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(Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty Images)

Spotify-Beschwerde: EU schaltet sich ein und Apple antwortet

Spotifys Beschwerde hat einen ersten Erfolg gebracht. Die EU will untersuchen, ob Apple seine marktbeherrschende Position ausnutzt, um den Wettbewerb zu behindern. Apple hat mittlerweile auf einen Teil der Spotify-Vorwürfe reagiert.

"Wir nehmen die Beschwerde von Spotify sehr ernst", sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager dem Tagesspiegel. Das sei keine Sache, die ein Unternehmen, in diesem Fall Spotify, einfach so mache, meinte Vestager und bezieht sich auf die von Spotify eingereichte Beschwerde über das Vorgehen von Apple bei der EU-Kommission. Spotify wirft Apple vor, den Wettbewerb zu behindern.

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In dem Fall geht es darum, dass Apple sowohl Anbieter einer Plattform für Dienste wie Spotify ist und zugleich mit Apple Music ein Konkurrenzprodukt zu Spotify anbietet. In dieser Doppelrolle verschaffe sich Apple Vorteile gegenüber der Konkurrenz, lautet der Vorwurf von Spotify.

Die EU-Kommission hat solche Doppelrollen von Firmen schon länger im Fokus. "Wir haben eine Plattform, die Kunden zu verschiedenen Anbietern leitet, und dann beginnt die Plattform, solche Geschäfte selbst zu machen, also selbst zum Anbieter zu werden. So wie es Google bei seinem Preisvergleichsdienst getan hat", sagte Vestager. "Man stellt Unternehmen Kapazitäten zur Verfügung, und dann macht man selbst Wettbewerb gegen sie. Das ist ein Muster, das wir schon kennen, und es betrifft eine Kernfrage des Wettbewerbsrechts, nämlich, wie geht man mit Internetplattformen um?"

EU müsse Apples Rolle prüfen

Bezogen auf den aktuellen Fall sagte Vestager: "Wir müssen in diesem Zusammenhang die Rolle von Apple und von Apples App Store untersuchen". Spotifys Chefjurist Horatio Gutierrez sieht einen klaren Interessenkonflikt, wenn ein Unternehmen gleichzeitig als Plattformbetreiber und Wettbewerber agiere. Nach seiner Auffassung wolle Apple Spotify gezielt als Rivalen benachteiligen.

Wenn Kunden über eine App wie Spotify ein Abo des Dienstes buchen, behält Apple dafür eine Provision von 30 Prozent ein. Wenn das Abo weiterläuft, reduziert sich Apples Provision auf 15 Prozent. Damit sich Spotifys Einnahmen dadurch nicht verringern, müsste der Anbieter den Standardpreis von 10 Euro für das Abo erhöhen. Dann wäre Spotify nicht mehr wettbewerbsfähig gegenüber Apples eigenem Musikstreamingabo, das Kunden von einem Apple-Gerät für 10 Euro buchen können.

Spotify sieht eine Ungleichbehandlung von Apple bei verschiedenen Apps. Wenn Apps wie Uber oder Deliveroo Umsätze erzeugen, behalte Apple keinen Anteil am Umsatz. Die Umsatzbeteiligung gibt es nur für Anbieter, die digitale Dienstleistungen anbieten, kritisiert Spotify.

Spotify sieht sich von Apple benachteiligt

Spotify hat nach eigenen Angaben zwar die Möglichkeit, die Abobuchung nur noch abseits von Apples Buchungssystem anzubieten - so handhabt Spotify das bereits länger - dann gibt es aber neue Probleme. Spotify hat die Erfahrung gemacht, dass Apple immer wieder Updates der Spotify-App unterbunden hat.

Zudem hat Apple Spotify systematisch von neuen Apple-Produkten ausgeschlossen, wie dem Homepod oder der Apple Watch. Apples bisher einziger smarter Lautsprecher Homepod kann auf Zuruf per Sprache nur Musik von Apples eigenem Musikstreamingdienst abspielen. Der Homepod unterstützt keine konkurrierenden Dienste. Sowohl Amazon als auch Google erlauben auf ihren smarten Lautsprechern hingegen nicht nur die eigenen Dienste, sondern auch die Nutzung von konkurrierenden Anbietern - unter anderem Spotify.

Nach Aussage von Spotify seien anderen Unternehmen im Bereich Musiktstreaming ebenso frustriert. Welche Unternehmen das sind, wollte Spotify nicht nennen.

Nachtrag vom 15. März 2019, 10:05 Uhr

Mittlerweile hat Apple sich zu Spotifys Vorwürfen geäußert.

  1. Apple bestreitet viele Vorwürfe
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