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Musikmarkt: Pop im Zeichen der 31 Sekunden

Nur wenn der Konsument auf Spotify lange genug zuhört, fließt Geld an die Künstler. Wer Erfolg als Popmusiker haben möchte, muss aber noch mehr beachten. Besonders gut machen das Deutschrapper.

Artikel von Henrik Boerger/dpa und Werner Herpell/dpa veröffentlicht am
Turntable in einem Nachtclub in Hollywood
Turntable in einem Nachtclub in Hollywood (Bild: Mark Davis/Getty Images for Turner Image)

Das waren noch Zeiten, als ein Song wie Hotel California (1976) von den Eagles mit seinem gut 100-sekündigen Gitarren-Intro ein Nummer-eins-Hit werden konnte. Heute müssen Musiker viel rasanter zum Refrain kommen, um auf den Playlisten der Streamingdienste schnelle Aufmerksamkeit zu erzielen. Ansonsten gibt's kein Geld.

Inhalt:
  1. Musikmarkt: Pop im Zeichen der 31 Sekunden
  2. Virtuelle Ambientmusiker?

Popmusik war schon immer ein eigener Kosmos im stetigen Wandel. Welchen Einfluss hat die fortschreitende Digitalisierung darauf? Nicht nur die Weise, wie wir Pop hören, sondern auch die Art, ihn zu produzieren, ändert sich.

Die Musikindustrie scheint dem Untergang noch einmal entgangen zu sein - dank des bezahlten Audiostreamings, das 2018 in Deutschland und auch weltweit bereits rund 47 Prozent Marktanteil am Musikkonsum hatte. Streamingdienste wie Spotify, Apple Music und Deezer liefern ein unvorstellbar großes Angebot an Musik. Obwohl Vinyl und Musikkassette eine kleine Renaissance erleben, sind Anbieter digitaler Dienste heute marktbeherrschend.

Der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) sieht Plattformen wie Spotify indes als Partner - wenn auch als "besondere Partner, weil sie viel tiefer als früher üblich in den Vertrieb von Musik einbezogen sind. Das ist dadurch natürlich manchmal ein durchaus spannungsvolleres Verhältnis", sagt Verbandschef Florian Drücke.

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Im vergangenen Jahr betrug der Gesamtumsatz der globalen Musikindustrie rund 19,1 Milliarden US-Dollar (17 Milliarden Euro). Der Marktanteil von CD und Vinyl liegt momentan nur noch bei 25 Prozent. Laut Report 2018 der Digital Media Association (DiMA) sagt mehr als die Hälfte der Verbraucher inzwischen, dass Playlisten das Album in ihren Hörgewohnheiten ersetzt haben.

Die Fülle an Angeboten und der einfache Zugriff führen - Experten wie Udo Dahmen, künstlerischer Direktor der Popakademie Baden-Württemberg, meinen: erfreulicherweise - auch zu einer globaleren Abbildung von Musik. "Früher nur lokale Ausprägungen wie westafrikanische und Balkan-Musik, koreanischer oder Japan-Pop und Latin-Traditionsstile stoßen nun auf viel mehr Interesse", sagt er.

Der gläserne Musikkonsument

Wirtschaftliche Faktoren spielen dennoch eine große Rolle, wenn es um die Form der heute konsumierten Popmusik geht. Durch Datenanalysen lässt sich genau sehen, was beim Hörer funktioniert und was nicht. Dementsprechend kann Musik auf das Konsumverhalten hin produziert werden.

"Das ist schon beim Schreiben eines Songs ein relevantes Thema", sagt Musikproduzent Tim Tautorat, der bereits mit Pharrell Williams, Herbert Grönemeyer, Faber und AnnenMayKantereit gearbeitet hat. Besonders für weite Teile der sehr erfolgreichen deutschen Rapmusik gelte, dass sie auf Playlisten hin geschrieben werde. "In Tempo, in Songlänge, in der Länge des Intros. Aber auch in der Tonart oder bei der Auswahl des Instrumentariums."

Ein Song muss sofort ins Ohr gehen, damit er nicht weggeklickt, sondern länger gestreamt wird. So braucht es 31 Sekunden Verweildauer bei einem Track auf Spotify, damit überhaupt Geld an den Künstler fließt. "In der Tat müssen sich Mainstream-Tracks dann entsprechend entwickeln", bestätigt Pop-Professor Dahmen.

Dass Songs im Streamingzeitalter auch insgesamt kürzer werden, hat Dan Kopf für das Magazin Quartz untersucht. Er analysierte die Songs erfolgreicher Hip-Hop-Künstler wie Drake oder Kendrick Lamar und kam zu dem Schluss, dass die Veränderung sogar innerhalb deren eigener Diskographie festzustellen sei.

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Virtuelle Ambientmusiker? 
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okinana 07. Aug 2019

Was Deutschrapper besser machen als andere: Sie kaufen sich mutmaßlich Fake-Streams, um...

neocron 06. Aug 2019

hui, ein Moechtegern-Musikkenner ... alles scheisse, ausser der Mist, den man selbst...

dbettac 06. Aug 2019

Das ist nicht anders als vor 20, 30,40 usw. Jahre. Nur dass die Zeit den absoluten Müll...

Hotohori 02. Aug 2019

Nur noch ist etwas übertrieben, aber es hat eine unschöne Größe angenommen. Wie überall...

Hotohori 02. Aug 2019

Onehitwonder ist doch wurst, wenn dieses eine Stück gut ist, macht das doch nichts, dann...


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