Mozilla: M1-Port von Firefox durch Machine Learning sabotiert

Mozilla beschreibt seine Portierung des Firefox-Browsers auf Apples ARM-CPU M1. Das Team hatte dabei auch unangenehme Überraschungen.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Firefox-Port auf die M1-CPU hatte auch nichttechnische Probleme.
Der Firefox-Port auf die M1-CPU hatte auch nichttechnische Probleme. (Bild: Mathias Appel)

In seinem Hacks-Entwicklungsblog hat Browserhersteller Mozilla sehr viele Details zu seinen Arbeiten an Firefox zusammengefasst, die notwendig waren, um den Browser auf Apples ARM-CPU M1 (Test) zu portieren. Dabei musste das Team aber nicht nur in kurzer Zeit viele technische Probleme lösen, sondern auch ungewöhnliche Wege gehen, um Lösungen zu finden. Für Schwierigkeiten sorgte dabei unter anderem die Machine Learning Engine eines Antivirenprodukts, das den Firefox-Port als Malware erkannt hat.

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Für Firefox hat das Team zunächst auf ein sogenanntes Universal Binary gesetzt, also eine Kombination aus x86- und ARM-Code, wie dies auch von Apple vorgesehen ist. Die Verantwortlichen erreichten jedoch zahlreiche Berichte, dass das als Universal Binary umgesetzte Update von einer Antivirensoftware als Schadcode erkannt wurde.

Dies führt das Team auf eine Machine-Learning-Technik zurück, die erkannt habe, dass das Universal Binary von Firefox anders funktioniert als viele andere Software. Doch Mozilla konnte den Hersteller auf offiziellen Wegen zunächst nicht erreichen, um dieses Problem zu lösen. Das Mozilla-Team kontaktierte schließlich einen der Entwickler der Antivirensoftware per LinkedIn und konnte so das Problem schnell im direkten Austausch lösen.

Technische Abhängigkeiten für Apple Silicon

Für die konkreten technischen Arbeiten an dem ARM-Port für MacOS konnte das Team auf die Erfahrungen der Ports auf Linux und Android beziehungsweise Windows genutzt werden. Ein weiteres großes Problem war der inzwischen vielfach in Firefox genutzte Rust-Code. Eine stabile Compiler-Toolchain der Sprache für den ARM-Port stand erst Mitte August bereit, erste ARM-Geräte von Apple wurden aber schon drei Monate später verkauft. Das hat für einen entsprechenden Zeitdruck gesorgt.

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Mit der ersten stabilen Veröffentlichung des ARM-Ports für MacOS, Firefox 84 von Mitte Dezember, ist die Arbeit aber noch nicht abgeschlossen. Künftig hinzu kommen soll die Unterstützung für Webrender oder den eigenen optimierenden Javascript-Compiler. Ebenso verbessern will das Team sein Threading, um die effizienteren Icestorm-Kerne besser auszulasten.

Noch nicht zur Verfügung stehen außerdem ARM-Portierungen des sogenannten CDM, um verschlüsselte Inhalte etwa wie von Netflix zu streamen. Bis dies so weit ist, behilft sich das Team mit einer Hilfeseite für seine Nutzer. Langfristig nutzen will Mozilla die ARM-Portierung auch, um seine Code-Basis auf die aktuellen MacOS-APIs umzustellen.

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Salzbretzel 22. Jan 2021

Ich wollte nur mal anmerken: das klingt hoch interessant! Ich dachte das will man auch...

Elektrochopper 21. Jan 2021

Warum wird der Hersteller dieser ominösen Antivirensoftware nicht genannt...

unbuntu 21. Jan 2021

Dann ist aber das Wort "Sabotage" das Problem, nicht "Machine Learning".

Salzbretzel 21. Jan 2021

Ich vermissen an Beiträgen dieser Form immer wieder das selbe: * was wird von deiner...



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