Musk beleidigt Journalisten: Tesla muss Stoppschild-Haltefunktion in FSD verschärfen

Tesla hat ein neues Full Self-Driving Beta-Software-Update (10.10) veröffentlichen müssen. Die Überarbeitung der vorherigen Version war notwendig, weil die US-Verkehrssicherheitsbehörde National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eine Funktion bemängelte(öffnet im neuen Fenster) , die mit Stoppschildern zusammenhängt.
Teslas mit FSD erkennen Stoppschilder und beobachten das Umfeld. Ist weder ein Fußgänger noch kreuzender Verkehr zu sehen, rollen die Autos mit 3,2 km/h weiter und kommen nicht zu einem vollständigen Stopp an der Haltelinie. Das ist nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland verboten.
Elon Musk beschuldigte derweil auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) einen Reporter der Associated Press, ein Lobbyist zu sein, weil er einen Artikel über den Rückruf von Tesla-Fahrzeugen(öffnet im neuen Fenster) im Full Self-Driving Beta-Programm durch die NHTSA veröffentlicht hatte. Die Headline lautet "Tesla-Rückruf: Software "Full Self-Driving" überfährt Stoppschilder"
In der Dokumentation der Behörde sind die Bedingungen für das Überrollen der Haltelinie etwas genauer aufgeführt. Zunächst muss die Funktion in den Profileinstellungen aktiviert sein. Das Fahrzeug muss sich einer Kreuzung mit Stoppschildern nähern und dabei mit weniger als 9 km/h unterwegs sein. Außerdem dürfen keine relevanten Fahrzeuge oder Fußgänger beziehungsweise Radfahrer in der Nähe der Kreuzung erkannt werden. Zudem müssen alle in die Kreuzung einmündenden Straßen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf rund 50 km/h aufweisen. Gilt eine der Bedingungen nicht, kommt das Fahrzeug zum Stillstand.
Elon Musk widersprach Berichten über die Rückrufaktion und beschuldigte den Associated Press-Reporter Tom Krisher, sich unredlich zu verhalten: "Er ist eigentlich ein Lobbyist und kein Journalist. Es gibt viele, die sich als Letztere ausgeben und sich wie Erstere verhalten. Keine Integrität." Auch auf die Anweisung der NHTSA geht Musk ein, gibt sich jedoch uneinsichtig: "In der Tat gab es keine Sicherheitsprobleme. Das Auto verlangsamte einfach auf ca. 2 mph und fuhr weiter, wenn die Sicht frei war und keine Autos oder Fußgänger zu sehen waren."
Tesla bringt seit Oktober 2020 in den USA Updates für das in einer Betaphase befindliche System namens Full Self-Driving (FSD) auf den Markt. Dabei handelt es sich um ein System, um teilautonom fahren zu können, doch die Tesla-Fahrer müssen ständig Sorge tragen, im Notfall eingreifen zu können.
Selbst wenn das mittlerweile 12.000 US-Dollar teure System gekauft wurde, lässt es sich derzeit nicht einfach starten. Der Fahrer muss zunächst einen Sicherheitscheck bestehen. Tesla analysiert die Fahrdaten des Fahrzeugs, um die Eignung zu bestimmen. Den errechneten Sicherheitswert können Besitzer in ihrer Tesla-App einsehen.
So berechnet Tesla den Sicherheitswert
Der Sicherheitswert berechnet sich laut Tesla auf der Basis von fünf Faktoren. Dazu zählen Kollisionswarnungen per 1.000 Meilen, Vollbremsungen, aggressive Beschleunigungen nach recht oder links, zu dichtes Auffahren sowie erzwungenes Abschalten des Autopiloten.
Tesla hat regelmäßig neue Software-Updates für das FSD-Beta-Programm herausgegeben und weitere Besitzer in das Programm aufgenommen. Im 4. Quartal 2021 hatte der Autohersteller nach eigenen Angaben fast 60.000 Besitzer im FSD-Beta-Programm.
In der neuen Tesla FSD Beta 10.10 wurden auch noch weitere Änderungen vorgenommen, die vor allem das selbständige Abbiegen und Spurenwechseln in bestimmten Situationen verbessern sollen.



