Multimedia-Framework: Gstreamer 1.14.0 redet mit WebRTC-Peers

Die neue Version 1.14.0 des Multimedia-Frameworks Gstreamer unterstützt nicht nur WebRTC, sondern auch zahlreiche neue Codecs wie AV1 und die Protokolle RTSP 2.0 und SRT. Auch die Rust-Bindings hat das Team verbessert.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin/
Das Gstreamer-Framework dient als Grundlage für viele Multimedia-Anwendungen.
Das Gstreamer-Framework dient als Grundlage für viele Multimedia-Anwendungen. (Bild: Alexandru Csete, OZ9AEC.net/CC-BY-SA 3.0)

Das freie Multimedia-Framework Gstreamer ist in Version 1.14 erschienen und unterstützt Echtzeit-Streaming zum und vom Webbrowser per WebRTC. Dabei kommen ein webrtcbin-Element und eine WebRTC-Support-Bibliothek zum Einsatz. Mit deren Hilfe bauen Anwendungen Verbindungen zu WebRTC-Peers auf, zugleich nutzen sie weiterhin die Gstreamer-Funktionen wie hardwarebeschleunigtes Encoding und Decoding. Noch sei die Implementierung nicht komplett, aber die wichtigsten Punkte seien abgedeckt, schreiben die Entwickler in ihrer Ankündigung.

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Experimentell unterstützt Gstreamer nun AV1, den Open-Source-Nachfolger von VP9, der mit HEVC/H.265 konkurrieren soll. Ihn nutzen die Anwender über die Elemente av1enc und av1dec, wobei Gstreamer auch das Matroska-Containerformat für AV1 nutzen kann. Auch den Einsatz mit Video4Linux2 optimiert das Framework, bringt Encoding-Support für VP8, VP9, MPEG4 und H.263 mit, kommt mit dynamischen Änderungen der Auflösung klar und testet verfügbare Geräte schneller.

Neue Streaming-Protokolle

Zusätzlich dazu bringt Gstreamer die erste Implementierung von RTSP 2.0 der neuen Version des Real Time Streaming Protocol. Den entsprechenden Standard hatte die IETF 2016 verabschiedet. Die Komponenten gst-rtsp-server und rtspsrc unterstützen zudem den ONVIF-Audio-Rückkanal.

Auch SRT unterstützt Gstreamer 1.14. Die Abkürzung steht für Secure Reliable Transport. Dabei handelt es sich um ein quelloffenes Streaming-Protokoll, das eine 128 oder 256 Bit AES Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzt. Es ist insbesondere für jene Netzwerke gedacht, die sich üblicherweise schlecht für Streaming eignen. Details zu der Technik liefert die Webseite der SRT-Alliance.

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Weiterhin bietet Gstreamer 1.14 Support für Uneven Level Protection Forward Error Correction (ULPFEC), eine der Mechanismen, mit denen unter anderem WebRTC auf verlorene RTP-Video- und Audiopakete reagiert. Der alleinstehende Audio- und Videoplayer Playbin3 spielt Dateien nun lückenlos ab und bringt Unterstützung für Pre-Buffering mit.

Weitere Änderungen und Verbesserungen betreffen Spezialfälle oder richten sich primär an Entwickler, die direkt mit dem Framework arbeiten. So gibt es Updates für die C#-Bindings. Auch die extern betreuten Rust-Bindings für Gstreamer funktionieren besser und bilden mittlerweile fast die komplette Gstreamer-API ab. Weitere Details zu den zahlreichen Änderungen verraten die vollständigen Release Notes.

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