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Münchner Sicherheitskonferenz: Schwarz Digits und BSI bauen "geheime" Cloud

Schwarz Digits baut mit dem BSI Clouds für die öffentliche Verwaltung, um das bestehende Vendor Lock-in zu beenden. Es soll bis zur Stufe "Geheim" gehen.
/ Achim Sawall
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BSI-Chefin Claudia Plattner (Bildmitte) am 13. Februar 2026 mit Schwarz-Top-Managern in München (Bild: Schwarz Digits)
BSI-Chefin Claudia Plattner (Bildmitte) am 13. Februar 2026 mit Schwarz-Top-Managern in München Bild: Schwarz Digits

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und Schwarz Digits, die IT-Sparte der Schwarz Gruppe (Lidl und Kaufland), haben am 13. Februar 2026 auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Kooperation vereinbart(öffnet im neuen Fenster) . Ziel sei die gemeinsame Entwicklung souveräner Cloudprodukte für die öffentliche Verwaltung. Die Zusammenarbeit umfasse auch die Erarbeitung technischer Kontrollschichten.

Ziel sei der Austausch zu Lagebildern der Cybersicherheit und die Weiterentwicklung bestehender und neuer Cloudangebote. Schwarz Digits plant, im Jahr 2026 mit der Stackit Public Cloud Restricted die Anforderungen für den Betrieb einer Public-Cloud mit Geheimhaltungsstufe "Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch" (VS-NfD) umzusetzen. Darauf aufbauend soll eine skalierbare Cloudinfrastruktur bis zur Stufe "Geheim" folgen.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner sprach von innovativen, hochperformanten Produkten "mit zeitgemäßen Sicherheits- und Souveränitätseigenschaften, von denen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen profitieren können" .

Thematisch deckt die Partnerschaft kritische Bereiche wie Monitoring, Forensik in der Cloud sowie Zulassungsabläufe für die Verarbeitung von Verschlusssachen ab. Zudem sollen allgemeine Souveränitätskriterien und Interoperabilitätsstandards weiterentwickelt werden, um Anbieterwechsel zu vereinfachen und Abhängigkeiten (Vendor Lock-in) zu vermeiden.

Vendor Lock-in für die Verwaltung "dauerhaft ausschließen"

Christian Müller, Co-CEO von Schwarz Digits, betonte: "Unsere technologische Antwort basiert auf der konsequenten Entwicklung technischer Kontrollschichten und der Umsetzung des Zero-Trust-Prinzips. Wir schaffen Interoperabilität durch Open-Source-Technologien, um einen technischen Vendor Lock-in für die Verwaltung dauerhaft auszuschließen."

Mit Delos Cloud bietet SAP bereits die Möglichkeit, Daten in Europa zu speichern und zu verarbeiten, was jedoch keine vollständige Sicherheit vor Zugriffen aus den USA garantieren kann, denn die Software, die Algorithmen und die Updates kommen weiterhin aus den USA von Microsoft. Während die Delos Cloud den Azure Stack von Microsoft lizenziert und in deutschen Rechenzentren betreibt, basiert Stackit von Schwarz auf Open-Source-Technik.

Nutzer sind Bundesministerien und Bundesbehörden. Mehrere Bundesländer haben 2024 und 2025 Rahmenverträge unterzeichnet, um ihre Verwaltung zu digitalisieren. Aus der Wirtschaft gehören Energieversorger, Stadtwerke, Kliniken und Versicherer zu den Abnehmern.


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