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Mich freuen die Abstürze

Der Süddeutschen Zeitung zufolge führen die Verwendung der veralteten Hardware und Software direkt zu "Computerausfällen", die Mitarbeiter wie Einwohner einfach nur nerven. Erzählen Sie mir was Neues! Ich berichte als Redakteur schon seit Jahren über solche Missstände.

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Mit einer guten Portion Schadenfreude erinnere ich mich etwa an den tagelangen Totalausfall der E-Mail-Infrastruktur im Dezember 2014. Denn die darauf folgende Fehlersuche förderte typische Administrationsfehler zutage sowie einen extrem obskur anmutenden Spamfilter, der quasi konkurrenzlos in bayerischen Behörden eingesetzt worden ist und wohl auch immer noch wird.

Das Herz des Linux-Redakteurs wirklich erfreut hat aber ein "totales Blackout" im Kreisverwaltungsreferat (KVR) im vergangenen Juli. Die Bürgerbüros waren deshalb geschlossen. Kein Umzug konnte gemeldet, kein Pass neu beantragt werden. Was ich daran so toll fand? "Beim KVR-Blackout vergangenen Juli sei kein einziger Limux-PC betroffen gewesen, nur Windows-Rechner", schrieb die Münchner Boulevardpostille Abendzeitung, etwas versteckt in einem Vorbericht zu der Studie, deren Ergebnisse nun vorliegen.

Behörden versagen bei Großprojekten

Etwas verbitterte Erheiterung lösen bei mir auch chaotische Strukturen und Zuständigkeiten in öffentlichen Einrichtungen aus. Solange ich nicht wie Asterix einen Passierschein A38 brauche oder wie Arthur Dent mit der Bürokratie der Vogonen konfrontiert bin, ist ja eigentlich auch noch alles wortwörtlich in Ordnung. Derart schlimme Verhältnisse wie in der Literatur versucht die Stadt München gar durch Reformen zu verhindern - wie zu erwarten allerdings mit mäßigem Erfolg.

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Zwar lobt Accenture laut der Süddeutschen die "im vergangenen Jahr abgeschlossene Reform, bei der die gesamte interne IT-Organisation umgekrempelt wurde" als "richtigen Schritt". Jedoch sei das "Programm (...) aber zu ehrgeizig ausgefallen, diverse Schwierigkeiten habe man 'massiv unterschätzt'". Angesichts der haarsträubenden Vorgänge bei anderen öffentlichen Großprojekten muss ich das ja eigentlich loben. Immerhin haben sie die Mängel wohl in den Griff bekommen und die Reform tatsächlich umgesetzt.

Erschwert wird die Organisation der Verwaltung aber auch durch Managementfehler, die offenbar auf menschliche Probleme zurückzuführen sind. So sei es in München wohl der Fall, dass "Abteilungen und Referate nicht gut zusammenarbeiten". Begründet wird dies damit, "dass zu viel auf Eigeninteressen beharrt werde, die Verantwortungen unklar seien und es an Mut und gegenseitigem Vertrauen mangele". Auch diese Beschreibungen klingen, als könnten sie auf viele weitere öffentliche Verwaltungen zutreffen.

Und was machen bei all dem die Mitarbeiter? "Viele städtische Angestellte behelfen sich mit selbstgeschneiderten Provisorien, im Jargon der Berater 'individuelle Umgehungslösungen'". Ein Graus für jeden IT-Beauftragten, aber auch das ist wohl in Behörden und Unternehmen eher die Regel als die Ausnahme.

Dass die Stadt München bei diesen banalen Erkenntnissen weiter Geld für die Untersuchung ausgeben will, um Lösungsvorschläge zu bekommen, ist einfach nur grotesk. Steckt das Geld lieber in neue Rechner!

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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cpt.dirk 24. Mär 2016

... ist in einer Behörde irrelevant. Relevant ist, was Vorgabe ist, und wenn es keine...

cpt.dirk 16. Mär 2016

Nur dann, wenn die Konfiguration entsprechend frugal ist. Xubuntu sieht nun wirklich...

berritorre 16. Mär 2016

Das ist mir schon klar. Aber auf Dauer käme so eine Umstellung vermutlich sehr viel...

Snoozel 15. Mär 2016

Man kann auch das doppelte bieten und trotzdem bewirbt sich niemand - wenn man...

Bendix 15. Mär 2016

Danke für die gute Zusammenfassung. Genau so ist es.


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