Mtgox: 200.000 Bitcoins wieder aufgetaucht

In einem seit 2011 unbenutzten Cold-Wallet haben Mtgox-Mitarbeiter 200.000 verloren geglaubte Bitcoins entdeckt. Die Panne ist ein weiterer Beleg für die offensichtlich chaotische Buchführung der inzwischen insolventen Bitcoin-Börse.

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Bei Mtgox sind 200.000 Bitcoins in einem alten Cold-Wallet aufgetaucht.
Bei Mtgox sind 200.000 Bitcoins in einem alten Cold-Wallet aufgetaucht. (Bild: Mtgox/Screenshot: Golem.de)

200.000 Bitcoins haben Mitarbeiter der Bitcoin-Börse Mtgox in einem Cold-Wallet entdeckt, das seit 2011 nicht mehr verwendet wurde. Die virtuelle Währung soll dort in einem nicht mehr aktuellen Format gespeichert sein. Damit reduziert sich der mutmaßliche Verlust der inzwischen insolventen Bitcoin-Börse auf 650.000 Bitcoins. Insgesamt sei Mtgox jetzt im Besitz von 202.000 Bitcoins. Wie hoch der Verlust tatsächlich ist, kann aber noch nicht endgültig beziffert werden, teilte der amtierende Mtgox-Chef Mark Karpelès in einem Schreiben mit. Die Führung der Bitcoin-Börse wurde bereits mehrfach wegen ihrer chaotischen Buchführung kritisiert.

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Die jetzt entdeckten 200.000 Bitcoins wurden zunächst am 7. März 2014 in ein Online-Wallet verschoben und anschließend am 14. und 15. März 2014 aus Sicherheitsgründen wieder in Offline-Wallets gespeichert, heißt es weiter. Solche Transaktionen bleiben nicht unentdeckt, da sie in der öffentlich zugänglichen Blockchain registriert werden. Nutzer, die einen Verlust ihrer Bitcoins bei Mtgox befürchten, verfolgen die Kontobewegungen akribisch. Auf der Mtgox-Webseite können sich Anwender inzwischen wieder einloggen und ihren Kontostand abrufen.

Mtgox hatte kurz vor seiner Insolvenz von einem massiven Diebstahl über Monate hinweg berichtet, der über eine Schwachstelle in Bitcoin-Transaktions-IDs abgelaufen sei. Offenbar blieb die Schwachstelle, die bereits bei anderen Bitcoin-Börsen schnell behoben wurde, bei Mtgox monatelang unerkannt. Das belegen interne Dokumente, die Ende Februar 2014 an die Öffentlichkeit gelangten. Mit der aktuellen Version 0.9.0 der Bitcoin-Software ist der Fehler jetzt behoben. Anonyme Quellen aus Mtgox berichten von Cold-Wallets, die auf USB-Sticks gespeichert oder auf Papier ausgedruckt in Bankschließfächern lagern.

Auch die Entwicklungsumgebung bei Mtgox sei von Anfang an chaotisch gewesen, sagte ein anonymer Programmierer bei Mtgox. Es habe beispielsweise keinerlei Versionskontrolle, geschweige denn eine Testumgebung gegeben. Code wurde lediglich von Karpelès einer Endkontrolle unterzogen und sofort auf der Webseite umgesetzt.

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