MT6732: Auch Mediatek mit 64 Bit und LTE für Smartphones

Mediatek hat mit dem Baustein MT6732 seinen ersten ARM-Vierkerner mit integriertem LTE-Modul und 64-Bit-Verarbeitung vorgestellt. Das Unternehmen setzt dabei auf die kleinere Version der neuen ARM-Kerne, noch Ende 2014 sollen Smartphones mit dem Chip erscheinen.

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SoC von Mediatek
SoC von Mediatek (Bild: Mediatek)

In Barcelona hat Mediatek mit dem MT6732 ein ARM-SoC mit vier 64-Bit-Kernen, GPU und LTE-Modul vorgestellt. Diese Kombination ist eine der ersten ihrer Art. Nvidia beispielsweise bietet mit dem Tegra K1 nur zwei 64-Bit-Kerne an, LTE muss dabei auf einem zweiten Chip untergebracht werden. Qualcomm hat jedoch gleichzeitig auch Sechs- und Achtkerner mit 64 Bit angekündigt.

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Mediatek setzt mit dem Cortex-A53 auf die kleinere Version von ARMs 64-Bit-Architektur v8. Bei diesem Design sind die L1-Caches für Befehle und Daten jeweils nur 8 KByte groß, was die Chips sparsamer macht. Das größere Modell, der Cortex-A57, besitzt L1-Caches, die für Befehle 48 KByte und für Daten 32 KByte groß sind. Das bringt mehr Rechenleistung; da die Caches aus statischem RAM aber viel Chipfläche und elektrische Leistung belegen, sind A57-Chips teurer und benötigen mehr Energie.

Dass der MT6732 recht sparsam werden soll, belegt auch die vergleichsweise geringe Taktfrequenz von nur 1,5 GHz für die Kerne. Offenbar traut Mediatek den A53-Kernen auch hohe Rechenleistung bei wenig Takt zu. Das Unternehmen beschreibt die Geräte, in denen die Bausteine eingesetzt werden sollen, auch als "Super-Mittelklasse", was nach heutigen Marktverhältnissen wohl für Smartphones gilt, die 200 bis 300 Euro kosten.

64-Bit-GPU Mali T760

Als GPU kommt die ebenfalls von ARM entworfene Mali T760 zum Einsatz, die an das 64-Bit-Design angepasst ist. Über die Zahl der Rechenwerke - bis zu 16 sieht ARM vor - macht Mediatek noch keine Angaben. OpenGL ES 3.0 und OpenCL 1.2 soll die GPU unterstützen. Die Videoeinheit kann H.264 und H.265 decodieren und Videos mit bis zu 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde codieren - also können entsprechende Smartphones auch Full-HD-Filme aufzeichnen.

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Das auf dem Chip integrierte Funkmodul beherrscht Dual-Band-WLAN, ob auch 802.11ac unterstützt wird, verrät Mediatek noch nicht. Aber die Mobilfunkstandards sind schon bekannt: LTE mit bis zu 150 MBits/s und HSPA+ werden unterstützt. Letzteres kann Datenraten von bis zu 42 und 11 MBit/s bei Down- und Uploads erreichen. Per LTE sind im Upstream bis zu 50 MBit/s möglich.

Die Integration von LTE ist für Mediatek besonders wichtig - auch der kürzlich vorgestellte Achtkerner MT6595 verfügt über ein Funkmodul. Bei diesem Chip kommen jedoch die 32-Bit-Cortex-A17-Kerne im Konzept big.Little zum Einsatz. Vier schnelle arbeiten dabei mit vier langsamen, aber sparsamen Cores zusammen. Beim aktuellen MT6732 erwähnt Mediatek big.Little nicht, offenbar handelt es sich also um einen vollwertigen Quad-Core.

Im dritten Quartal 2014 will Mediatek die neuen Bausteine ausliefern, mit Smartphones auf Basis der Chips rechnet das Unternehmen noch für das Ende desselben Jahres.

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