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Der Stadtrat in München wird sich auch die kommenden Jahre noch mit der Stadt-IT beschäftigen müssen.
Der Stadtrat in München wird sich auch die kommenden Jahre noch mit der Stadt-IT beschäftigen müssen. (Bild: Kevin Poh, flickr.com/CC-BY 2.0)

Virtualisierung und Altsystem als Notlösung

Natürlich sind die einzelnen Fachverfahren in München vom Umfang her nicht mit dem Projekt der Bundesagentur vergleichbar. Allerdings ist dieses Beispiel auch nur eines von vielen gescheiterten Softwareprojekten der öffentlichen Verwaltung. Ebenso werden viele notwendige Projekte zwar vielleicht noch erkannt, aber nie angegangen.

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Dass für die Fachverfahren mitunter immer noch Betriebssysteme genutzt werden, die seit mehreren Jahren oder gar seit über einem Jahrzehnt nicht mehr offiziell gepflegt werden, sollte aber als Argument für die möglichen Probleme bei einer Portierung eigentlich reichen. Das Problem mit der Abhängigkeit zu derart veralteter Software besteht bekanntermaßen ja außerdem nicht nur München.

Für den Fall, dass die Portierungsarbeiten nicht rechtzeitig umgesetzt werden können, gibt es darüber hinaus auch den Plan, die alten Systeme einfach falls möglich virtualisiert weiter zu nutzen. Das steht aber im klaren Widerspruch zu der Idee, dank der Verwendung des einheitlichen Windows-Basisclient die IT zu modernisieren. Denn die teils chaotischen Probleme, die sich aus der Nutzung derart veralteter Software ergeben, bleiben dann natürlich bestehen.

Office-Migration wird unabhängig behandelt

Glücklicherweise, so muss man schon einwerfen, haben die für die Migration Zuständigen bedacht, dass es bei einer parallel stattfindenden Migration von Libreoffice auf Microsoft Office (auch das sind Fachverfahren) zu noch mehr Durcheinander kommen könnte. So werden zurzeit 12.000 Formulare, Vorlagen sowie "mehr als 300 komplexe Makros" in der Stadt verwendet, was eine "flächendeckende Umstellung" laut dem Beschluss "sehr aufwendig, kostspielig und langwierig" macht.

Deshalb soll Libreoffice weiterverwendet werden. Um Kompatibilitätsprobleme vor allem bei der Kommunikation mit externen Stellen zu verringern, sollen aber zusätzlich zu schon existierenden Lizenzen mindestens 6.000 weitere für Microsoft Office beschafft werden. Die Stadtverwaltung nutzt dann in extrem großen Maße zwei Office-Suiten parallel zueinander. Ob das wirklich für die angestrebte Verbesserung sorgt oder eher für massive interne Probleme bei der Interoperabilität, ist zweifelhaft.

Limux-Pflege weiter notwendig

Ebenso im Parallelbetrieb weitergeführt werden müssen Limux und Windows, bis die Windows-Migration abgeschlossen ist. "Für die erfolgreiche Migration auf Windows ist weiterhin notwendig, dass bis zum Ende des Migrationszeitraumes ein aktuelles LiMux Release für Clients verfügbar ist", heißt es dazu in dem Beschluss. Dafür soll eine Limux Version 6.0 auf Basis des kommenden Ubuntu 18.04 erstellt werden, das bis März 2023 unterstützt wird.

Derzeit basiert der Limux-Client noch auf Ubuntu 14.04, das bis 2019 offiziell unterstützt wird. Es ist davon auszugehen, dass das bereits vorbereitete Versionsupgrade auf Ubuntu 18.04 so durchgeführt werden wird, wie bereits geplant. Hier stellt sich jedoch die Frage, ob und wie lange das aktuelle Limux-Team noch mitmacht.

Mit dem beschlossenen Limux-Ende liegt es für die Beschäftigten wohl nahe, sich möglichst bald nach neuen Karriereoptionen umzusehen - sofern das nicht sogar schon geschehen ist. Mit dem in den kommenden Jahren immer näher rückenden Limux-Ende wird es wohl auch immer schwieriger, kompetenten und adäquaten Ersatz für sie zu finden. Hier gibt es auch ganz offensichtlich die Möglichkeit der Linux-Community, die Rückmigration zu Windows sehr einfach zu sabotieren: die Beteiligten könnten die Mitarbeit schlicht verweigern.

Ob das im Sinne des Projekts und der Tausenden Kollegen ist, die auf die weitere Pflege angewiesen sind, sei dahingestellt. Wer nicht mehr viel zu verlieren hat, hat aber vielleicht auch weniger Skrupel.

 München: Tschüss Limux, hallo Chaos!IT-Umbau mit internem Widerstand 

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deutscher_michel 01. Dez 2017

Skype for Business - Server werden angeblich nun doch nicht kommen (zumindest sagten...

Icestorm 01. Dez 2017

Sollte nicht auch golem langsam mal seine IT runderneuern, bei der die gestaffelten...

Icestorm 01. Dez 2017

Beim Umstieg auf Linux baute man in München eine eigene Lösung. Beim Rücksturz zu Windows...

ChristianKG 30. Nov 2017

Aufgrund von Spekulationen rum stänkern. Kommt oft vor bei Trollen, die meinen Ahnung zu...

felyyy 29. Nov 2017

Bisschen harsch, aber im Grunde ist es genau so wie du sagst. Der DAU geht bei einem...



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