München: Nokia schließt Standort und kündigt Entlassungen an

Nokia wird in Deutschland massiv Arbeitsplätze abbauen und den Standort München schließen. Die IG Metall kritisierte die am 14. November 2025 angekündigte Kündigungswelle bei Nokia. Daniele Frijia, Geschäftsführer der IG Metall München und Mitglied des deutschen Aufsichtsrats bei Nokia, sagte(öffnet im neuen Fenster) : "Der Rückzug aus München ist ein strategischer Fehler. Statt Arbeitsplätze abzubauen, sollte Nokia in die Zukunft investieren."
Von dem angekündigten bundesweiten Stellenabbau seien laut den Informationen der Gewerkschaft über 300 Beschäftigte in München, Düsseldorf, Stuttgart, Ulm und Nürnberg betroffen. Die geplante Schließung in München betreffe rund 500 weitere Arbeitsplätze. Nokia beschäftigt in Deutschland derzeit noch rund 2.500 Menschen.
"Schock sitzt tief"
Clemens Suerbaum, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei Nokia, sagte: "Wenn in Europas High-Tech- und KI-Stadt München Nokia ohne Sinn und Verstand die eigene Hauptquelle für Patente und Standards austrocknet, dann wissen auch die anderen deutschen Standorte in Stuttgart, Düsseldorf, Ulm und Nürnberg, wie es um ihre Zukunft bestellt ist." Nun sitze der Schock tief, nicht nur in München. München ist für Nokia ein wichtiger F&E-Standort in Deutschland. Die Teams arbeiten an 5G- und 6G-Technologie.
In finanzieller Notlage befindet sich Nokia nicht: Zuletzt investierte der US-Konzern Nvidia 1 Milliarde US-Dollar in den europäischen Konzern. Nvidia wird damit mit fast 3 Prozent zu einem der größten Einzelaktionäre von Nokia. Weitere große Anteilseigner sind die staatliche Investmentgesellschaft Finnlands, Solidium Oy, mit fast 6 Prozent, der US-Investmentfonds Vanguard Group mit rund 3,5 Prozent und das norwegische DNB Asset Management mit 3,4 Prozent. Der überwiegende Teil der Nokia-Aktien befindet sich im Streubesitz, was normal für große, global tätige Konzerne ist.
Massenentlassungen haben bei Nokia Tradition
Bei Nokia begann erst im Oktober 2023 eine Welle von Massenentlassungen. Davon sind bis Ende 2026 rund 14.000 Arbeitsplätze betroffen. Laut Nokia war ein Gewinneinbruch schuld, der hauptsächlich auf Rückgänge in Nordamerika zurückzuführen war, wo der Marktführer Huawei jedoch ausgeschlossen ist. Im März 2021 kündigte Nokia den Abbau von zu 10.000 Arbeitsplätzen an.



