''Das Schiff ist coronafrei.'' Ach ja?

Schon das Interesse an Informationsveranstaltungen war gering: Ocean Builders verbuchte circa 200 Interessenten - bei einem Angebot von 777 zu versteigernden Kabinen. Doch auch von den 200 winkten die meisten ab, am Ende wurden offenbar nur drei Kabinen verkauft.

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Ein Grund mag Corona gewesen sein. Denn auch wenn die Pandemie überhaupt erst zum vergleichsweise geringen Kaufpreis des Schiffes führte, hatte sie auch Nachteile: Nur wenige Monate zuvor waren Bilder und Tonaufnahmen verzweifelter Kreuzfahrtpassagiere um die Welt gegangen. Sie waren zu einem Zeitpunkt, als die Infektionswege des Virus noch weitgehend unerforscht waren, an Bord der Ozeanriesen in Häfen eingesperrt.

Das Konzept eines Kreuzfahrtschiffs als dauerhafter Lebensmittelpunkt war entsprechend gewagt. Bei der Vermarktung der Idee wäre es daher sicher geschickt gewesen, einen detaillierten Plan mitzuliefern, wie die Gefahr durch Corona minimiert werden könnte. In den Informationen für die potenzielle Satoshi-Kundschaft kommt das Virus allerdings kaum vor, obwohl zu dem Zeitpunkt, als die Buchungen starten sollten, weltweit die dritte Welle tobte und noch keiner der heute verwendeten Impfstoffe eine Zulassung hatte.

Das Schiff sei coronafrei, hieß es dazu lediglich, was sicher schön für die MS Satoshi war, aber für ihre Passagiere nicht eben beruhigend klang. Ob Tests der zukünftigen Bewohner vorgesehen wären oder überhaupt medizinisches Personal an Bord sein würde, wurde nicht erwähnt. Kein Wunder vielleicht, denn mindestens einer der Anbieter ist Impfgegner.

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Aus welchen Gründen auch immer: Die Nachfrage war verschwindend gering. Selbst Enthusiasten wie Luke Parker, ebenfalls Bitcoin-Unternehmer, der schon lange vom Konzept des Seasteading begeistert war und die Satoshi als die bisher plausibelste Idee bezeichnet hatte, verzichtete - obwohl "es schwer war, die Hand vom Button zu nehmen", wie er selbst sagt. Wieso hat er nicht zugeschlagen? "Meine Frau hatte Zweifel", schrieb er laut The Guardian. Und auch er befürchtete einen gigantischen Sprung im Luxus - nach unten.

Im Übrigen: 777 Kabinen voller Kryptogeld-Enthusiasten, die sich dem an Bord eines Kreuzfahrtschiffs üblichem Freizeitprogramm hingeben, sind ein durchaus amüsanter Gedanke. Jedenfalls amüsanter als die ihnen gebotenen Freizeitprogramme auf Dauer gewesen wären. Yoga, Wasserrutschen und Golfbälle vom Promenadendeck zu schlagen, wäre sicher recht schnell langweilig geworden. Und ob Animateure, Bands oder Theatervorstellungen eingeplant waren, ist nicht bekannt.

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Der Betrieb eines Kreuzfahrtschiffs ist nicht trivial

Doch selbst wenn man von erstaunlichen Mängeln im Businessplan absieht, wie dem, wer eigentlich die Kundschaft sein könnte - richtig groß wurden die Probleme, weil die Menschen hinter dem Projekt keinerlei Ahnung von Schiffen, Schifffahrt oder gar Kreuzfahrtschiffen hatten. Denn der Betrieb eines Ozeanriesen ist so gar nicht trivial.

Statt sich damit zu beschäftigen, befasste man sich lieber erst mal mit den ganz praktischen Dingen des Lebens. So kündigte Elwartowski beispielsweise an, dass Strom und Wasser für die Kabinen nur zu Anfang pauschal in den Kosten für die Unterkunft enthalten sein würden. Für die Zukunft versprach er Upgrades mit Verbrauchsmessungen für jede Kabine. "Man möchte nicht für das Mining-Rig eines anderen in dessen Kabine bezahlen", begründete er diese Notwendigkeit. Bleibt die Frage, wer sich die Kleinstkabine auch noch mit einem lärmenden und heißen Mining-Rig teilen möchte.

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 Die große Freiheit in winzigen KabinenDas Chaos begann mit der Übergabe 
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chefin 05. Dez 2021 / Themenstart

Hätten ein paar wirklich clevere Menschen sowas angegangen und geplant und wären...

Lebostein 01. Dez 2021 / Themenstart

Warum nicht gleich eine Stadt unter Wasser?

Dakkaron 29. Nov 2021 / Themenstart

Ein Anarchismus, in dem der Stärkste gewinnt, nennt sich absolutistische Diktatur^^ Wie...

Doener 29. Nov 2021 / Themenstart

Reiche haben etwas, was die anderen nicht haben, sehr viel Geld. Was jetzt schöner ist...

Achranon 29. Nov 2021 / Themenstart

Hätten sie mal eine Kreuzfahrt gemacht und sich angesehen wieviel Personal man dort hat...

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