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Multiroom-Lautsprecher: Sonos wirft Google und Amazon Patentverletzung vor

Sonos hat Klage gegen Google eingereicht. Der Vorwurf: Google Cast nutze Sonos-Patente ohne Genehmigung. Auch in Alexa -Lautsprechern sollen Sonos-Patente unerlaubt verwendet werden. Vorerst klagt Sonos aber nicht gegen Amazon .
/ Ingo Pakalski
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Sonos klagt gegen Google. (Bild: Ingo Pakalski/Golem.de)
Sonos klagt gegen Google. Bild: Ingo Pakalski/Golem.de

Sowohl Google als auch Amazon nutzten Sonos-Patente ohne Genehmigung, so lautet der Vorwurf von Sonos gegen beide Unternehmen. In einem ersten Schritt reichte Sonos Klage gegen Google ein. Sonos-CEO Patrick Spence bestätigte Golem.de dies: "Google hat bei der Entwicklung seiner Audioprodukte von uns patentierte Technologien jedoch wissentlich kopiert." Laut einem Bericht der New York Times(öffnet im neuen Fenster) soll auch Amazon Sonos-Patente ohne Genehmigung nutzen. Vorerst wird Sonos aus Sorge vor zwei großen Gerichtsstreitigkeiten aber keine Klage einreichen.

"Trotz wiederholter, umfangreicher Bemühungen in den vergangenen Jahren hat Google keine Bereitschaft gezeigt, mit uns an einer für beide Seiten vorteilhaften Lösung zu arbeiten. Uns bleibt daher keine andere Wahl, als zum Schutz unserer Innovationen, unserer Kunden und im Interesse des Innovationsgeistes, der Sonos von Anfang an geprägt hat, zu prozessieren" , sagte Spence Golem.de.

Der Sonos-Chef betonte eine ansonsten gute Zusammenarbeit mit Google: "Google ist ein wichtiger Partner, mit dem wir seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. So ist seit vergangenem Jahr beispielsweise auch Google Assistant auf Sonos verfügbar." Neben der Klageeinreichung beschwerte sich Sonos bei der Internationalen Handelskommission der USA gegen das Vorgehen von Google und Amazon. Gegen Google will Sonos ein Verkaufsverbot von Lautsprechern, Smartphones und Tablets in den USA erwirken.

Es geht um fünf Patente

Sonos reichte zwei Klagen gegen Google an einem Bezirksgericht in Kalifornien ein. Darin geht es um fünf Patente, die Sonos gehören und von Google ohne Genehmigung verwendet werden sein sollen. In den Patenten soll die Funktionsweise von Multiroom-Lautsprechern beschrieben sein. Wer Multiroom-Lautsprecher benutzt, kann Musik auf mehreren Lautsprechern im gleichen Netzwerk abspielen. Die Funktion gibt es in Sonos-Lautsprechern und seit der Markteinführung des Google Home in den meisten Google-Assistant-Lautsprechern . Bei Alexa-Lautsprechern gibt es die Multiroom-Funktion fast ausschließlich für die eigenen Echo-Geräte.

Bei der Wiedergabe von Musik auf einem Multiroom-Lautsprecher-System ist es wichtig, dass die Musik synchron auf allen Geräten läuft, und die Anpassung der Lautstärke auf allen verbundenen Geräten geschieht. Rund um diese Funktionen sollen Google sowie Amazon gegen Sonos-Patente verstoßen haben.

Verhandlungen mit Google gescheitert

Nach Aussage von Sonos wurde Google 2016 nach der Ankündigung des Google Home auf die Patentverletzung hingewiesen. Mit der Vorstellung der Lautsprecher Home Max und Home Mini habe Sonos die Warnungen wiederholt. Bis Februar 2019 soll Google gegen 100 Sonos-Patente verstoßen haben. Die eingereichten Klagen beziehen sich auf fünf Patente. Laut Sonos arbeitet der Lautsprecherhersteller seit 2013 mit Google zusammen, um den Google-Musikdienst in das Sonos-Ökosystem zu integrieren. Dazu gab Sonos Unterlagen über die eigenen Geräte an Google. Zwei Jahre später brachte Google den Chromecast Audio auf den Markt, der Multiroom-Unterstützung beherrscht. Offen ist derzeit, warum Sonos fünf Jahre mit einer Klage wartete.

Wir fragten bei Sonos nach, ob weitere Hersteller von Multiroom-Lautsprechern die Sonos-Patente ohne Genehmigung nutzten oder ob es Lautsprecher-Hersteller gebe, die sich für eine Lizenzierung der Sonos-Patente entschieden hätten. Bisher steht eine Antwort noch aus. Wir werden berichten, sobald wir mehr Informationen erhalten haben.

Google weist die Anschuldigungen von Sonos zurück. Ein Sprecher sagte der New York Times, dass man seit Jahren zu dem Thema in Gesprächen sei. Sonos wirft Google vor, die Patente in einer Reihe von Geräten ohne Genehmigung zu verwenden. Im Grunde werden alle Geräte genannt, die Google Cast unterstützen, darüber wird die Multiroom-Wiedergabe realisiert. Außer in smarten Lautsprechern nutzt Google die Technik in den Chromecast-Modellen sowie den smarten Displays mit Google Assistant, aber auch in Smartphones und Tablets. Sonos-Lautsprecher unterstützen Google Cast nicht. Sie gehören zusammen mit Bose-Geräten zu den wenigen Google-Assistant-Lautsprechern, die kein Google Cast bieten.

Amazon und Google untersagen Parallelnutzung zweier digitaler Assistenten

Zudem wirft Sonos sowohl Amazon als auch Google vor, verhindert zu haben, dass Sonos smarte Lautsprecher mit zwei parallel laufenden digitalen Assistenten anbieten kann. Auf Sonos-Lautsprechern ist es möglich, Alexa oder Google Assistant zu verwenden. Ein Parallelbetrieb ist aber nicht möglich, der Nutzer muss sich für einen der beiden entscheiden. Bisher begründete Sonos dies offiziell damit, dass eine parallele Nutzung zweier digitaler Assistenten zu viele Probleme bereiten würde.

Durch die Patentklage wird jetzt aber bekannt, dass sowohl Amazon als auch Google Sonos dazu zwangen, keinen Parallelbetrieb anzubieten. Google soll Sonos damit gedroht haben, Google Assistant auf Sonos-Geräten zu deaktivieren, sollte zugleich ein anderer digitaler Assistent verwendet werden.

Die Klage mit dem Aktenzeichen 2:20-cv-00169 wurde am US-Bundesbezirksgericht für Zentralkalifornien eingereicht. Fünf Patente soll Google ohne Genehmigung genutzt haben, sie tragen folgende Titel: Method and apparatus for adjusting volume levels in a multi-zone system (Patentnummer: 8,588,949)(öffnet im neuen Fenster) , System and method for synchronizing operations among a plurality of independently clocked digital data processing devices (Patentnummer: 9,195,258)(öffnet im neuen Fenster) , Multi-channel pairing in a media system (Patentnummer: 9,219,959)(öffnet im neuen Fenster) , Playback device (Patentnummer: 10,209,953)(öffnet im neuen Fenster) sowie Playback device connection (Patentnummer: 10,439,896)(öffnet im neuen Fenster) .


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