Musikindustrie in Deutschland: Mehr Umsatz dank Audiostreaming
Wegen der zulegenden Erlöse beim Audiostreaming hat die deutsche Musikindustrie ihre jahrelange Krise hinter sich gelassen. Nach den beiden noch leicht rückläufigen Jahren 2017 und 2018 erzielte die Branche 2019 ein Umsatzplus von 8,2 Prozent auf gut 1,6 Milliarden Euro. 2018 konnten die Zunahmen im Musikstreaming die sinkenden CD-Verkaufszahlen noch nicht ausgleichen, erst 2019 gab es hier eine Änderung.
"Der positive Trend im viertgrößten Markt der Welt hat sich fortgesetzt", sagte der Vorstandschef des Bundesverbandes Musikindustrie, Florian Drücke, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Nach den Jahreszahlen 2019 des Verbands kommt Audiostreaming mittlerweile auf einen Anteil von 55,1 Prozent am Gesamtumsatz.
Damit hat der Streaming-Anteil wie erwartet im Jahr 2019 erstmals die 50-Prozent-Marke überschritten. 2018 lag der Anteil für Musikstreaming noch bei 46,4 Prozent. Insgesamt wurden 2019 demnach 64,4 Prozent der Einnahmen im Digitalsektor erzielt.
Weniger starker Rückgang bei CDs
Die klassischen Tonträger fallen weiter zurück. Die CD hatte 2019 noch 29 Prozent Marktanteil – allerdings sei dieser Bereich mit 10,5 Prozent Minus "nur halb so stark geschrumpft wie in 2018", erklärte Verbandschef Drücke. 2018 lag der CD-Anteil bei 36,4 Prozent und der CD-Verkauf hätte auch auf unter 25 Prozent fallen können.
Vinyl erreichte 4,9 Prozent Anteil – ein Plus von 13,3 Prozent bei den zumeist schwarzen Scheiben. Der Umsatzanteil von Vinyl lag 2018 bei 4,4 Prozent. Den Verbandsangaben zufolge zeigt ein Blick auf die Anteile bestimmter Musikrichtungen am Umsatz 2019: Pop blieb mit 25,8 Prozent das beliebteste Genre – dahinter schob sich Hip-Hop/Rap mit 19,7 Prozent vor Rock mit 19,6 Prozent auf Platz 2.
Der Bundesverband Musikindustrie(öffnet im neuen Fenster) ist Interessenvertreter von rund 200 Produzenten und Unternehmen, die gut 80 Prozent des deutschen Musikmarkts repräsentieren.



