Musk gesteht ein: Teslas Optimus-Roboter steckt in der Krise

Tesla-Chef Elon Musk hat in der Bilanzpressekonferenz erstmals öffentlich zugegeben, dass der humanoide Roboter Optimus noch nicht die versprochene Produktivität erreicht. Der Roboter befinde sich weiterhin in der "Forschungs- und Entwicklungsphase" und werde nur in geringem Umfang in den Tesla-Fabriken eingesetzt, berichtete CNBC(öffnet im neuen Fenster) . Musk beschrieb den Einsatz als "not in material usage" – die Roboter tragen also noch nicht wesentlich zur Produktion bei.
Produktionszahlen weit unter den Ankündigungen
Die Diskrepanz zwischen Musks ambitionierten Ankündigungen und der Realität ist erheblich. Ursprünglich hatte der Tesla-Chef Anfang 2025 versprochen, zwischen 5.000 und 10.000 Optimus-Einheiten zu produzieren. Laut Techcrunch(öffnet im neuen Fenster) und The Information(öffnet im neuen Fenster) wurden bis Mitte 2025 jedoch nur "wenige Hundert" Einheiten tatsächlich gebaut. Nach aktuellen Angaben von Yahoo Finance(öffnet im neuen Fenster) sind etwa 1.000 bis 2.000 Roboter in den Tesla-Werken im Einsatz.
Einfache Aufgaben dominieren
Die Tätigkeiten, die Optimus derzeit ausführt, sind weitgehend auf repetitive Basisaufgaben beschränkt. Teslarati berichtete(öffnet im neuen Fenster) , dass die Roboter hauptsächlich Batteriezellen sortieren – eine Aufgabe, die bereits in einem Video von Mitte 2024 gezeigt wurde. Weitere dokumentierte Tätigkeiten umfassen den Transport von Komponenten zwischen Produktionsstationen und visuelle Qualitätskontrollen.
Ein Tesla-Insider bestätigte 36Kr(öffnet im neuen Fenster) , dass Optimus derzeit weniger als halb so effizient wie menschliche Arbeiter arbeite. Bei Demonstrationen wie dem "We, Robot"-Event im Oktober 2024 wurden einige Roboter zudem per Teleoperation ferngesteuert, was Tesla Kritik wegen mangelnder Transparenz einbrachte.
Massive technische Probleme mit den Händen
Als größtes technisches Hindernis haben sich die Hände des Optimus 2.5 erwiesen. Musk selbst beschrieb die Herstellung von Hand und Unterarm beim Q3 2025 Earnings Call als "unglaublich schwierige Engineering-Herausforderung" und erklärte, dies sei "schwieriger als der gesamte Rest des Roboters aus elektromechanischer Sicht" .
Trendforce(öffnet im neuen Fenster) und AInvest(öffnet im neuen Fenster) berichteten übereinstimmend von konkreten Problemen: überhitzende Motoren, schwache Griffstärke, häufige Gelenkausfälle und kurze Komponentenlebensdauer. Tesla musste im Sommer 2025 die Produktion vorübergehend stoppen, um ein Redesign durchzuführen. Hunderte teilfertige Roboter lagerten ohne Hände und Unterarme in den Werken.
Ein Robotik-Experte bezeichnete die V2.5-Hand mit nur 17 Aktuatoren laut Humanoids Daily(öffnet im neuen Fenster) als "state-of-the-art circa 2015" – ein vernichtendes Urteil für einen Roboter, der als zukunftsweisend vermarktet wird.
Generation 3 soll die Wende bringen
Für das erste Quartal 2026 kündigte Musk die Vorstellung von Optimus Gen 3 an. "Tesla Optimus 3 wird wahrscheinlich in etwa drei Monaten vorgestellt werden" sagte er beim Earnings Call. Das Tesla Shareholder Deck(öffnet im neuen Fenster) nennt explizit Q1 2026 für die Enthüllung.
Gen 3 soll das "erste Design für die Massenproduktion" sein und wesentliche Verbesserungen bringen. Die neue Hand wird laut Tesla North(öffnet im neuen Fenster) über 50 Aktuatoren verfügen – fast dreimal so viele wie die V2.5-Version. Hinzu kommen 22 oder mehr Freiheitsgrade für die Finger, ein sehnenbasiertes Design mit Aktuatoren im Unterarm, ein leichterer Rahmen und die Integration von Teslas Full Self-Driving AI.
Der angestrebte Preis pro Einheit liegt bei 20.000 bis 30.000 Dollar.
Fremont wird zum Roboter-Zentrum
Die Serienfertigung von Optimus Gen 3 soll laut CNBC(öffnet im neuen Fenster) und Yahoo Finance(öffnet im neuen Fenster) Ende 2026 im Tesla-Werk Fremont starten. Musk kündigte an, die Produktion auf eine Million Einheiten pro Jahr hochzufahren.
Die Stadt Fremont bestätigte(öffnet im neuen Fenster) am 28. Januar 2026 offiziell: "Tesla rüstet einen Teil des Campus in Fremont für die Produktion des Optimus-Roboters um ... Fremont wurde aufgrund der nachgewiesenen Fähigkeit, große und komplexe Fertigungsprozesse zu ermöglichen, als Optimus-Zentrum von Tesla ausgewählt."
Die Produktionskapazität soll ausreichen, um eine Million Roboter pro Jahr auf dem Raum zu fertigen, der zuvor 100.000 Fahrzeuge produzierte. Laut Kron4(öffnet im neuen Fenster) sind keine Entlassungen geplant – die Mitarbeiterzahl soll sogar steigen.



