Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Auch wenn die Library eine schöne Funktion ist, hat Last.fm insgesamt doch ein großes Problem: Mittlerweile gibt es mit Spotify, Deezer, Ampya und Co. zu viele Dienste, die den Job des zuverlässigen Musikempfehlers nicht alle unbedingt immer besser, aber zumindest wesentlich komfortabler erledigen. Warum sollte man also als gewöhnlicher Nutzer seine gehörten Titel von Spotify zu Last.fm scrobbeln, dann von Spotify auf das Last.fm-Profil gehen, um sich dort seine Musikempfehlungen abzuholen, die dann dank Integration wieder direkt in Spotify abgespielt werden - und einem wahrscheinlich auch schon von Spotify in der "Entdecken"-Kategorie empfohlen worden wären?

Dazu kommt noch, dass die Empfehlungen mobil nur leidlich bis gar nicht funktionieren. Die iOS-App erhielt ihr letztes Update 2014 und ist damit vollkommen veraltet. Wenn man bedenkt, dass neun von zehn Menschen Musik unterwegs hören, die meisten davon auf dem Smartphone, hat Last.fm hier großen Nachholbedarf. Zwar ist auch die neue mobile Website optisch hübsch und schlank; jedoch stören hier ebenfalls die komplizierte Nutzung und der unbequeme Medienbruch zwischen Musik-App und Last.fm.

Warum ist Spotify beliebter als Last.fm?

Eigentlich ist es verwunderlich, dass sich Last.fm in puncto Popularität dem Neuling Spotify geschlagen geben muss. Denn hinter den Portalen stecken ähnliche Geschichten. Sie wurden beide von musikbegeisterten, jungen Europäern gegründet, die der Welt legal das beste Musikerlebnis zur Verfügung stellen wollten.

Womöglich waren es der Standort und die Zeit, die dem schwedischen Spotify einen Vorteil verschafften. Als Daniel Eks 2006 Spotify gründete und sich daraufhin auf die Suche nach Kooperationspartnern für sein Freemium-Modell in der Musikbranche machte, lag der schwedische Musikmarkt dank Musikpiraterie am Boden. Die Labels dort hatten in dem verhältnismäßig kleinen Markt nicht mehr viel zu verlieren. Die meiste Musik wurde eh schon illegal gestreamt, warum sie also nicht auch legal verfügbar machen? So konnte Spotify sein Konzept ausgiebig testen, bevor es ab 2009 langsam die großen Märkte in Europa und 2011 in den USA erfolgreich in Angriff nahm.

Dagegen hatte das in vielen Ländern etablierte Last.fm sehr wohl etwas zu verlieren, da es in diesen Märkten bereits aktiv war - ganz ähnlich wie die Musikindustrie in diesen Ländern. Vermutlich konnte Last.fm im Streamingbereich einfach nicht genügend solide Erfolge vorweisen, um nachhaltige Lizenzdeals mit Major-Labels einzutüten. Vielleicht hat CBS den Trend damals auch einfach verschlafen, bis die Konkurrenz irgendwann zu groß war. Doch ohne eigenes Streamingangebot hat Last.fm einen entscheidenden Nachteil gegenüber Spotify. Wenn man sich seine Musiktipps nur über Umwege anhören kann, sind auch die besten Musikempfehlungen nur so sexy wie die Veranstaltungstipps aus der gedruckten Tageszeitung von gestern, gerade im mobilen Bereich.

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 Musikstreaming: Wer kennt eigentlich noch Last.fm?Einstige Gründer basteln an Last.fm-Evolution 
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