developer Automotive Products (m/f/d) (m/w/d)
    AKKA, Stuttgart
  2. Mitarbeiter (m/w/d) Instructional Design & Medienproduktion Schwerpunkt Anforderungsmanagement ... (m/w/d)
    FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Essen
Detailsuche

"Muslim Rage" (Muslimische Wut) prangt in riesigen Lettern auf dem aktuellen Cover des Magazins, darunter ein Foto von Protesten gegen das Schmähvideo. "Wie ich sie überlebte - wie wir sie beenden können" lautet die Titelgeschichte der umstrittenen Islam-Kritikerin Ayaan Hirsi Ali. Schon der sensationsheischende Titel und das klischeehafte Bild lösten ersten Ärger und Kritik an Newsweek aus: Das Magazin fördere damit Islamhass, das Cover sei fast so gefährlich wie das Mohammed-Video, kommentierte etwa ein Journalist des Guardian. Doch Newsweek legte noch einen drauf.

Die Redaktion rief über Twitter dazu auf, die Titelgeschichte zu diskutieren und unter dem Schlagwort #muslimrage eigene Erfahrungen mit muslimischer Wut zu beschreiben. Der Aufruf zeigte Wirkung: Newsweek bekam die Aufmerksamkeit, die es wollte - allerdings aus einer ganz anderen Richtung.

Bei Twitter begann sich unter dem Schlagwort eine Welle von Hohn und Spott über Newsweek zu ergießen. Muslime und Nichtmuslime machten ihrem Ärger über das plumpe Cover mit ironischen und absurden Beispielen Luft. "Die 72 Jungfrauen haben sich als Männer entpuppt", schrieb ein Nutzer. "Schawarma ohne Knoblauchsauce?", ein anderer. Tweet für Tweet wurde Newsweek auf die Schippe genommen, auch auf Plattformen wie Tumblr und in Blogs werden fleißig weitere Beispiele gesammelt.

Golem Karrierewelt
  1. Adobe Photoshop für Social Media Anwendungen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    24./25.08.2022, virtuell
  2. Adobe Photoshop Aufbaukurs: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    25./26.08.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ein Newsweek-Cover Ärger auslöst. Im Mai etwa war Barack Obama auf dem Titel mit der Schlagzeile Der erste schwule Präsident. Oder die Ausgabe vom August 2011 mit der Tea-Party-Politikerin Michele Bachmann und dem Titel Die Königin der Wut. Und auch zum Islam hatte das Magazin schon problematische Titel: Warum sie uns hassen heißt es auf dem Titel vom 28. September 2001, unmittelbar nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York. Auf dem Bild dazu ist ein kleiner muslimischer Junge mit einem Plastikgewehr zu sehen.

Vom Tweet des Anstoßes über den ersten Ärger bis hin zur Verbreitung der Häme im Netz lässt sich #muslimrage nachverfolgen:

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


H-D-F 27. Sep 2012

Ich glaube das Problem ist eher die Ablenkung von soziologischen/gesellschaftlichen...

Lala Satalin... 21. Sep 2012

Noch einfacher: Alle Religionen verbieten! Genauso absurd wie dein Vorschlag, würde aber...

Chl3B 20. Sep 2012

Stimme dir da zu: Im Kindergarten bekamen auch die Kinder, die sich sofort auf den Boden...

tomate.salat.inc 20. Sep 2012

Lesen, die Antwort steht doch im Artikel: "Das Thema verspricht Aufmerksamkeit und Leser" :D



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bitblaze Titan samt Baikal-M
Russischer Laptop mit russischem Chip ist fast fertig

Ein 15-Zöller mit ARM-Prozessor: Der Bitblaze Titan soll sich für Office und Youtube eignen, die Akkulaufzeit aber ist fast schon miserabel.

Bitblaze Titan samt Baikal-M: Russischer Laptop mit russischem Chip ist fast fertig
Artikel
  1. Teslas auf Behörden- und Firmengelände: Wächtermodus steht unter Beobachtung
    Teslas auf Behörden- und Firmengelände
    Wächtermodus steht unter Beobachtung

    Die Berliner Polizei wollte Teslas den Zugang zu ihren Liegenschaften verwehren. Wie machen es andere Behörden oder auch Unternehmen? Wir haben nachgefragt.
    Eine Recherche von Werner Pluta

  2. Maschinelles Lernen und Autounfälle: Es muss nicht immer Deep Learning sein
    Maschinelles Lernen und Autounfälle
    Es muss nicht immer Deep Learning sein

    Nicht nur das autonome Fahren, sondern auch die Fahrzeugsicherheit könnte von KI profitieren - nur ist Deep Learning nicht unbedingt der richtige Ansatz dafür.
    Von Andreas Meier

  3. Eichrechtsverstoß: Tesla betreibt gut 1.800 Supercharger in Deutschland illegal
    Eichrechtsverstoß
    Tesla betreibt gut 1.800 Supercharger in Deutschland illegal

    Teslas Supercharger in Deutschland sind wie viele andere Ladesäulen nicht gesetzeskonform. Der Staat lässt die Anbieter gewähren.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: Palit RTX 3080 Ti 1.099€, Samsung SSD 2TB m. Kühlkörper (PS5) 219,99€, Samsung Neo QLED TV (2022) 50" 1.139€, AVM Fritz-Box • Asus: Bis 840€ Cashback • MindStar (MSI RTX 3090 Ti 1.299€, AMD Ryzen 7 5800X 288€) • Microsoft Controller (Xbox&PC) 48,99€ [Werbung]
    •  /