Wie das Projekt MS Satoshi zu Ende ging

Auffällig bei Seasteading-Projekten ist, dass sie von einem Meer im Idealzustand ausgehen. Die Anlagen liegen in ruhigem, tiefblauem Wasser, nur auf manchen Bildern sind strahlend weiße Möwen oder pittoreske Wolken zu sehen.

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Wind, Regen, Stürme und meterhohe Wellen kommen dagegen nicht vor. Nur die traumhaften Aspekte zu zeigen, ist für Werbung zwar nicht ungewöhnlich, allerdings sollen die Projekte einen neuen Gesellschaftsentwurf und damit auch innovative Formen des Zusammenlebens zeigen. Und da könnte man eigentlich erwarten, dass es dazugehört, potenzielle Geldgeber und Interessenten eben nicht mit Werbekonzepten direkt aus den fünfziger Jahren abzuspeisen, sondern sie als Partner ernst zu nehmen und ehrlich über mögliche negative Aspekte zu informieren.

Ein verankertes Schiff auf offener See ist schließlich nicht immer ein schöner und komfortabler Aufenthaltsort - ob es auf der MS Satoshi zum Beispiel eine Schiffsapotheke mit ausreichend Tabletten gegen Seekrankheit gegeben hätte, wäre interessant zu wissen.

Was passiert, wenn man nicht ausreichend wartet

Was mit Schiffen passiert, die schutzlos und ohne Wartung Wind, Wetter und Meer ausgeliefert sind, ließ sich in den letzten Jahrzehnten gut beobachten. Bevor sich auch in der christlichen Seefahrt überhaupt ein nennenswertes Gefühl für Umweltschutz entwickelt hatte, blieben nach Havarien regelmäßig auf Grund gelaufene Schiffe zurück, die sich selbst überlassen wurden. Auch wenn es manchmal Jahrzehnte dauert, bis die Wracks vollständig verschwunden sind - absolut unbewohnbar und lebensgefährlich zu betreten sind sie schon lange vorher.

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Ein gut dokumentiertes Beispiel ist die MS American Star vor Fuerteventura, noch deutlicher wird es bei dem Museumsschiff USS Texas. Das 1914 vom Stapel gelaufene Schlachtschiff ist Teil der San Jacinto Battleground State Historic Site und liegt dort in einem an sich ruhigem Gewässer vor Anker.

Das letzte Mal wurde die USS Texas 1988 bis 1990 in einem Trockendock generalüberholt, dabei wurden 170 Tonnen Stahl ausgetauscht und mehr als 40.000 Nieten neu verschweißt, das komplette Schiff wurde neu gestrichen und das Unterwasserschiff mit einer Schutzschicht gegen Korrosion versehen. 2004 war das Schiff erneut in einem derart schlechten Zustand, dass Pläne entwickelt wurden, es permanent in einem Trockendock unterzubringen und auszustellen.

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Wie wird man ein Kreuzfahrtschiff los?

Weil diese Pläne aber nicht umgesetzt wurden, führten 2010 ein größeres Leck und eine ausgefallene Lenzpumpe dazu, dass das Schiff an seinem Liegeplatz einen Meter tiefer ins Wasser sank, bevor überhaupt Gegenmaßnahmen getroffen werden konnten. Nach mehreren solcher Vorkommnisse wird seit 2019 daran gearbeitet, das Schiff schleppfähig zu machen, damit es auf seinem für das Jahr 2022 geplanten Weg ins Drydock nicht untergeht.

Das Beispiel der USS Texas - immerhin als Schlachtschiff konzipiert und nicht als Vergnügungsschiff - zeigt, wie wartungsbedürftig Schiffe sind. Das Schiff verrottete innerhalb von 20 Jahren an einem geschützten Liegeplatz im Hafen stark genug, um fast unterzugehen. Einem weniger robusten Schiff, das auf offener See Stürmen oder gar einem Hurrikan ausgesetzt wäre, würde es sicher schlechter ergehen.

Doch wie wird man nun ein Kreuzfahrtschiff los? Die erste Idee war die Verschrottung. Ein Verschrottungsunternehmen wurde gefunden, Verträge wurden unterzeichnet; so weit, so einfach. Dann wurde es aber wieder kompliziert. Denn laut der Konventionen von Basel in Sachen Entsorgung gefährlicher Abfälle durfte das Schiff von einem Staat, der wie Panama das Abkommen unterzeichnet hat, nicht zur Verschrottung in einen Nichtunterzeichner-Staat wie Indien geschickt werden.

Die Verträge mussten aufgelöst werden. Doch dann wendete sich das Blatt - zumindest für die MS Satoshi. Ein neu gegründetes Kreuzfahrtunternehmen mit dem Namen Ambassador Cruiselines kaufte das Schiff und betreibt es zukünftig unter dem Namen Ambience. Zuvor werden aber ganz sicher die Polstermöbel gereinigt und das allgemeine Ambiente optisch überarbeitet.

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 Das Chaos begann mit der Übergabe
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chefin 05. Dez 2021 / Themenstart

Hätten ein paar wirklich clevere Menschen sowas angegangen und geplant und wären...

Lebostein 01. Dez 2021 / Themenstart

Warum nicht gleich eine Stadt unter Wasser?

Dakkaron 29. Nov 2021 / Themenstart

Ein Anarchismus, in dem der Stärkste gewinnt, nennt sich absolutistische Diktatur^^ Wie...

Doener 29. Nov 2021 / Themenstart

Reiche haben etwas, was die anderen nicht haben, sehr viel Geld. Was jetzt schöner ist...

Achranon 29. Nov 2021 / Themenstart

Hätten sie mal eine Kreuzfahrt gemacht und sich angesehen wieviel Personal man dort hat...

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