Mukaab: Saudi-Arabien will größtes Gebäude der Welt bauen
Länger, höher, voluminöser: Saudi-Arabien baut ein weiteres Megaprojekt. In der Hauptstadt Riad soll das größte Gebäude der Welt entstehen.
Das Mukaab genannte(öffnet im neuen Fenster) , würfelförmige Gebäude soll das Zentrum des neuen Stadtteils New Murabba(öffnet im neuen Fenster) werden. Die Aushubarbeiten für das Fundament von Mukaab sind weitgehend fertig, wie das Unternehmen New Murabba dieser Tage mitteilte(öffnet im neuen Fenster) . Bisher seien mehr als zehn Millionen Kubikmeter Erde bewegt worden.
Mukaab wird ein Würfel mit einer Kantenlänge von 400 Metern. Das bedeutet ein Volumen von 64 Millionen Kubikmetern. In den Mukaab würde das Empire State Building in New York 20-mal hineinpassen. Die Gestaltung der Fassade mit Dreiecksmustern ist von der traditionellen Najdi-Architektur inspiriert. Im Innern soll ein spiralförmiger Turm entstehen, also ein Gebäude im Gebäude unter einer riesigen Kuppel. Diese soll als Projektionsfläche genutzt werden.
Mukaab soll eine Universität beherbergen
Insgesamt sollen über zwei Millionen Quadratmeter an nutzbarer Fläche im Mukaab zur Verfügung stehen. Gedacht sind sie für Geschäfte, Kultureinrichtungen, Hotels, eine Universität sowie Wohnungen. Auf dem Dach des Würfels soll ein Garten entstehen. Nach offiziellen Angaben soll der Würfel 2030 fertiggestellt sein.
Mukaab ist nicht das einzige Megaprojekt in Saudi-Arabien. Das Land beschloss vor über zehn Jahren den Bau des mit 1.007 Metern höchsten Wolkenkratzers der Welt. Doch 2018 wurden die Bauarbeiten am Jeddah Tower(öffnet im neuen Fenster) bei einer Höhe von 256 Metern gestoppt. Sie ruhten mehrere Jahre und wurden erst dieser Tage wieder aufgenommen. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass in Riad ein zwei Kilometer hoher Wolkenkratzer gebaut werden soll.
The Line soll 170 Kilometer lang werden
Bekannter noch ist das Infrastrukturprojekt Neom(öffnet im neuen Fenster) mit seinem größten Teilprojekt, der 170 Kilometer langen Bandstadt The Line , die politisch sowie aus Umweltgründen umstritten ist. Ob sie in der geplanten Dimension gebaut wird, ist unklar .
Neom und New Murabba gehören zum Plan Vision 2030(öffnet im neuen Fenster) , einem Entwicklungsprojekt, mit dem Kronprinz Mohammed bin Salman das Land unabhängig vom Öl machen und die Wirtschaft diversifizieren will. Unklar ist, woher das Baumaterial für diese gigantischen Projekte kommen soll.
Zwar ist ein großer Teil des Landes Wüste. Wüstensand ist jedoch kein guter Grundstoff für Beton, wie ein Wissenschaftler vor einigen Monaten im Gespräch mit Golem.de erläuterte . Die für The Line allein benötigten Baumaterialien würden "die aktuelle Ressourcensituation überfordern." Ein Wettlauf um die Ressourcen wäre wohl die Folge – schließlich wird auch in anderen Regionen der Welt fleißig gebaut.



