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München hat große IT-Probleme, die sind aber leider alltäglich.
München hat große IT-Probleme, die sind aber leider alltäglich. (Bild: Flickr.com, Nicolas Vollmer/CC-BY 2.0)

Münchner IT auf dem Prüfstand: Diese Studie ist schlecht für meinen Blutdruck!

München hat große IT-Probleme, die sind aber leider alltäglich.
München hat große IT-Probleme, die sind aber leider alltäglich. (Bild: Flickr.com, Nicolas Vollmer/CC-BY 2.0)

Managementfehler, unmotivierte Mitarbeiter, uralte Rechner und Abstürze bei Windows - dass so etwas problematisch ist, hätte ich der Stadt München jederzeit gratis gesagt. Doch die hat lieber eine Unternehmensberatung bezahlt, um das herauszufinden. Glückwunsch zur Verschwendung von Steuergeldern!
Von Sebastian Grüner

Fraktionsübergreifend gibt es im Münchener Stadtrat Befürworter, aber auch entschiedene Gegner des Open-Source-Konzeptes der Stadt. Darüber hinaus gibt es immer wieder gravierende Probleme bei der städtischen IT-Verwaltung. Die Süddeutsche Zeitung hat nun erste Details einer von Accenture durchgeführten Studie zur IT in München veröffentlicht. Die Ergebnisse sind genauso erwartbar wie inhaltslos - und damit extrem teuer erkauft. Das hätte ich auch zum Nulltarif liefern können.

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Doch zuerst etwas Positives: Die Unternehmensberatung Accenture ist teilweise eng mit Microsoft und dessen Produkten verknüpft. Ich hatte schon befürchtet, dass die Studie deshalb zu einer Fundamentalkritik an Limux verkommen würde, dem Projekt, bei dem die Stadt fast 20.000 Rechner von Windows auf Linux umgestellt hat. Doch schon vor Wochen beruhigten mich mit dem Projekt Vertraute: So genau würden die Ergebnisse nicht werden, Accenture würde gar keine konkreten technischen Aussagen treffen können. Zu wenig Zeit, zu wenig Ahnung.

Sie hatten recht. Was die Unternehmensberatung herausgefunden hat, verdient einen Tusch. Trommelwirbel!

Sie werden nicht glauben, was Sie jetzt lesen!

Achtung, jetzt kommt's! Das Ergebnis der Überprüfung: Nur etwas mehr als die Hälfte der Mitarbeiter ist laut Süddeutscher Zeitung mit dem "Stand der Technik auf dem eigenen Schreibtisch" zufrieden. Okay, kurzer empirischer Check im Bekanntenkreis: Fast niemand ist mit der Technik auf seinem Schreibtisch zufrieden. Wie oft ich mich schon über Abstürze, Bugs und kaputte Updates auf Smartphone, Laptop und Server geärgert habe, lässt sich nicht mehr zählen. Warum sollte das ausgerechnet bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung in München anders sein?

Noch weniger überraschend als die Erkenntnis, dass Leute unzufrieden mit ihrer Technik sind, ist, was die Unternehmensberatung zu den Gründen recherchiert hat. Erstens: Die Mitarbeiter sind unzufrieden, weil ihre Geräte total veraltet sind. "Ein Großteil des Inventars weist nur noch einen Restwert von null Euro auf", heißt es. Okay, nach ein paar Jahren ist irgendwann jeder Einkauf abgeschrieben, doch es ist wohl davon auszugehen, dass wir hier von wirklich uralten Rechnern sprechen.

Wer sich wie ich an seine letzten Besuche in Rathaus und Bürgeramt erinnert, erinnert sich an vergilbtes Equipment und brummende Röhrenmonitore - Geräte, die teils 15 Jahre oder älter sind.

Zweitens: Nicht nur die Hardware ist veraltet, sondern oft auch die Software. Es gibt eine offensichtliche Diskrepanz zwischen der beruflich und der privat genutzten Software. So verwenden einige Behörden in Deutschland immer noch Windows XP, während auf dem heimischen Laptop der Mitarbeiter vielleicht schon Windows 10 läuft. Zwar ist das in München größtenteils eingesetzte Linux-System auf Basis von Ubuntu 12.04 auch schon einige Jahre alt, wird anders als Windows XP aber immerhin noch bis 2017 mit Updates versorgt, und ein Upgrade auf Ubuntu 14.04 ist in Arbeit.

Auch der heutzutage selbstverständliche Umgang mit Smartphone und Tablet passt wohl nicht so recht zu den alten und starren Strukturen der Münchner IT. Das nutzte der Zweite Bürgermeister von München, Josef Schmid (CSU), vor eineinhalb Jahren gar für einen eher plumpen Lobbyversuch gegen Limux. Schmid beschwerte sich öffentlich über die schlechten Möglichkeiten zur Anbindung der Mobilgeräte, um auf E-Mails oder Kalender zugreifen zu können. Die Schuld lag natürlich nicht an Limux, sondern an der zu alten Groupware-Lösung, die Mobilgeräte nicht gut unterstützte.

Mich freuen die Abstürze 

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cpt.dirk 24. Mär 2016

... ist in einer Behörde irrelevant. Relevant ist, was Vorgabe ist, und wenn es keine...

cpt.dirk 16. Mär 2016

Nur dann, wenn die Konfiguration entsprechend frugal ist. Xubuntu sieht nun wirklich...

berritorre 16. Mär 2016

Das ist mir schon klar. Aber auf Dauer käme so eine Umstellung vermutlich sehr viel...

Snoozel 15. Mär 2016

Man kann auch das doppelte bieten und trotzdem bewirbt sich niemand - wenn man...

Bendix 15. Mär 2016

Danke für die gute Zusammenfassung. Genau so ist es.



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