Münster: Streit über Standortwahl für Batterieforschungsfabrik

Die Entscheidung für Münster als Standort für eine Batterieforschungsfabrik hat mehrere Bundesländer verärgert. Forschungsministerin Karliczek wird Begünstigung ihres Wahlkreises vorgeworfen.

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Batteriezellen sollen künftig auch in Deutschland entwickelt und hergestellt werden.
Batteriezellen sollen künftig auch in Deutschland entwickelt und hergestellt werden. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Mehrere Bundesländer wehren sich offenbar gegen den geplanten Bau einer Batterieforschungsfabrik im nordrhein-westfälischen Münster. Die Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Baden-Württemberg, Grüne), Markus Söder (Bayern, CSU) und Stephan Weil (Niedersachsen, SPD), hätten ein gemeinsames Protestschreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geschickt, berichtete der Berliner Tagesspiegel. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) werde darin vorgeworfen, besser geeignete Standorte wie Ulm oder Dresden bei der Entscheidung übergangen zu haben.

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Das Bildungs- und Forschungsministerium hatte am 28. Juni 2019 mitgeteilt, dass die sogenannte Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB) in Münster angesiedelt werde und Mitte 2022 den Betrieb aufnehmen solle. 500 Millionen Euro werden dafür bereitgestellt. Angesiedelt wird die Fabrik am Batterieforschungszentrum Münster Electrochemical Energy Technology (MEET) der Universität, die Fraunhofer-Gesellschaft ist Trägerin der künftigen Einrichtung.

Ziel der FFB ist es laut Ministerium, den Transfer von neuen Batteriekonzepten und Produktionsverfahren in die Praxis zu beschleunigen. Zudem haben Unternehmen die Chance, ihre Batteriekonzepte auf Massenfertigungstauglichkeit zu prüfen.

Batterierecycling in Ibbenbüren

Parallel dazu soll im 40 Kilometer von Münster entfernten Ibbenbüren ein Kompetenzzentrum Batterierecycling entstehen. Weil Karliczek jedoch aus Ibbenbüren stammt, wird ihr nun vorgeworfen, die Entscheidung zugunsten ihres eigenen Wahlkreises und ihrer eigenen Region getroffen zu haben. Dem Tagesspiegel zufolge soll die eigens eingerichtete Gründungskommission sich eindeutig für Ulm ausgesprochen haben, Münster soll nur den fünften Platz belegt haben. Dennoch habe das Ministerium sich zwei Tage später für Münster entschieden.

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Karliczek hatte die Entscheidung unter anderem mit dem vorgelegten Konzept begründet, das den gesamten Lebenszyklus der Batterie berücksichtige. So habe Münster dargelegt, was mit den Testbatterien passieren solle. Das sei ein wichtiger Punkt auf dem Weg zur "grünen Batterie". Ebenfalls verwies sie auf die fachliche Reputation der Antragsteller, zu denen auch der Aachener Professor und Streetscooter-Entwickler Günther Schuh gehört.

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstütze den Aufbau und Betrieb der Forschungsfabrik mit mehr als 200 Millionen Euro, teilte die Landesregierung mit. Als Standort diene "ein rund vier Hektar großes Grundstück mit 1,6 Hektar Erweiterungsfläche in logistisch exzellenter Lage in Münster". Mit der Finanzierung werde ein auf die Bedürfnisse der FFB zugeschnittener Neubau realisiert. Bis zur Fertigstellung biete die Stadt Münster kostenfrei sofort beziehbare Büroräume, Laboratorien, Lagerflächen und Produktionshallen an, so dass erste Arbeiten unmittelbar nach Erteilung des Zuschlags beginnen könnten.

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