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Mozilla: Thunderbird 13 macht sinnlose Anhänge - sinnlos

Thunderbird 13 macht Schluss mit übergroßen Anhängen, die die Leitung verstopfen. Stattdessen wird der Filesharing-Dienstleister Yousendit benutzt, um Daten effizienter per E-Mail zu verteilen. Thunderbird ist zudem für weitere Anbieter vorbereitet.
/ Andreas Sebayang
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Thunderbird 13 kann selbst E-Mail-Adressen erstellen. (Bild: Golem.de)
Thunderbird 13 kann selbst E-Mail-Adressen erstellen. Bild: Golem.de

Die Mozilla-Entwickler haben die Version 13 des E-Mail-Programms Thunderbird veröffentlicht. Mit der neuen Version kommen zwei interessante Funktionen in das Programm. Zum einen können E-Mail-Adressen direkt in Thunderbird erzeugt werden und zum anderen werden Anhänge unnötig gemacht.

Mit Hilfe der Partner Gandi und Hover kann sich ein Nutzer nun bereits bei der Ersteinrichtung seines E-Mail-Programms eine E-Mail-Adresse erstellen lassen. Weitere Partner sollen folgen. Damit entfällt die Registrierung einer Adresse etwa auf der Webseite des Anbieters. Zudem wird die Wunschadresse auch gleich korrekt in Thunderbird konfiguriert. Der Nutzer sucht sich seine Adresse aus und kann sodann E-Mails verschicken und empfangen. Allerdings kostet der Dienst Geld.

Das Ende der Anhänge dank Filelink

Obwohl das E-Mail-Protokoll bekanntermaßen nicht für Anhänge gedacht ist, verschicken viele Anwender aus Bequemlichkeit große Bilder, Präsentationen und Musik per E-Mail. Dabei dauert der Versand von Anhängen per E-Mail rund 30 Prozent länger. Wer so etwas über ein asymmetrisches DSL tut, blockiert dabei auch gleich noch seine Downloadverbindung – vor allem in Büros ein Problem.

Die Thunderbird-Entwickler haben sich etwas einfallen lassen, um diese ineffiziente Nutzung von Bandbreiten zu vermeiden. Der Dienst Yousendit wird integriert und Anhänge auf Wunsch zu diesem Dienst hochgeladen. In den normalen Anhangsoptionen kann ein Yousendit-Account eingetragen werden und auch die Grenze, ab der Yousendit statt ein Anhang benutzt werden soll. Die Standardgrenze ist 1 MByte. Yousendit ist anscheinend nur ein erster Schritt, denn Mozilla hat dort ein Dropdown-Menü platziert, um Zugänge einzurichten. Möglicherweise können später auch andere Dienste oder gar firmeneigene Lösungen integriert werden.

Nutzer könnten Zeit sparen, wenn Yousendit schneller wäre

Die angehängten Dateien bleiben laut Yousendit in der Standardeinstellung für eine Woche online. Sowohl Sender als auch Empfänger sparen so in der Theorie Zeit und Bandbreite ein, ohne auf Bequemlichkeit zu verzichten. Allerdings ist Yousendit kein besonders schneller Dienst – zumindest in der kostenlosen Variante, die wir ausprobiert haben. Die Downloadraten liegen zwischen 100 und 150 KByte pro Sekunde. Noch drastischer ist die Einsparung, wenn dies Rundmails mit großen Partyfotos betrifft. Der Empfänger kann nun immerhin selbst entscheiden, ob er nun die Zeit aufwenden will, die Bilder herunterzuladen.

Für Administratoren hat das auch Vorteile. Die ohnehin schon stark belasteten E-Mail-Boxen bleiben so klein und die Wahrscheinlichkeit von Fehlern in einer Unix-Mailbox (mbox) sinkt. Zudem sinkt das Backup-Volumen, weil sich gesendete Objekte häufig ohnehin auf dem Rechner befinden. Operationen wie das Zusammenschieben von Ordnern (Compact) gehen deutlich schneller.

Dabei wurde auch ein Fehler behoben, der beim Zusammenschieben der lokalen Unix-Mailboxen auftrat, wenn diese größer als 4 GByte sind. Mozilla hat eine vollständige Liste aller beseitigten Fehler veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster)

Mit Thunderbird 13 wurden auch einige Sicherheitslücken geschlossen(öffnet im neuen Fenster) , die zum Teil eine Ausführung von Schadcode zulassen. Die ESR-Version von Thunderbird sollte in Kürze ein Update auf 10.0.5esr bekommen. Mozilla verteilt noch die Version 10.0.4esr, allerdings sind auf dem FTP-Server bereits Aktivitäten für eine neue Version zu sehen.

Wer die neue Thunderbird-Version 13 ausprobieren will, findet sie unter mozillamessaging.com(öffnet im neuen Fenster) für Linux, Mac OS X und Windows. Weitere Informationen finden sich in den Release Notes(öffnet im neuen Fenster) .


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