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MQ-4C Triton: Aufklärungsdrohne der US-Marine fliegt zum ersten Mal

Erfolgreicher Jungfernflug für die MQ-4C Triton: Knapp anderthalb Stunden hat der erste Flug der neuen Aufklärungsdrohne der US-Marine gedauert. Sie soll künftig für Langzeitaufklärungsflüge vor allem über dem Pazifik dienen.
/ Werner Pluta
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MQ-4C Triton: Schiffe erkennen und identifizieren (Bild: Northrop Grumman)
MQ-4C Triton: Schiffe erkennen und identifizieren Bild: Northrop Grumman

Die US-Marine bekommt eine eigene Aufklärungsdrohne: Am 22. Mai 2013 ist die MQ-4C Triton erstmals geflogen. Gedacht ist sie für lange Aufklärungsflüge über dem Meer und der Küste.

Drohne MQ-4C Triton
Drohne MQ-4C Triton (01:21)

Das unbemannte Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) MQ-4C Triton(öffnet im neuen Fenster) ist von dem US-Luftfahrt- und Rüstungskonzern Northrop Grumman entwickelt worden. Es basiert auf der Global Hawk(öffnet im neuen Fenster) , die von der US-Luftwaffe eingesetzt wird. Allerdings wurden das Flugwerk und die Ausstattung für die Marine modifiziert. Unter anderem wurde das UAV mit einer Enteisungsanlage ausgestattet.

Die Drohne ist über 14 Meter lang und hat eine Spannweite von knapp 40 Metern – mehr als manches Passagierflugzeug, etwa als ein Airbus A320(öffnet im neuen Fenster) oder eine Boeing 737(öffnet im neuen Fenster) . Angetrieben wird sie von einem Strahltriebwerk, das eine Höchstgeschwindigkeit von 331 Knoten, über 610 Kilometer pro Stunde, ermöglicht. Ihr maximales Startgewicht beträgt 14,6 Tonnen.

Aufklärungsdrohne

Die Triton ist eine reine Aufklärungsdrohne, die lange Missionen in großer Höhe durchführen soll. Sie kann bis zu 17.200 Metern weit aufsteigen und ohne aufzutanken über 15.000 Kilometer weit fliegen. Die maximale Einsatzdauer beträgt 28 Stunden. Die Drohne soll die bemannten Aufklärer vom Typ Boeing P-8 Poseidon(öffnet im neuen Fenster) unterstützen. Die Poseidon wird die veraltete Lockheed P-3 Orion(öffnet im neuen Fenster) ersetzen.

Eine typische Mission für die Triton werde 24 Stunden dauern, erklärt die US-Marine(öffnet im neuen Fenster) . Dabei werde sie aus einer Höhe von 16.000 Metern das Meer sowie die angrenzenden Küsten überwachen. Das Gebiet, das sie dabei im Blick hat, ist etwa 3.700 Kilometer groß. Sie kann Schiffe ausmachen und identifizieren. Sie erkennt also nicht nur, ob es sich um einen Containerfrachter oder ein Kriegsschiff handelt, sondern kann anhand seiner Form feststellen, um welches Schiff es sich handelt. Eine Aufklärungsmission der Drohne wird weitgehend autonom ablaufen.

80 Minuten in der Luft

Der Jungfernflug dauerte nicht lange: 80 Minuten flog die Triton, die von Palmdale im US-Bundesstaat Kalifornien aus gestartet war. Sie stieg dabei bis auf etwa 6.100 Meter auf. In den kommenden Monaten will die US-Marine weitere Testflüge von Palmdale aus unternehmen, bevor sie die Drohne im Herbst zum Marinefliegerstützpunkt Patuxent River im US-Bundesstaat Maryland überführt, wo auch die X-47B stationiert ist.

Die Drohne soll von fünf US-Marine-Stützpunkten auf der ganzen Welt aus eingesetzt werden. Haupteinsatzgebiet wird der Pazifik sein. Insgesamt hat die US-Marine 68 Tritons bei Northrop Grumman bestellt.


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