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Musk setzt sich durch: IG Metall verliert Betriebsratswahl in Gigafabrik Grünheide

Tesla -Chef Elon Musk hat vor der Betriebsratswahl in Grünheide indirekt vor einem Erfolg der IG Metall gewarnt. Die Gewerkschaft verlor deutlich an Stimmen.
/ Friedhelm Greis , dpa
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Der Betriebsrat der Tesla-Fabrik Grünheide wird weiterhin nicht von der IG Metall dominiert. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Der Betriebsrat der Tesla-Fabrik Grünheide wird weiterhin nicht von der IG Metall dominiert. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Bei der Betriebsratswahl im Tesla-Werk Grünheide hat die gewerkschaftsunabhängige Liste Giga United gewonnen. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis seien 24 von 37 möglichen Sitzen an nicht gewerkschaftlich organisierte Listen gefallen, teilte eine Tesla-Sprecherin am 4. März 2026 der Nachrichtenagentur dpa mit. Die Liste Giga United, die von der aktuellen Betriebsratsvorsitzenden Michaela Schmitz angeführt wird, habe mit Abstand die meisten Stimmen erhalten.

Einem Bericht des Handelsblatts zufolge(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) erhielt Giga United 40,4 Prozent der Stimmen. Die Liste der IG Metall sei auf 31,1 Prozent gekommen. Bei der Wahl 2024 hatte die Gewerkschaftsliste noch 39,4 Prozent erhalten. Drittstärkste Kraft wurde die Polnische Initiative, die sich explizit an die rund 2.000 in Grünheide beschäftigten polnischen Mitarbeiter richtete. Die Wahlbeteiligung lag laut Bericht bei 87 Prozent, sechs Prozentpunkte weniger als 2024.

Laura Arndt und Philipp Schwartz von Tesla Workers GFFB sagten: "Wir werden uns auch im neuen Betriebsrat mit aller Kraft dafür einbringen, dass sich für uns und unsere Kolleginnen und Kollegen etwas ändert in der Gigafactory." Nach der Betriebsratswahl vor zwei Jahren stellte die IG Metall zwar die größte Gruppe, die Sitzmehrheit ging aber an nicht gewerkschaftlich organisierte Vertreter.

Musk wandte sich mit Video an Belegschaft

Der Ausgang der Wahl, die am 2. März 2026 begonnen hatte, war wegen eines Konflikts zwischen Tesla und der IG Metall mit Spannung erwartet worden. Es ging aus Sicht beider Seiten um eine Richtungsentscheidung, ob die Gewerkschaft mehr Einfluss bekomme oder der geplante Ausbau des Werks weitergehe. Elf Listen standen zur Wahl. 550 Kandidaten bewarben sich um 37 Mandate.

Tesla-Chef Elon Musk hatte sich vor der Wahl mit einer Videobotschaft an die Belegschaft in Brandenburg gewandt , um indirekt vor der Gewerkschaft zu warnen. "Die Dinge werden sicherlich schwieriger, wenn es sozusagen externe Organisationen gibt, die Tesla in die falsche Richtung drängen" , sagte Musk. "Wir werden die Fabrik nicht schließen, aber realistisch gesehen werden wir auch nicht erweitern." Musk will die Fabrik ausbauen, wenn Behörden und Bevölkerung mitmachen.

Die IG Metall wirbt für einen Tarifvertrag, den Tesla-Werksleiter André Thierig ablehnt. Bei der jüngsten Betriebsratssitzung kam es zu einem Eklat. Tesla warf einem IG-Metall-Vertreter vor, heimlich die Besprechung mitzuschneiden . Den Vorwurf wies die Gewerkschaft zurück. Ermittlungen laufen. Beide Seiten einigten sich vor dem Arbeitsgericht im Streit um Äußerungen auf einen Vergleich.


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