Music Key: Alles oder nichts für Indie-Musiker bei Youtube

Entweder man stellt seine gesamte Musik für das Abo-Modell Music Key bereit oder man wird von Youtube gesperrt. So stellt eine US-Musikerin das neue Geschäftsmodell der Google-Tochter dar, dem sie sich nicht unterordnen will.

Artikel veröffentlicht am ,
Music Key ist für Profi-Musiker die einzige Option.
Music Key ist für Profi-Musiker die einzige Option. (Bild: Lionel Bonaventure/AFP/Getty)

Zoë Keating macht alles, was sich Freunde von alternativen Musikvertriebsmodellen wünschen: Sie ist nicht bei einer großen Plattenfirma unter Vertrag, nimmt ihre Musik im Heimstudio auf, spielt oft live, lizenziert ihre Werke für Filmemacher und Werbung und vertreibt die Stücke über Plattformen wie Bandcamp und iTunes. Und auch über Youtube - und damit hat sie nun ein Problem, wie die Cellistin in einem langen Blogeintrag schreibt.

Stellenmarkt
  1. Consultant (m/w/d) im Bereich Digitalisierung und Informationssicherheit
    Becker Büttner Held Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater PartGmbB, München
  2. Prozess-Ingenieur Automatisierung (m/w/d)
    Sutco RecyclingTechnik GmbH, Bergisch Gladbach
Detailsuche

Keating beklagt darin, dass Youtube ihr ein für sie kaum annehmbares Angebot gemacht habe, um von dem neuen Abomodell Music Key zu profitieren: Nur, wenn sie dort alle neuen Stücke zeitgleich mit anderen Plattformen anbietet, kann sie weiterhin von Youtube Geld erhalten. Zudem muss alles, was auch im freien Bereich von Youtube von ihr zu finden ist, auch für die Abonnenten zugänglich sein. Kurz: Die Google-Tochter möchte zwar ein nicht-exklusives, aber vollständiges Recht für alle Werke von Zoë Keating. Und zwar für eine Laufzeit von fünf Jahren.

Keating hält das für einen Knebelvertrag, vor allem, weil das bisherige System Content ID ihr nicht mehr zugänglich sein soll. Nur dabei zu bleiben, so ihre Schilderung, biete ihr Youtube nicht an. Content ID, das in Deutschland durch die Querelen mit der Musikverwertungsgesellschaft Gema in Verruf geriet, bietet für Musiker, die sich selbst vermarkten, einen großen Vorteil. Sie müssen sich nicht darum kümmern, ob ihre Musik von Dritten in Youtube-Videos verwendet wird. Erkennt Content ID einen solchen Clip, kann der Rechteinhaber entscheiden, ob er das zulässt und ob davor Werbung geschaltet wird, an der er beteiligt ist. Mit Music Key werden Keating zufolge aber alle Videos zwangsweise finanziell ausgewertet.

Content ID wie bisher wird nicht mehr angeboten

Die Cellistin, die sich mit Loops über ein Macbook bei Live-Auftritten selbst begleitet, würde am liebsten beim alten Modell bleiben, bei dem sie von Fall zu Fall selbst entscheidet, ob sie die Nutzung ihrer Musik monetarisieren will. Wie viel sie damit verdient, darf sie kraft ihres bisherigen Vertrages mit Youtube nicht angeben, bei knapp 10.000 Videos, die Content ID mit ihren Stücken identifiziert hat, dürfte der Betrag aber nicht gerade winzig sein. Zum Vergleich gibt sie Pandora an, wo sie für gleich viele Klicks wie auf Youtube - 250.000 im Monat - immerhin 324 US-Dollar erhält. Das deckt sich auch mit Angaben von größeren deutschen Youtubern, die mit ein bis zwei Euro pro 1.000 Klicks kalkulieren.

Golem Karrierewelt
  1. Cinema 4D Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    05.-07.09.2022, Virtuell
  2. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    13./14.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Für Keating geht es dabei nicht darum, dass ihre Musik kostenlos genutzt werden würde - sie selbst gibt an, dass sie vor einigen Jahren die Stücke über Piratebay als Torrents zur Verfügung gestellt habe. Aber sie möchte die Kontrolle darüber behalten, welche Titel wo stehen. Von einem großen Konzern dazu gezwungen zu werden, alle Titel an einer Stelle anzubieten, widerstrebt ihr am meisten. Youtube hat der Musikerin ihren Angaben nach damit gedroht, ihren Kanal zu blockieren, wenn sie nicht bei Music Key mitspielen wolle. Damit würde sie auch sämtliche Kontrolle über die Verwendung ihrer Titel in anderen Videos verlieren, weil sie auch Content ID nicht mehr nutzen könnte, schreibt die Cellistin. Der Streit ist noch nicht entschieden - den Kanal gibt es noch.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


nykiel.marek 27. Jan 2015

Wenn Google die Vergütung übernimmt ist das schon eine Leistung. Langsam komme ich mir...

nykiel.marek 27. Jan 2015

Ja, es geht offensichtlich nicht nur mir so :D LG, MN

nykiel.marek 27. Jan 2015

Nein müssen sie nicht, sperren reicht doch. Geht es dir jetzt um vergüten oder Sperren...

Trockenobst 27. Jan 2015

Sie kann zwei Kanäle haben - Pay und Non-Pay. Beim Non-Pay Kanal ist alles frei und sie...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
SFConservancy
Open-Source-Entwickler sollen Github wegen Copilot verlassen

Ähnlich wie schon vor Jahrzehnten mit Sourceforge sollen Open-Source-Projekte nun auch Github verlassen.

SFConservancy: Open-Source-Entwickler sollen Github wegen Copilot verlassen
Artikel
  1. Chrome OS Flex: Das Apple Chromebook
    Chrome OS Flex
    Das Apple Chromebook

    Ein zehn Jahre altes Notebook lässt sich mit Chrome OS Flex wieder flott machen. Wir haben Googles Betriebssystem ausprobiert und waren begeistert.
    Ein Erfahrungsbericht von Martin Wolf

  2. Ransomware: Universität erzielt durch Lösegeldrückzahlung Gewinn
    Ransomware
    Universität erzielt durch Lösegeldrückzahlung Gewinn

    Die Universität Maastricht wurde nach einem Ransomware-Angriff erpresst und zahlte. Krypto-Kursschwankungen führten nun zu einem finanziellen Gewinn.

  3. Chat-App: Onlinestatus in Whatsapp lässt sich bald verstecken
    Chat-App
    Onlinestatus in Whatsapp lässt sich bald verstecken

    Bislang können alle Personen, mit denen man einmal bei Whatsapp gechattet hat, sehen, wenn man online sind. Das soll sich ändern.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MSI RTX 3080 12GB günstig wie nie: 949€ • AMD Ryzen 7 günstig wie nie: 259€ • Der beste 2.000€-Gaming-PC • Cooler Master 34" UWQHD 144 Hz günstig wie nie: 467,85€ • Asus RX 6900 XT OC günstig wie nie: 1.049€ • Mindstar (Gigabyte RTX 3060 399€) • Galaxy Watch3 45 mm 119€ [Werbung]
    •  /