Musk verliert vor Gericht: Werbeboykott gegen X verstößt nicht gegen Kartellrecht
Die US-Bezirksrichterin Jane Boyle hat am 26. März 2026 eine Klage von Elon Musk abgewiesen. Er warf Werbetreibenden einen Verstoß gegen das Kartellrecht vor. Wie Ars Technica berichtete(öffnet im neuen Fenster) , konnte Musk keine stichhaltigen Argumente geltend machen, dass der Werbeboykott von Firmen gegenüber Twitter (heute X) zu einem Schaden für Verbraucher geführt hätte.
Der nun abgewiesene Fall ist Teil einer umfassenden Klage von Elon Musk gegen die gemeinnützige Organisation Media Matters . Diese hatte in einem Bericht aufgedeckt, wie Werbung von Firmen neben extremistischen und anderen negativen Inhalten auf dem Kurznachrichtendienst ausgespielt wird. Viele Werbekunden begannen daraufhin, ihre Anzeigen zurückzuziehen und den Dienst zu boykottieren.
Elon Musk warf den abtrünnigen Werbekunden eine Verschwörung vor, die angeblich dazu diene, die Einnahmen von Twitter zu schmälern und konservative Stimmen zu zensieren. Für die Richterin begründete die Natur einer Verschwörung allerdings keinen Kartellrechtsverstoß. Für Letzteren sei lediglich entscheidend, ob Verbraucher geschädigt wurden.
Nicht erkannt, wie viel Macht die Werbekunden haben
In ihrer Stellungnahme schrieb Boyle laut Ars, dass Musk vor dem Kauf von Twitter offenbar nicht erkannt habe, wie viel Macht die Werbekunden über die Plattform erlangt hatten. Bereits 2019 hatte die World Federation of Advertisers (WFA), ein Zusammenschluss zahlreicher großer Konzerne, die Global Alliance for Responsible Media (Garm) gegründet, um große Plattformen mit der Androhung kollektiver Maßnahmen dazu zwingen zu können, ihre Markensicherheitsstandards einzuhalten.
Kurz nach der Übernahme von Twitter im Jahr 2022 soll Elon Musk einen ersten Brief der Initiative erhalten haben, der ihn darauf hinwies, dass Twitter an die Garm-Standards gebunden sei. In einer darauffolgenden E-Mail wurden Boykottaufrufe angedeutet, woraufhin Musk ein Treffen mit Garm vereinbarte, damit Twitter nicht ausgeschlossen wird.
Die Ergebnisse der Gespräche entsprachen allerdings nicht Musks Vorstellungen, weshalb er die Klage einreichte. Diese und eine weitere Kartellklage der Videoplattform Rumble führten dazu, dass die WFA Garm im Jahr 2024 auflöste.
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