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Elon Musk: Erst Internet-Guy, dann Transport-Guy

Wie in einer alten Star-Trek-Episode schien Elon Musk urplötzlich, quasi ohne Vorwarnung, aus den Tiefen des Raums auf den Bildschirmen der Raumfahrt-Gemeinde aufgetaucht zu sein - gleich einem klingonischen Überraschungsangriff. Doch tatsächlich hat er wie jeder andere Mensch eine Geschichte, und die fand keineswegs im Verborgenen statt.

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[...] Musk ist eine zentrale Figur, weil sein Handeln und seine Persönlichkeit in der gesamten Branche unmittelbar und omnipräsent spürbar sind. Und das nicht nur, weil sein kometenhafter Aufstieg in der Raumfahrt so faszinierend ist oder weil er als Celebrity die Klatschspalten der Regenbogenpresse bedient. Sondern weil die Art und Weise, wie er Unternehmen führt, stellvertretend ist für die gesamte Branche des sogenannten New Space: Musk betreibt eine Raumfahrt auf eigene Rechnung, er benutzt moderne Industrieprozesse, er hat dabei eine Vision, die über seine unmittelbaren unternehmerischen Ziele hinausgeht, und er gilt als ausgesprochener Technik-Nerd, der versteht, was seine Ingenieure machen.

Musks Karriere als Raketenbauer, als Chief-Designer von SpaceX, wie er sich häufig vorstellt, ist alles andere als vorhersehbar gewesen - jedenfalls für alle anderen, außer vielleicht für ihn selbst. Elon Musk, Jahrgang 1971, ist ursprünglich Südafrikaner und wanderte mit 17 Jahren nach Kanada aus, denn dort musste er nicht zur Armee. Nach kurzer Zeit zog er weiter in die USA und studierte an der University of Pennsylvania Wirtschaft und Physik. Der sichtbare Bruch in seiner Vita erfolgte, als er sein Promotions-Studium in Stanford, einer der angesehensten Technik-Universitäten der Welt und mitten im Silicon Valley gelegen, nach zwei Tagen abbrach, um ein Internet-Unternehmen zu gründen. Die meisten Eltern würden sich vermutlich die Haare raufen. Nicht so seine Mutter Maye. "Meine Kinder machen seltsame Sachen", erzählte sie in einem Interview. "Ich war deswegen nie besonders besorgt. Elon wollte von der Uni runter, aber er hätte ja wieder zurückgehen können."

[...] Es gelang ihm zusammen mit seinem Bruder Kim und einem dritten Partner, ein verheißungsvolles Startup aufzubauen: Zip2. Das Unternehmen programmierte einen Online-City-Guide und verkaufte ihn an große Verlagshäuser. Die bauten ihn dann in ihre Webseiten ein - Google Maps gab es ja noch nicht. Vier Jahre nach seiner Gründung 1999 konnten Zip2 für viel Geld verkauft werden. Seinen Anteil - immerhin 22 Millionen Dollar - steckte der damals 28-Jährige komplett in ein neues waghalsiges Internet-Startup mit ungewissem Ausgang (nun gibt es per se gar keine Startups, die nicht waghalsig und ungewiss sind).

Wohin mit dem New-Economy-Millionen?

Stellen Sie sich vor, Sie besäßen viele Millionen und ein Bankberater riete Ihnen, das Geld fast vollständig in eine Internet-Klitsche zu investieren: Würden Sie einem solchem Menschen vertrauen - oder ihn anzeigen? Pikanterweise war Musks neues Unternehmen selbst eine Art Bank, eine Online-Bank, aus dem später Paypal hervorging. Und wieder gelang ihm ein erfolgreicher Exit. Ebay kaufte Paypal 2002 für 1,5 Milliarden Dollar in Aktien. Musk, mit 11,7 Prozent größter Anteilseigner von Paypal, bekam ein Paket im Gegenwert von 165 Millionen Dollar - Grundlage für ein erneutes Unternehmen, dieses Mal noch größer und noch abenteuerlicher.

Bereits vor dem finanziell gesehen glücklichen Ende bei Paypal - seine Zeit dort war keineswegs harmonisch verlaufen - hatte er begonnen, seine Fühler in die Raumfahrt-Community auszustrecken. Allerdings flog er damals noch unterhalb des Radars der meisten Journalisten und Raumfahrt-Manager; er plante beispielsweise - vergeblich -, ein kleines Pflanzenexperiment zum Mars zu schicken. Worauf er in Wirklichkeit hinauswollte, wurde klar, als er wiederholt nach Moskau reiste, um sich in der Hauptstadt der untergegangenen Supermacht zu erkundigen, was eine ausgemusterte Interkontinentalrakete kosten würde.

Ashlee Vance beschreibt sehr plastisch, wie Musk und seine Begleiter endlose Runden Smalltalk und Wodka über sich ergehen ließen, nur um festzustellen, dass die Russen ihn nicht ernst nahmen und Wucherpreise nannten. Vance lässt Musks Vertrauten Jim Cantrell über sein Erlebnis in Moskau berichten: "Sie schauten uns an, als wären wir keine glaubwürdigen Menschen", sagt Cantrell. "Einer ihrer Chefkonstrukteure spuckte mich und Elon an, weil er dachte, wir würden ihm lauter Unsinn erzählen." Irgendwann brach Musk seine Verhandlungen mit den Russen frustriert ab, gründete Mitte 2002 SpaceX und begann, seine eigene Rakete zu bauen.

Aus dieser Zeit stammt ein Artikel von SpaceNews, einem US-Fachblatt für Raumfahrt. "Für mich muss ein Unternehmen drei Bedingungen erfüllen", wurde Musk zitiert. "Als Erstes muss es wirtschaftlich lebensfähig sein. Zweitens soll es interessant sein und Spaß machen. Und drittens: Sollte es erfolgreich sein, muss es der Welt etwas geben können." Damit hatte er die Dreifaltigkeit seiner Motivation formuliert, die bis heute gilt.

Der Diamantenmacher

[...] Zunächst musste Musk allerdings erst einmal eine Rakete entwickeln und in den Orbit schießen. [...] Als im September 2008 beim vierten Versuch die zweite Stufe der Falcon 1 mit einem Nutzlast-Dummy endlich den Orbit erreichte, hatte Musk bewiesen, dass Privatleute Raketen ins All schießen können. Mit dem Erfolg wandelte sich auch die Wahrnehmung seiner Person. "Als ich anfing, nannten die Leute mich normalerweise den Internet-Typen. Jetzt bin ich der Transport-Typ", sagt Musk in Anspielung darauf, dass er mit seinem Hyperloop-Projekt auch auf der Erde den Transport revolutionieren möchte. [...]

Musk hat während der Entwicklung und schließlich mit dem erfolgreichen Jungfernflug der Falcon 1 den Beweis erbracht, dass er imstande ist, Menschen mit seinem Einsatz und seiner Begeisterungsfähigkeit mitzureißen und zu überdurchschnittlichen Leistungen zu motivieren. Musk gilt als eiserner und pausenloser Arbeiter, der eigener Aussage zufolge 100 Stunden in der Woche arbeitet und sich und seiner Familie feste Freizeit-Kontingente zuteilt, damit er sie und sich nicht vernachlässigt. Mitarbeiter fühlen sich zweifellos zu mehr Engagement verpflichtet und motiviert, wenn der Chef das vorlebt, was er einfordert. "Diamanten entstehen unter Druck, und Elon Musk ist ein Diamantenmacher", zitiert die Nachrichten-Webseite Business-Insider in einem Interview Dolly Singh, einen ehemaligen Talentscout für SpaceX. [...]

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Baron Münchhausen. 20. Jul 2018

Respekt teenriot*, bin total bei dir. Und habe gerade schon beim lesen der ganzen anderen...

emuuu 19. Jul 2018

Um mal kurz eine Lanze für Einstein zu brechen: O.g. Vertrag ist entstanden nachdem...

plutoniumsulfat 17. Jul 2018

Interessant ist vor allem, dass Kommunismus immer grausam und brutal sein muss. Als wäre...

demon driver 17. Jul 2018

Dafür wäre doch die InSight-Mission im Mai eine gute Gelegenheit gewesen!

luzipha 16. Jul 2018

Danke +1


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