Multi Operator Core Network: Telekom und Vodafone nutzen gegenseitig ihre LTE-Netze

An vielen Tausend Standorten haben Vodafone- oder Telekom-Kunden bislang keinen Empfang. Das soll durch Multi Operator Core Network (MOCN) in den Netzen der beiden Anbieter besser werden.

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Die beiden Landeschefs im Bild: Hannes Ametsreiter von Vodafone Deutschland (rechts) und der scheidende Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner
Die beiden Landeschefs im Bild: Hannes Ametsreiter von Vodafone Deutschland (rechts) und der scheidende Telekom-Deutschland-Chef Dirk Wössner (Bild: Vodafone Deutschland)

Die Deutsche Telekom und Vodafone wollen zur Verbesserung der LTE-Versorgung an 4.000 ausgewählten Antennenstandorten ein aktives Network-Sharing betreiben. Wie die Konzerne am 13. Februar 2020 bekannt gaben, geht es um ländliche Regionen und die Versorgung entlang der Verkehrswege. Graue Flecken, in denen jeweils nur ein Anbieter LTE anbietet, sollen so beseitigt werden.

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Möglich wird das durch Multi Operator Core Network (MOCN) in den Netzen der beiden Anbieter. Laut der P3-Studie 5G National Roaming (PDF) vom Dezember 2018 für die Bundestagsfraktion der Grünen werden hierbei deutliche Kosteneinsparungen für den Anschluss der Sendemasten erzielt, da beispielsweise zentrale Glasfaserstrecken und gegebenenfalls auch Vermittlungstechnik gemeinsam genutzt werden. Insbesondere bei gemeinsam genutzten Standorten (Site Sharing) bieten sich demnach Einsparpotentiale.

Eine entsprechende Absichtserklärung haben Telekom und Vodafone jetzt unterzeichnet. Gespräche mit dem Bundeskartellamt und der Bundesnetzagentur finden derzeit statt. Die Kooperation soll 2020 starten.

Wesentlicher Bestandteil der Kooperationsgespräche ist, dass jedes Unternehmen dem anderen eine gleiche Anzahl an Mobilfunkstandorten zur LTE-Versorgung zur Verfügung stellt. Erschlossen werden sollen graue Flecken ausschließlich in ländlichen Regionen und entlang wichtiger Verkehrswege. Erste Analysen zeigten ein Potential von jeweils etwa 2.000 Standorten.

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Die Bundesnetzagentur hat in der Zuteilung der im Jahr 2015 versteigerten Frequenzen die Auflage gemacht, ab Jahresbeginn 2020 98 Prozent der Haushalte bundesweit und 97 Prozent der Haushalte je Bundesland mit einer Mindestdatenrate von 50 MBit/s pro Antennensektor zu versorgen. Die Hauptverkehrswege sind vollständig zu versorgen. Laut Bundesnetzagentur hatte keiner der Netzbetreiber zum Jahresende 2019 die ICE-Strecken und Bundesautobahnen in vollem Umfang versorgt.

Die Staatssekretäre Heike Raab (Rheinland-Pfalz) und Jürgen Barke (Saarland) haben am Rande der Sitzung des Beirats der Bundesnetzagentur vom 27. Januar 2020 ihr großes Bedauern über erhebliche Lücken vorgebracht. Sogar die Telekom hinke ihrer Ausbauverpflichtung von 97 Prozent in jedem Bundesland bis Ende 2019 in Baden-Württemberg, im Saarland und in Rheinland-Pfalz mit Verweis auf die grenznahen Regionen hinterher. So erreiche der Netzbetreiber im Saarland aktuell 95,43 Prozent, in Baden-Württemberg 96,01 Prozent und in Rheinland-Pfalz 96,48 Prozent. "Dieser Rückstand muss schnellstens aufgeholt werden", betonte Raab im Beirat. Während Vodafone laut Bericht im Saarland 97,9 Prozent und in Rheinland-Pfalz 97 Prozent versorgt, bleibt der Netzbetreiber insbesondere bei den Bundesautobahnen und den Schienenwegen im Rückstand.

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TW1920 15. Feb 2020

was aber bei drei Anbietern kaum Wirkung zeigt, da diese ja für mindestens zwei...

TW1920 15. Feb 2020

Das ist mal ne präzise Aussage :) Auch die realistische Variante dürfte für die Mehrheit...

brainDotExe 13. Feb 2020

Stellt der jeweils andere Partner ohne Technik am Standort dann seine Frequenzen zur...



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