Multitouch-Fingerabdruckscanner: Display-Oberflächen erkennen, wer sie berührt

Am Potsdamer Hasso-Plattner-Institut haben Forscher mit Fiberio ein biometrisches Multitouch-System entwickelt, das nicht nur die Finger, sondern auch deren Fingerabdrücke erkennt, wenn die Oberfläche berührt wird.

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Fiberio
Fiberio (Bild: Hasso-Plattner-Institut)

Die Multitouch-Oberfläche mit Fingerabdruckscanner ist kein herkömmliches Flachdisplay, sondern eine tischartige Konstruktion. Fiberio arbeitet mit einer Rückprojektion. Dazu wird von unten mit einem Projektor das Bild gegen eine Kunststoffplatte geworfen, die als Diffuser arbeitet. So können diejenigen, die an dem Tisch stehen, die Bilder erkennen.

Außerdem befindet sich unterhalb der Tischoberfläche eine hochauflösende Videokamera, die die Platte aufnimmt, die das Herz der Konstruktion ist. Sie ist nicht nur Diffusor für die Rückprojektion, sondern reflektiert auch noch das Licht zurück zur Kamera und sorgt für den notwendigen Kontrast, damit die Abdrücke der Finger erkannt werden, die sie berühren. Mit einer entsprechenden Bildverarbeitungssoftware werden die Abdrücke ausgewertet. Die Kunststoffplatte von Fiberio besteht aus zahlreichen sehr dünnen Glasfasern mit Durchmessern von 6 Mikrometern.

Mit Fiberio kann ein Berechtigungssystem eingerichtet werden. So könnten Anwender zum Beispiel Vorgänge per Fingerabdruck genehmigen, wenn sie dazu das Recht haben. Die Forscher Christian Holz und Patrick Baudisch am Hasso-Plattner-Institut führen zwei Angestellte als Beispiel an, die gleichzeitig mit dem System arbeiten, wobei der Manager die Berechtigung hat, Überweisungen ab einer gewissen Höhe per Fingerabdruck zu autorisieren, nicht aber der Sachbearbeiter.

Christian Holz und Patrick Baudisch wollen die Entwicklung Anfang Oktober 2013 auf der Konferenz "User Interface Software and Technology" (UIST '13) im schottischen St Andrews vorstellen.

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