Musikindustrie: Generation Z hört drei Stunden KI-Musik pro Woche

Morgan Stanley hat erstmals Fragen zu KI-generierter Musik in seine jährliche Umfrage zum Audiokonsum aufgenommen, wie Sherwood News berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Die Ergebnisse überraschen: Analyst Benjamin Swinburne und sein Team berichten, dass mehr als die Hälfte der befragten Gen-Z- und Millennial-Hörer in den USA wöchentlich zwischen 2,5 und 3 Stunden KI-Musik konsumieren. Das entspricht der Länge eines Spielfilms.
Die Zahlen belegen, dass KI-generierte Musik bereits einen festen Platz in den Hörgewohnheiten junger Menschen eingenommen hat. Wie sich diese Entwicklung langfristig auf die Musikindustrie auswirkt, bleibt allerdings offen. Die Studie gibt keine Auskunft darüber, ob KI-Musik traditionelle Musik verdrängt oder lediglich ergänzt.
Als Hauptplattformen für KI-generierte Musik haben sich Youtube und Tiktok etabliert. Die Videoplattformen fungieren als Distributionskanäle für diese neue Contentkategorie und verändern möglicherweise traditionelle Konsummuster in der Musikbranche.
Streamingdienste reagieren unterschiedlich
Trotz des Aufstiegs KI-generierter Inhalte bleiben die Morgan-Stanley-Analysten bei etablierten Musik-Streamingdiensten optimistisch. Besonders Spotify sehen sie gut positioniert. Die Forscher verweisen auf die globale Reichweite der Plattform, die Innovationskraft bei neuen Produkten und die bereits bestehende Nutzung von Machine Learning. KI könne sich für Spotify als Vorteil erweisen.
Die Investmentbank erwartet, dass KI Spotifys sogenannte Personalization-2.0-Strategie unterstützen wird. Der Streamingdienst dürfte KI-generierte Inhalte oder KI-gestützte Empfehlungen in seine Plattform integrieren. Die Analysten sehen darin einen positiven Impuls für Spotifys Geschäft bis 2026 und darüber hinaus.
Für Warner Music Group fällt die Einschätzung differenzierter aus. Die Analysten gehen davon aus, dass KI-Musik den Wert etablierter Kataloge steigern könnte, gleichzeitig aber neue Konkurrenz für frisch veröffentlichte Songs schafft. Die Partnerschaft zwischen Warner Music Group mit der KI-Musikplattform Suno werten die Analysten als Schritt in Richtung Monetarisierung KI-generierter Musik.
Offene Fragen zur Qualität und Vielfalt
Die Umfrageergebnisse werfen Fragen auf, wie sich traditionelle Akteure der Musikindustrie an KI-generierte Inhalte anpassen werden. Drei Stunden pro Woche sind zwar eine beachtliche Hörzeit, doch die Studie schweigt sich darüber aus, ob dieser Konsum herkömmliches Musikhören ersetzt oder ergänzt.



