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Musikstreaming: Spotify und Deezer kündigen Kunden das Abo ohne Ankündigung

Sowohl bei Spotify als auch bei Deezer haben viele Abonnenten kürzlich die Kündigung erhalten. Grund sind bei beiden technische Probleme.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Ingo Pakalski
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Spotify und Deezer kündigen Kunden das Abo ohne Ankündigung. (Bild: Jakub Porzycki/Reuters)
Spotify und Deezer kündigen Kunden das Abo ohne Ankündigung. Bild: Jakub Porzycki/Reuters

Deezer und Spotify kämpfen aktuell mit technischen Problemen, die sich in beiden Fällen auf das Abrechnungssystem der beiden getrennt agierenden Anbieter bezieht. Die technischen Probleme sorgen dafür, dass Abogebühren nicht eingezogen werden. Das führt dazu, dass Abos durch die Anbieter gekündigt werden. In beiden Fällen beklagen sich Kunden darüber, dass sie bei den Unternehmen einen Support nur schwer erreichen können.

"Wir untersuchen derzeit ein Problem mit dem Abrechnungssystem" , erklärte eine Sprecherin von Spotify Golem.de auf Nachfrage. Das Unternehmen beteuert, dass nur eine kleine Anzahl von Abonnenten von den Problemen betroffen sei. Auf eine Nachfrage zur Menge der Betroffenen gab es von Spotify keine Antwort. Offen ist auch, welche Arten von Abos betroffen sind.

Es liegen keine Angaben dazu vor, bis wann Spotify den Fehler korrigieren will. Offen ist auch, ob es für Betroffene aufgrund der Unannehmlichkeiten eine Kompensation geben wird. In entsprechenden Spotify-Foren(öffnet im neuen Fenster) ist oft von Family-Abos die Rede, es ist aber auch denkbar, dass normale Premium-Abos gekündigt werden. Betroffene werden auf das Gratisangebot Spotify Free herabgestuft, bei dem Werbung eingeblendet wird und dem viele Funktionen fehlen.

Technische Schwierigkeiten auch bei Deezer

Auch in Deezer-Foren(öffnet im neuen Fenster) beklagen sich viele darüber, dass ihnen ohne Vorwarnung das Abo gekündigt wurde. Nach Aussagen des Deezer-Supports handele es sich um ein "Problem bei der Lastschriftzahlung" für das Deezer-Abo. "Das zuständige Team arbeitet gerade an einer Lösung für das Problem" , heißt es. Wie diese Lösung aussehen wird, ist nicht bekannt, und wie lange das dauern wird, ist ebenfalls offen.

Wie auch bei Spotify stuft Deezer die nicht bezahlten Abos ab und das Musikstreaming ist nur noch in der werbefinanzierten Gratisversion mit weniger Funktionen nutzbar. Golem.de hat bei Deezer nach weiteren Details gefragt, bisher aber keine Antwort erhalten. Auch im Fall von Deezer sind Family-Abos betroffen und möglicherweise auch normale Premium-Abos. Bisher gibt es keinen Hinweis, dass Deezer betroffenen Kunden für den Ärger einen Ausgleich anbieten wird. In Foren entschuldigt sich Deezer für den Vorfall und bittet die Kunden um Verzeihung.

Im Fall von Deezer beklagen sich langjährige Abonnenten darüber, dass ihnen geraten wird, das Abo zu reaktivieren. Damit sind sie wiederkehrende Kunden und müssten auf jeden Fall die höheren Gebühren zahlen. Deezer hat gerade erst die Preise für das Musikstreamingabo erhöht.

Nachtrag vom 24. November 2023, 12:05 Uhr

Deezer bestätige Golem.de, dass es zu Kündigungen des Abos gekommen sei. "Bei einem unserer Zahlungsanbieter kam es zu einem Zwischenfall" , heißt es von Deezer. Dadurch wurde die Abogebühr nicht abgebucht und das Abo dadurch von Deezer gekündigt. "Wir haben das Problem mit unserem Anbieter geklärt, und das Problem wurde gelöst" , heißt es von Deezer. Offen ist derzeit, ob Deezer-Kunden ihr Abo neu buchen mussten und dadurch höhere Preise zahlen, obwohl sie als Bestandskunden eigentlich vorerst von der Preiserhöhung ausgenommen sind.

Nachtrag vom 25. November 2023, 10:25 Uhr

Wenn Deezer-Abonnenten aufgrund des Zwischenfalls mit dem Zahlungsanbieter des Unternehmens das Abo gekündigt wurde, können diese zu einem kostenpflichtigen Abomodell zurückkehren, erklärte Deezer Golem.de auf Nachfrage. Alle betroffenen Kunden müssen sich demnach selbst darum kümmern, wieder alle Funktionen von Deezer nutzen zu können. Das Unternehmen behebt die ungewollte Kündigung nicht selbst. Dabei haben diese Kunden die Möglichkeit, "ein neues Abonnement zum gleichen Preis wie zuvor abzuschließen und werden nicht mit dem neuen höheren Preis belastet, der derzeit für neue Abonnenten gilt" .


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