Das Problem mit den Latenzen: Wie ein betrunkener Trommler

Erst die Latenzsteuerung macht es möglich, mit dem Musikroboter koordiniert zu spielen. Latenz bedeutet Verzögerung und im Fall des MR-808 folgendes Szenario: Der Computer befiehlt dem Roboter, eine Trommel zu spielen. Der digitale Übertragungsmechanismus geht los, bis sich der Motor oder Magnet bewegt. Dann dauert es weitere 100 oder 200 Millisekunden, bis der Schlägel auf das Schlagzeugteil trifft. Diese Latenz, die bei allen Instrumenten unterschiedlich ist, muss man synchronisieren.

  • Moritz Simon Geist am Drumsynthesizer TR-808
  • Steuerelement des Drumsynthesizer TR-808
  • Moritz Simon Geist am Drumsynthesizer TR-808
  • Einzelnes Instrument des Drumsynthesizers TR-808
  • Moritz Simon Geist am Drumsynthesizer TR-808
  • Moritz Simon Geist beim Auftritt mit dem Drumsynthesizer TR-808
  • Drumsynthesizer TR-808
  • Drumsynthesizer TR-808
  • Bedienungskonsole des Drumsynthesizers TR-808
  • Moritz Simon Geist am Drumsynthesizer TR-808
  • Moritz Simon Geist am Drumsynthesizer TR-808
  • Mechanik des Drumsynthesizers TR-808
Drumsynthesizer TR-808

"Ich kann aber nicht einfach bei allen elf Trommeln 100 Millisekunden früher anfangen. Das mag nicht viel klingen, aber wenn etwas 100 Millisekunden im Rhythmus verschoben ist, denkst du, der Trommler ist betrunken", sagt Geist. Er löste das Problem, indem er in der Programmierumgebung Max/MXP Musiksteuerdaten manipulierte - den Midi-Datenstrom auseinandernahm, die Instrumente unterschiedlich verzögerte und die Latenzen ausglich.

Als er an dem Latenzproblem tüftelte, tauschte sich Geist auch per E-Mail mit Musikrobotik-Experten in den USA aus, wo die Szene schwerpunktmäßig beheimatet ist. Eric Singer gründete 2000 in New York The League of Electronic Musical Urban Robots (LEMUR), eine Gruppe von Künstlern und Technikern, die sich dem Bau robotischer Instrumente widmet.

Nur noch Roboter und Menschen

Mal nennt Geist seinen Roboter Installation, mal Maschine. Das drückt gut die Symbiose von Kunst und Technik aus, die er dafür einging. Er ist leidenschaftlicher Bastler, doch noch lauter schlägt sein Künstlerherz. Für den Dresdner ist der MR-808 kein Erfinderexponat, sondern ganz klar Instrument zum Musikmachen. "Ich schreibe elektronische Musik und trete damit auf", betont er. Der Drumroboter ist für die Bühne konzipiert, rund 30 Konzerte absolvierte er bereits. Geist tritt mit dem MR-808 allein oder mit seiner Band Science Fiction Children auf, die durch einen Freund und seinen Bruder mit Gitarre, Synthesizer und Percussions komplettiert wird.

Geists Vision ist es, dass die elektronische Musikerzeugung noch weiter in den Hintergrund rückt. "Dass man keine Synthesizer und keine elektronischen Instrumente mehr auf der Bühne hat, sondern nur noch Roboter und Menschen, die die Roboter bedienen." Aktuell arbeitet er an einem mechanischen Synthesizer, der einen Basssound erzeugt und im Experimentierstadium fertig ist. Seine Bandmates von Science Fiction Children wären dann irgendwann theoretisch überflüssig. "Das Damoklesschwert schwebt die ganze Zeit über allen außer mir", scherzt Geist.

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 MR-808: Drumsticks statt Bits
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GeroflterCopter 16. Aug 2013

Wieso Publikum? Vielleicht benutzt er den Gameboy auch zur Sounderzeugung? Wäre er nicht...

bla 15. Aug 2013

Trap oder Bass spielen. Gerade dort erleben die 808-Sounds im Augenblick eine Hochkonjunktur.

zZz 15. Aug 2013

in der regel sagt man "acht null acht" (bzw "eight oh eight"), aber gut - jetzt wurde das...



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